Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Ziegenmelker

Caprimulgus europaeus

Der nachtaktive Ziegenmelker, ist so gut getarnt, dass man ihn auch tagsüber kaum entdeckt. Sein Schnabel sieht nur so winzig aus, tatsächlich ist er ein riesiger Schlund, eine Art Käscher, um Insekten einzufangen. Sie können unglaublich lange Strecken ohne Pause unternehmen und es wurde beobachtet, daß die kleinen Vögel sehr rasch die Farbe und Musterung ihres Gefieders ändern können.

Ziegenmelker, in einigen Archiven auch als Nachtschwalben bezeichnet, sind schwalbenartige Vögel mit weichem, kryptisch gemustertem Gefieder, das sie tagsüber perfekt auf Baumstümpfen oder am Boden tarnt. Sie sind nacht- und dämmerungsaktiv.

Die bei Rabenfels beobachtete Population gleicht der im Osten Nordamerikas (Massachussetts) beheimateten Unterart whippoorwill, unterscheidet sich jedoch durch eine spezifische Anpassung an das alpine Klima.

Bestätigt in den dichten Nadelwäldern der bayerischen Alpen, insbesondere in den Schattenhängen um Rabenfels.

Folkloristischer Aberglaube (Bayerische Alpen)

In der Region um Rabenfels genießen diese Vögel einen ausgesprochen unheimlichen Ruf. Sie gelten als Todesboten und Seelendiebe.

  • Der Chorgesang der Verdammten: Wenn ein Mensch dem Tode nahe ist (wie die kürzlich von der Gruppe im Wald aufgefundene Person), versammeln sich die Ziegenmelker in ungewöhnlichen Scharen. Sie pfeifen dann im Chor, wobei sie ihren Rhythmus exakt an den Atemrhythmus des Todgeweihten anpassen.
  • Das Omen des Sterbens: Die Einheimischen flüstern, dass die Vögel darauf warten, die Seele zu stehlen, wenn sie den Körper verlässt.
    • Triumphierendes Zirpen: Die Vögel umkreisen das sterbende Opfer und stimmen einen schrillen Triumphchor an, der die Anwesenden erbleichen lässt und oft in die Flucht schlägt durch die durchdringenden Frequenzen. Gelingt ihnen der Seelenraub, verfallen sie in wilde absurd hochfrequente Ekstase und werden kurzfristig zu Fleischfressern, die sich am Leichnam laben und nehmen die Selle auf sich, um sie in dunkle, unbekannte Gefielde ewig gefangen zu halten.
    • Schweigen der Enttäuschung: Entwischt ihnen die Seele, verfallen sie in stilles Schweigen und verlassen die Region, auf der Suche nach neuen Opfern.

Zitat:
Ich sah die Ruine des verlassenen alten Hauses von Randolph Beebe, wo die Nachtschwalben sich in ungewöhnlichen Scharen versammeln, und erfuhr, dass diese Vögel von den Landbewohnern als bösartige Todesboten gefürchtet werden. Man flüstert, dass sie um Häuser, in denen jemand dem Tode nahe ist, herumstreifen und flattern, in der Hoffnung, der Seele des Sterbenden habhaft zu werden, wenn sie den Körper verlässt. Sofern die Seele ihnen entwischt, zerstreuen sie sich in stiller Enttäuschung, aber manchmal stimmen sie einen lärmenden Chor aufgeregten, triumphierenden Gezwitschers an, der die Anwesendenm erbleichen lässt und ihnen die gemurmelten Worte entlockt – mit jenem Tonfall gedämpfter, bedeutungsschwangerer Ehrfurcht, den nur ein Yankee-Hinterwäldler beherrscht – „Sie ham ihn erwischt!“[1]

The Dunwich Horror, H. P. Lovecraft (1929)