Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

DIPLOMA

Nach einigem hin und her, noch nicht mit vollständigem Plan, geht es zurück in Richtung Sanatorium. Auf halbem Weg fällt Lord Carnarvon plötzlich wie sein Grabstein um, meine Taschenuhr zeigt Mitternacht. Er ist verstorben! Sofort leiten Mrs von Humboldt und Mrs die Fiona die notwendigen Maßnahmen der Wiederbelebung ein. Mit mäßigem Erfolg. Erst eine Runde von  Beatmungen und Herzmassagen führen Lord Carnarvon zurück ins Diesseits. Er berichtet, er sei im Jenseits Marija begegnet und ist einen „Deal“ eingefangen, sie hilft ihm er später ihr. Ob das klug war? 

Dann dreht der Wind, die Wolken wandern diametral und verdichten sich nördlich hinter dem ehemaligen Klostergebäude. 

Die Kibbo-Kift eilen voraus und erledigen die drei Pfleger am Parkplatz. Wir durchsuchen sie und finden einen Schlüssel. Durch die Tür in der Nordostfassade gelangen wir in die Kapelle aus unserem Traum. Mrs di Fiona entdeckt einen Mechanismus, der den Altar beiseite schwenken lässt und einen darunter liegenden Gang freigibt. Sie möchte auch die weiteren Teile des Nordflügels erkunden wovon Herr Miller jedoch abrät. 

So klettern wir hinab und ich gehe voran, dimme die Karbitlampe zunächst auf drei Meter Sichtradius. Der Gang führt nach Norden. Zum Glück keine Mäuse. Alle Zwanzig Meter halten wir an und Mrs di Fiona lauscht. Aber sie hört nichts oder hat Petersilie in den Ohren. Der Gang steigt zudem leicht an und nach 200 Metern sehen wir in den Vollmond, der Gang, er führt aus dem Untergrund. 

Mrs de Fleur robbt voraus um die Lage auszukundschaften: „Talkessel, rund 200 Meter Durchmesser, der Ort aus unserem ersten Alptraum. Am nördlichen Ende ist ein Ritualplatz mit Stele, an der Dr Semmelweiss gefesselt ist. Davor 21 Kultisten in dunklen Roben. Rechst und links, auf halbem Weg, 100 m jeweils 8 Pfleger, Bewaffnung noch unklar.“ – Ihr Lagebericht gibt uns zu denken und wir entscheiden aus dem Schatten heraus von der linken Flanke heraus anzugreifen. Die Kibbo-Kift geben uns die notwendige Rückendeckung. 

Schon nach wenigen Momenten sind die Pfleger reduziert, aber sie verfügen über Schusswaffen. Zwei Kibbbo-Kift gehen zu Boden. Wo zum Teufel steckt Theresa?

Ich stürme unbeirrt vor, höre Mrs di Fionas Schreie, zücke meinen Slubh-Digh und umrunde den Felsen, da verbirgt er sich, der Feind. Nur leider verfehle ich ihn. Es ist ein zäher Kampf und das fortschreitende Ritual, es scheint ungebrochen. 

Die Wolke verdichtet sich und mit dem Kopf voran erscheint uns dieser Lindwurm. Er reisst einen der Kultisten und verspeist ihn genüsslich. Dann landet das Ungetüm sanft und stellt sich uns in den Weg.

Aber ich bin schon hinter der Linie und höre den vertrauten Warnruf „Allahu Akbar!“ – Mrs de Fleur wirft ihre Stange Dynamit und trifft, nicht ganz wie geplant, den Lindwurm. Er zieht sich daraufhin verletzt zur Stele zurück und scheint nun mehr seinen Fokus darauf zu legen Dr Dr Esse und Dr Semmelweiss zu beschützen.

Dann, die Zeit steht für kurze Zeit still. In hellem Licht erscheint Marija und lässt den Lindwurm (durch ihre Kräfte) zurück in den Himmel fahren. Dr Dr Esse reagiert verdutzt, wendet sich aber wieder seinem Opfer zu. Aber er schafft es nicht. Unser Sturm des Rituals hat zur Folge, dass die Kultisten panisch den Platz verlassen und Dr Dr Esse unerwartet von der Entität aus dem Körper von Dr Semmelweiss vereinnahmt wird. Der Versuch von Mrs di Fiona den doppelten Doktor zu überladen führt leider dazu, daß sie die Schwarze Saat in sich aufnimmt, so wie ich damals. Ich stoße einen der Kultisten zu Boden und höre um mich herum Schreie (Vorwiegend von Mrs de Fleur) und Flüche (Diverse). 

Fazit

  • Ritual verhindert
  • Dr Dr Esse – Zielobjekt verstorben
  • Dr Semmelweiss  – verstorben durch Kolleteralschaden
  • 3 Kibbo-Kift – verstorben bei Erstürmung
  • 18 Pfleger – verstorben bei Ausübung ihrer Pflicht20 Kultisten – Vertrieben
  • Die Entität aus Dr Semmelweiss ist über Dr. Dr. Esse nun in Mrs di Fiona eingedrungen
  • Mal auf der Hand weiterhin vorhanden

Meine Taschenuhr zeigt das Morgengrauen. Auf dem Schlachtfeld versuche ich so gut es geht zu helfen. Aber ich mache es nur noch schlimmer: Als ich einem Pfleger „Erste Hilfe“ leiste, versage ich komplett, Teile seiner Gedärme und seines Gehirns spritzen mir entgegen, ich bin von Blut besudelt. Henry, das sollest Du lieber lassen!

Die Kibbo Kift verpflegen ebenfalls ihre Verwundeten, stützen sie und Anna ist, wenn wir sie noch einmal sprechen möchten, in ihrem Haus zu finden.

Meine Taschenuhr zeigt 7:00 Uhr, als die Diskussion darüber entbrennt Zeugen und Ritualplatz zu beseitigen. Dynamit, Mrs de Fleur, Hmm? Die Leiche von Dr Dr Esse wird mitgenommen und lastet auf Mr Millers Schultern bis in den Gang unter dem Altar.

Zurück in der Kapelle beobachten wir durch die Buntglasfenster den Schein einer Taschenlampe. Ist etwa Polizei Vorort? Das Pferdefuhrwerk weist darauf hin. Wie konnte die so schnell hier sein?

Da blutbesudelt ist für mich eine Rückkehr in den täglichen Sanatoriumsbetrieb unglaubwürdig. Wie sollte ich meinen Zustand erklären? Lord Carnarvon, als einziger von uns unversehrt und von der Kleidung passabel, wird vorgeschickt um die Lage zu beurteilen.

Der Rest von uns erkundet derweil die Räume im Nordflügel. Die Schlafzellen, das Arbeitszimmer und das Laboratorium. Die Orte aus unseren Träumen. Im Arbeitszimmer entdecken wir hilfreiche Tagebucheinträge, doch diese werfen auch weitere Fragen auf.

Meine Taschenuhr zeigt 9:00 Uhr als Lord Carnarvon das vereinbarte Morsezeichen an die Tür zur Kapelle klopft. Er berichtet uns von der Polizei, die im Haus umgeht und verdächtige Personen befragt.

Wir beschliessen das Lord Carnarvon noch einmal aufbricht und uns die nötigste Umkleide bringt. Wie er das anstellt ist ihm überlassen. Derweil ziehe ich mich in eine der Schlafzellen zurück um ein wenig zu schlummern, auf gälisch-schottisch: Cadal.

Ich werde von Mrs von Humboldt geweckt: „Henry, Lord Carnarvon hat ein Portal geöffnet, komm schnell!“ Verwirrt folge ich ihr. Und tatsächlich, in der Kapelle winkt er uns stumm aus seinem Zimmer im Westflügel.

Wir schreiten hindurch, für Herrn Miller eine erste Erfahrung mit seinem Hinweis: „Wenn ihr über so eine Möglichkeit verfügt, warum habt ihr diese nicht gleich eingesetzt?“ – Britische Antwort: „Es kostet mich sehr viel Energie!“

Im Zimmer von Lord Carnarvon sind wir nun alle versammelt und beschliessen offiziell abzureisen. Ich packe meine Sachen und dann geht es auch schon los. Während wir an der Rezeption vorbeilaufen täuscht Herr Miller lautstark Bedenken vor: „Unerhört, Unerhört, wie daß hier läuft! (…)“ – Der vertretende Concierge ist verunsichert und ruft uns hinterher: „Was ist denn vorgefallen? Sie müssen hier noch unterschreiben. (…)“ – Aber wir hören nicht und besteigen unbeirrt unsere Automobile. Mrs Charie steuert mein Automobil, Herr Miller seine Tropfenform.

Meine Taschenuhr zeigt 20:00 Uhr, als wir das von Herrn Miller empfohlene Hotel mit sechs freien Zimmern nebst Garage in Nürnberg erreichen. Es ist einfach aber komfortabel. Wir senden zwei Telegramme, eins an Mr. Sherlock, eins an Mr. Howard. Herr Miller tätigt noch zwei Telefonanrufe.

Ich muss schlafen und denke beim Einschlummern noch kurz an den Extraktor, den wir leider auf unserer Flucht zurücklassen mussten.