CORVUS SAXUM
Es läutet widerwillig in der früh, meine Taschenuhr zeigt 6:00 Uhr. Sehr lecker, das Frühstück und wir diskutieren zu Tisch:
- Die singende Frau am Lagerfeuer.
- Die Opferstätte.
- Wen haben die Angestellten versucht zu fangen?
Ein Pfleger kommt an unseren Tisch und fragt nach unseren Planungen für den Tag. Mrs de Fleur fängt mit ihm einen Disput an, auf den ich hier nicht näher eingehe. Kurz darauf, ein schon sehr früh besoffener Mann verabschiedet sich lautstark aus dem Sanatorium.
Wir beschliessen das Dorf zu besichtigen und nutzen die Seilbahn. Die Kabinenfahrt verläuft entspannt ist aber zugleich unheimlich. Wir halten Ausschau nach der geheimnisvollen Höhle in der Felswand.
Zurück im Dorf kehren wir zuerst erneut im Wirtshaus zur „schwarzen Feder ein und treffen auf den Besoffenen und horchen ihn ein wenig aus. Er hat leider keine neuen Informationen für uns.
Als Heimatmuseum dient ein restaurierter Wehrturm. Die Öffnungszeiten sind täglich von 9:00 – 12:00 Uhr und 14:00 – 18:00 Uhr, außer Sonntags! Der Betreiber, Herr Hugo von Boderich, führt uns durch seinen Schatz, ist dabei sehr redselig und bestätigt einiges von dem was wir schon ahnen oder zu wissen glauben: „Errichtet als Kloster für die Hexenverfolgung (…) Ab 1847 wurde das Gebäude als Waisenhaus für Mädchen genutzt und von Dr. Dr. Esse geleitet (…) 1915 gab Untersuchungen und die anschliessende Veräußerung des Gebäudes an eine unbekannte Firma (…) 1917 Eröffnung als gehobenes Sanatorium (…) Dr. Dr. Esse wird (erneut) als Leiter eingesetzt. Seine Familie verfügt über erhebliche Finanzen, Landbesitz, und politischen Einfluss (…) Die Jäger hier haben ein fast 100 Fangquote, sei es bei Mensch oder Tier (…) Alle Stätten der Hexen wurden im Laufe der Jahre zerstört, aber es gibt wohl noch einen Ort (Baum) an dem Hexerei noch heute praktiziert wird (…) Als Wolfsgrube wird eine Kohlenmine, Höhle und ein Steinbruch bezeichnet. Der Ort ist 1 1/2 Tagesmarsch entfernt.“
Der Turm selbst hat 5 Stockwerke: Der Keller ist nicht zugänglich. Das Erdgeschoß mit seinem Eingangsraum. Im ersten Obergeschoß befinden sich Karten, Gemälde, eine Bibliothek örtlicher Legenden und Mythen. Im Zeiten Obergeschoß befinden sich schaurige Originalstücke aus der Hochzeit der Inquisition. Und schliesslich einen Dachboden, der durch eine Luke erreicht werden will.
Nachdem Herr von Roderich uns allein lässt nutzen wir die Gelegenheit. Mrs de Fleur steigt auf meine Schultern, die Luke zum Dachboden öffnen und sich hochziehen. Auf dem staubigem Dachboden entdeckt Mrs de Fleur mehrere Kisten mit der Aufschrift „Dr Dr Esse“, unter Laken verhüllt weitere Folterwerkzeuge die auf eine Präsentation warten sowie ein seltsames Gerät (Eine Art übergroßen Vogelkäfig, von dem sie uns später erzählt). In einer Kiste, die sie öffnet, befindet sich Buchhaltung und Patientenakten von 1918. Bevor wir auffallen,Bevor wir auffallen, Herr von Roderich ruft schon aus dem Erdgeschoß: „Was wir denn so lange da machen?“, brechen wir ab und meine Taschenuhr zeigt 11:15 Uhr als wir das Heimatmuseum verlassen.
Es bleibt noch etwas Zeit bis die Seilbahn fährt und so besuchen wir den Gemischtwarenladen. Der brummelige Besitzer präsentiert uns Kletterausrüstung, Obst, und Weiteres.
Kurz vor dem Mittagessen verlassen erst ein wütender Gast das Sanatorium aufgrund von anhaltender Geruchsbelästigung sowie kurz darauf der bekannte Parfümier aus Paris auf allen Vieren (als Hund!). Indy bellt, Henry, was geht hier vor?
Mrs von Humboldt scheint wieder halbwegs auf dem Damm zu sein und so zeigt meine Taschenuhr 13:00 Uhr als wir aufbrechen, um den in der letzten Nacht beobachteten Ritualplatz zu finden. Nach einem Kilometer Wanderpfad entdecken wir Stiefelabdrücke, die links und recht in das Unterholz führen. Indy bellt.
Abgelenkt von eigentlichen Ziel gehen wir zunächst links, barfüssige Abdrücke verlaufen im Zick und Zack. Nach rund 500 Metern kommen wir an einen Bach. Aha, der Flüchtende wollte seinen Geruch vor den Hunden verwischen! Wir gehen zunächst stromauf. Dies erweist sich aber als Sackgasse, da wir keine weitern verlässlichen Spuren entdecken.
Meine Taschenuhr zeigt 16:00 Uhr als wir wieder zurück an den Ausgangsort am Wanderpfad eintreffen. Wir folgen den anderen Abdrücken und erreichen wenig später eine Lichtung. Auf Ihr steht der gesuchte Baum, eine alte mächtige Eiche, wie sollte es auch anders sein. Es ist ein sehr friedlicher Ort, das spüre ich, der stark geschützt wird: 1. Ein Kreis aus Wildblumen die volljährig zu blühen scheinen, welche Mrs von Humboldt näher untersucht (Sie nimmt eine Probe). 2. Nordische Runen auf dem Waldboden, die Herr Miller deutet (Sie stärken und verschleiern diesen Ort) 3. Im Baum hängen Amulette diverser Mythologien („Ältere Zeichen“.). Wir untersuchen die Reste des Lagerfeuers, die aber nichts ungewöhnliches aufweisen.
Meine Taschenuhr zeigt 18:00 Uhr als wir pünktlich zum Abendessen zurückkehren. Eine Frau und ihr Gemahl reisen gerade ab, Dieser bellt uns wie ein Hund an. Indy bellt zurück. Aber für Nachschub ist gesorgt, es stehen bereits neue Gäste am Thresen.
Nach dem Abendrot ziehe ich mich auf mein Zimmer zurück und schlafe mit dem Gedanken an das Okular ein…
TUNICA NOCTURNA II
Wir fünf erneut im Nachthemd. Ein Gang, endlos in beide Richtungen, die Decke aus Holzbohlen. Fackeln an den Wänden erhellen das Szenario. In einiger Entfernung links und rechts zwei verschlossene Holztüren mit eisernen Beschlägen hinter den nichts zu hören ist. Wir folgen dem Gang, wobei die Fackeln hinter uns erlöschen. Auch entzünden sie sich nicht erneut, wenn wir zurückgehen. Damit bleibt der Rückweg für uns im Dunklen.
Die 1. Tür – Ein großer Raum, erhellt durch Fenster aus Buntglas. Ein Tisch mit Tiegeln und Phiolen. Regale voller Bücher und Pergamente. Ein authentisches Labor aus dem Mittelalter zum Zwecke der Alchemie. Wenn ich die Dinge aber näher betrachten möchte sind sie alle unscharf, als ob ich meine Brille nicht trage. Schade, ich hätte gerne in den Schriften gelesen. Wir verlassen den Raum da es Mrs di Fiona unheimlich wird.
Die 2. Tür – Ein modriger Kellerraum. Zahlreiche Folterinstrumente, eine Eiserne Jungfrau und eine Streckbank verraten seinen Zweck. Auf der Streckbank liegt eine nackte Frau, ein Mönch betätigt die Hebel der Streckbank und daraufhin knacken Gelenke und Knochen der Frau, sie schreit und blickt flehend in unsere Richtung. Ich muss den Raum verlassen.
Die 3. Tür – In der Kirche. Im linken Kirchenschiff steht ein Altar, das Rechte leer. Im Mittelschiff stehen vier Bankreihen, besetzt mit Schatten. Diese tragen ausnahmslos eine Dornenkrone von der Blut an ihnen herabläuft. Sie beten zu einem Altar. Vor diesem befindet sich eine Art Malstrom auf dem Boden. Daraus erhebt sich eine vertraute Entität. Diesmal ist Mrs die Fiona das Ziel.
Ich werde in den Malstrom gerissen und erwache herzklopfend. Meine Taschenuhr zeigt 4:00 Uhr. Da ich eh wach bin nutze ich die Gelegenheit und schleiche mich, leider knarzt eine Diele, auf den Turm. Es ist kein Lagerfeuer an der Eiche zu sehen aber die Fackelträger sind wieder unterwegs. Schnell zurück ins Bett, denn die Frühstückglocke läutet pünktlich um 6:00 Uhr…
Nachtrag zu Herrn Miller: Wie er zurecht bemerkt hat muss er sich bei uns mit einer „Basisdemokratie“, dem „Spontani“ und dem „Chaosfaktor“ arrangieren. Ich vertraue ihm und sehe für unser Team in ihm eine starke Bereicherung. Er ist auch unser einziger Verbündeter, welcher ausserhalb des Bannkreis agieren kann. Und, für einen Bayern hat er einen passablen Dialekt.









