Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Quest II

1921 Sep 27 „Gesuch

Gegen 12:30 pm läutet das Telefon und unterbricht die Gedanken der Investigatoren. Am Apparat ist Agent John. Er berichtet und fragt wie er weiter vorgehen soll. Mycroft empfiehlt ihm das Postfach zu beobachten.

Mrs von Humboldt verbringt den Rest des Tages damit Probe #37 zu untersuchen.

In einer Buchhandlung erwirbt Mrs Charie zwar kein Sachbuch über die Antarktis aber ein autobiographische Werk von Sir Ernest Shakleton „The great white silence“ Immerhin ein Anfang.

Für stolze 600,- £ erwirbt Mr Winterbottom von Mr. Barkley einen Originaldruck aus der Kartensammlung Blaeu.

Karte der britischen Inseln, um 1660

Die Investigatoren stellen Überlegungen an wie die Überlebenden der Aurora-Expedition zu kontaktieren sind:

Charles Upperton aus Princetown ist wohl nicht mehr zu sprechen. Nach falscher Aussprache eines Zaubers ist er verstorben.

Dick Richards steht im Londoner Telefonbuch. Nachdem Mr Winterbottom vom Amt zu #401 durchgestellt wurde, fragt eine Frau: „Ja Bitte?“ – statisches Rauschen – „Ist Mr Richards zu sprechen?“ – statisches Rauschen – „Er ist nicht zu sprechen!“ – ein Knistern folgt, Sprech & Hörmuschel werden lautstark eingehängt.

Bei Wild, Stevens, Jack kommen die Investigatoren auf die Idee ihre Beziehungen spielen zu lassen. Im damaligen Sanatorium Highclere Castle und dem zentralen London Hospital fragen sie an um die Patientenakten zu erhalten. Ein möglicher Weg, aber es könnte ein paar Tage dauern.

Um 6 pm ruft Agent John erneut an und teilt mit, das nichts geschehen ist. Mr Winterbottom hat inzwischen für den morgigen Tag einen Ersatz beschafft, Agent Peter.

Am Abend teilt Mrs von Humboldt ihre Analyse mit: „Bei Probe #38 handelt es sich um einen Pilz mit grauem Hut, grauen Lamellen, auffällig leuchtendes gelbes Fleisch. Die Sporen lösen einen starken Juckreiz auf der Haut aus, der nach 1W6 + 10 Minuten verschwindet.“

Zum Einschlafen stöbert Mrs Charie in ihrem Neuerwerb: „(…) nach abenteuerlichen Seereise von Elephant Island aus erreichen wir fünf Erschöpfte schliesslich Südgeorgien. Shackleton, Worsley, Crean, McNish, Vincent und McCarthy. Wir können uns bis zu einer Walfangstation durchkämpfen und den entscheidenden Rettungsspruch absetzen (…)“ – dann schlummert Mare weg.

Alle Versuche der Investigatoren zu Träumen schlagen fehl.

MI 28 September „Studien“

Nach dem Frühstück beginnen Recherchen im Buchbestand von Halton House.

„Die Trans-Antarctica-Expedition, auch Aurora-Endurance-Expedition: 1916-1917, Ernest Shackleton, Vereinigtes Königreich. Ziel der Expedition war es den Kontinent erstmals zu durchqueren. Die Expedition bestand aus zwei Schiffen, der Endurance und der Aurora. Beide Schiffe wurden verloren, fünf wahninnige Überlebende auf Seite der Aurora.“

Um 10 am erfolgt ein Anruf von Agent Peter: „Ein Bote hat gerade das Postfach geleert aber auch etwas platziert. Soll ich den Boten verfolgen oder bleiben?“ Mr Winterbottom empfiehlt die Verfolgung.

Persönlicher Besuch in der Chepstow Crescent 14. Eine unwirsche Mrs Richards versucht die Investigatoren abzuwimmeln. Durch Überreden gelingt es Mr Winterbottom sie zu beruhigen und ihn hineinzulassen: „Aber nur Sie!“ und knallte vor Ld Carnarvon die Tür zu. Sie packt Mr Winterbottom unsanft an den Schultern und schiebt ihn durch den Flur: „Bitte, sehen sie selbst:“

Im Wohnzimmer sitzt im Ohrensessel der arme Dick Richards und sabbert vor sich hin: „… als wir den Südpol überquert hatten, da begann das Unglück…“ er weint und wiederholt es wie eine Litanei. Die Regale enthalten Fachliteratur über Physik, Wetter und Meteorologie. Mr Winterbottom versucht kurz mit Dick Richards zu sprechen, aber da ist nichts zu holen und er wird von Mrs Richards hinausgebeten.

Um 6 pm erfolgt ein Anruf von Agent Peter: „Das Postamt schliesst jetzt. Es ist nichts ungewöhnliches Geschehen. Meine Schicht endet, wie wird weiter verfahren?“

Nach einem unglücklich formulierten Telefonanruf wird Mr Winterbottom umgehend von Smyth einbestellt.

Thomas Beckford, der verstorbene Anwärter der Expedition, kommt ins Gespräch. Sollte man in diesem Fall nicht noch einmal aufrollen und sein Anwesen aufsuchen?

Mrs von Humboldt berichtet das sie den Tag genutzt hat um einige spezielle Fachzeitschriften zu studieren und siehe da: Im Fungi-Magazin von 4/1918 berichtet der Biologe Robert Clark das er diesen Pilz bereits auf Elephant-Island entdeckte. Brisant dabei: „Der Mann war Teilnehmer der Trans-Antarktika-Expedition und ein Pilz, der in solchen Regionen gedeihen kann, ist schon sehr ungewöhnlich.“

Ganz unerwartet treffen gegen 7 pm die ersten angeforderten Patientenakten aus Highclere Castle ein.

Zum Einschlafen stöbert Mrs Charie wieder in der Biografie: „(…) Ich bin nicht religiös, habe aber keinen Zweifel daran, daß die Vorsehung uns führt… Ich weiß, dass es mir während des langen und aufreibenden Marschs von 36 Stunden über die Ebene und Gletscher oft so vorkam, als wären wir zu viert und nicht zu dritt. (…) – dann schlummert sie weg.

Jetzt ist nur noch Mr Okumura wach. Er begibt sich erneut in das Bild, um Rat bei Pickman zu suchen. Auf dem Friedhof stellt er fest, das der Zugang zu Pickmans Wirkungsstätte verriegelt ist. In den Gräbern vor der Stadt geben zwei Ghule Mr. Okumura nur widerwillig Auskunft: „Pickman, der ist auf Reisen.“

DO 29 September Dreiecksfahrt

Nach einer unschönen Autopanne erreichen die Investiatoren Portsmouth. Am südlichen Zugangstor zu den Royal Dockyards herrscht reger Betrieb. Rund 25 Hafenarbeiter buhlen um die Aufmerksamkeit hineingelassen zu werden. Mr Winterbottom kann einen der Wachhabenden auf sich aufmerksam machen und ihn über das Anliegen informieren: „Wir möchten Ernest Shackleton besuchen, er hat uns auf sein Schiff eingeladen. Das liegt am South-Railway-Jetty. Ich bin vom britischen Geheimdienst.“ „Einen Moment bitte!“, der Wachhabende verschwindet um dies zu klären.

Die Investigatoren ziehen sich etwas zurück und beobachten das Geschehen am Tor aus der Ferne. Die Wachhabenden lassen einzelne Arbeiter herein, weisen aber auch viele ab. Das Lucky Touch liegt rechts. Als Mr Winterbottom den Vorgang betrachtet fällt ihm siedend heiss ein, das er sich nicht bei Smythe zurückgemeldet hat! Auch ist die Beobachtung der Postfächer unterbrochen, da es keinen Nachfolger von Agent Peter gab. Egal.

Nach einer halben Stunde kehrt der Wachhabende zurück und winkt Mr Winterbottom an das Tor: „Sie können passieren, ich muss mir aber noch ihre Namen notieren.“ Als er die Namen aufschreibt, stockt er bei Ld Carnarvon kurz, lässt sich aber ansonsten nichts weiter anmerken.

Der South Railway-Jetty liegt links, etwa 300m vom Südtor entfernt. Als die Investigatoren zum Kai schlendern, kreuzen ihre Blicke das Trockendock mit der HMS VICTORY. Und da sind zwei Kriegsschiffe, die HMS HIGHFLYER und die HMS WAR PENGUIN, beide im Dazzle-Anstrich.

Am Kai herrscht reger Betrieb. Kisten werden von einem Foden aus in das Warenhaus verladen. An Deck der Quest steht Shackleton in Arbeitsmontur und gibt Anweisungen an seine Männer. Die Investigatoren rufen und er antwortet: „Ganz wunderbar das sie gekommen sind. Nutzen Sie die Gangway!”

Shackletom in Arbeitsmontur

Shakleton heisst die Investigatoren herzlich an Bord willkommen und führt sie in die Schiffsmesse. Hier gibt es einen grossen Tisch, ein Bücherregal und eine Antarktiskarte. Shackleton empfiehlt sich kurz.

Die Investigatoren bestaunen in dieser Zeit die Antarktiskarte. Nach fünf Minuten kehrt er mit vier Männern und einer Hündin zurück: „Darf ich ihnen vorstellen?“

Es ertönen scharfe aber ehrliche Worte: “Wir haben jetzt einiges zu Besprechen und ich möchte mich vergewissern das Sie, meine Herrschaften, genau wissen worauf sie sich hier einlassen. In der Antarktis geht es um das blanke Überleben und sie ist der lebensfeindlichste Ort auf der Erde! Sind sich alle wirklich sicher das sie an dieser Expedition teilnehmen wollen?”

Und weitere Worte: „Die Karte der Antarktis haben Sie ja bereits studiert, genau das ist unser Ziel. Ausgangspunkt unserer Expedition wird die Ross-Insel sein, denn dies war auch Ausgangspunkt der Aurora-Expedition und vielleicht gibt es hier die ersten Spuren zu finden. Durch den Mc Murdock Sund ist ein guter Zugang zu Insel und Schelfeis gegeben. Nachdem wir auf der Ross-Insel unser Basislager errichtet haben, hangeln wir uns an der Depotkette entlang, die von der Aurora-Expedition für die Endurance-Expedition angelegt wurde. Zudem wissen wir von Dick Richards das die Gruppe den Südpol erreicht hat, obwohl dieses Vorgehen nicht abgesprochen war. Sie sind uns damals also weiter entgegenkommen als geplant und haben vermutlich auch bestehende Lager vergangener Expeditionen genutzt. Dort suchen wir nach Hinweisen. Aufgrund unserer moderneren Ausrüstung sind wir in der Lage das Gebiet deutlich schneller zu erkunden.“

Und die Frage: „Wenn sie alle mit diesem Plan einverstanden sind? Und um ihre Vermutung zu bestätigen, die auffällige Farbgebung des Schiffes dient zur Sichtung im Eismeer und bei widrigen Wetterverhältnissen.

  • Warum nehme ich an dieser Expedition teil?
  • Was habe ich bisher gemacht?
  • Was sagt meine Familie zu meiner Reise?
  • Habe ich genug Expeditionserfahrung?
  • Was ist mein Spezialgebiet?
  • Was mache ich so in meiner Freizeit?
  • Wie lautet mein Testament?

Shackleton: “Jeder meiner Expeditionsteilnehmer stellt sich diesen Fragen und schreibt die Antworten auf. Die Antworten behält jeder für sich, quasi als Rückversicherung an sich selbst!“

Shackleton ernennt Mr Okumura zum neuen Kapitän und übergibt ihm die Schiffsunterlagen. Als ihm eine persönliche Ernennungsurkunde nebst Visitenkarte überreicht wird, wirkt Sanjuro überrascht. So viel Tradition hat er nicht erwartet.

Shackleton breitet eine Weltkarte aus und zeigt drei mögliche Reiserouten zur Ross-Insel, wobei er darauf hinweist, das der Kapitän diesbezüglich das letzte Wort haben wird.

Routenvorschlag #1

Ortsm~ 13 kn
Portsmouth, England 00d 0h
Ponta del Garda, Azoren1.3254d 6h
Colón, Panama3.39010d 21h
Panama-Stadt, Panama450d 5h
Dunedin, Neuseeland6.63021d 6h
Hobbarts, Auckland-Inseln4001d 7h
Ross-Insel, Antarktis 1.5204d 21h
GESAMT 13.31042d 18h

Routenvorschlag #2

Ortsm~ 13 kn
Portsmouth, England 00h
Santa Cruz, Kanaren1.6505d 7h
Buenos Aires, Argentinien4.75015d 5h
Stanley, Falkland Inseln 1.1353d 15h
Drakestraße 6001d 22h
Ross-Insel, Antarktis3.25010d 10h
GESAMT 11.35536d 11h

Routenvorschlag #3

Ortsm~ 13 kn
Portsmouth, England 00h
Gibraltar, England1.1203d 15h
Port Said, Ägypten1.9106d 13h
Suez, Ägypten850d 7h
Djiboui**
Perth, Australien**
Ross-Insel, Antarktis9.500 ^30d 12h
GESAMT 12.61541d 4h

Packard übergibt die Frachtliste an Mrs Charie: „Bitte überprüfen sie diese Liste. Wie wollen Fehlendes ergänzen und Unnützes nicht mitnehmen.“ Schon nach dem ersten Blick entdeckt ihr geschulter Verstand bereits die ersten Unstimmigkeiten und stellt sich zurecht die Frage: „Wie kann das sein?“

Packard informiert die Investigatoren darüber, dass maximal drei Flugzeuge in die Laderäume passen. Aufgrund der Laderaum-Maẞe müssen die Flugzeuge für den Transport rückgebaut werden, d.h. Flügel und Leitwerk sind während der Seereise demontiert. Packard empfiehlt: „Alle Bauteile sind im Vorfeld entsprechend zu kennzeichnen und durch passende Verankerungen gegen verrutschen zu sichern.“

Die Maschinen der Quest

Die Investigatoren beginnen persönliche Gespräche. Mrs Charie unterhält sich kurz mit Mr Kerr über den Antrieb des Schiffes und stellt auch noch viele Fragen an Shackleton.

Mr Okumura tauscht erste Worte mit dem Navigator Jeffrey aus, dem wohl wichtigsten Mann unter seinem Kommando: „Den Rest der Mannschaft werden sie in diesen Tagen kennenlernen.“

Shackleton informiert Lord Carnarvon über die “Weisse Wand“, ein Wetterphänomenen das die Sicht auf bis zu einen Meter einschränkt.

Um die Frage zu beantworten wie sich die Quest-Expedition finanziert: Durch Eigenkapital, kleine, mittlere und grosse Spenden sowie staatliche Förderung: „Nehmen mindestens zwei Studenten an einer britischen wissenschaftlichen Expedition teil, winken Zuschüsse.“

Kabinen und Schiffsmesse

Die Investigatoren interessieren sich natürlich für ihre Kabinen und diese werden ihnen umgehend von Wild gezeigt: „Bitte tragen sie auf diesem Plan ihre Namen ein.“

Shackleton ist zunehmend begeistert: „Es gibt so viel zu tun, genau darum brauche ich sie ja! Und Mrs Charie, ganz ehrlich, sie wissen schon so unglaublich viel!“ Er schenkt einen Gin ein und bietet den Investigatoren daraufhin das Du an: „Meine Freunde nennen mich Shakley!“

Gegen 3 pm verabschieden sich die Investigatoren und verlassen leicht beschwipst Portsmouth um nach Sailsbury mit den verbleibenden zwei Automobilen zu fahren. Denn das Anwesen von Thomas Beckford, es hat sicher auch noch etwas zu enthüllen.

Die Investigatoren erreichen Fonthill Abbey gegen 6:30 pm. Das geschmiedete Zugangstor ist mit einer Kette nebst Schloss versperrt. Ein Schild hängt am Tor: „Betreten verboten, Einsturzgefahr!“ Col Winterbottom öffnet mit seiner Fertigkeit das Schloss mühelos.

Auf dem Kiesweg finden sich Abdrücke von zwei, vielleicht drei Personen und einem Lastkraftwagen, zu erkennen an Radstand und Reifenbreite. Sie sind einige Tage alt. Hinter dem gewundenen Zugangsweg durch den Wald kommt das Folly zum Vorschein. Und es ist (vielleicht) romantischer als je zuvor.

Fonthill Abbey with collapsed tower

Auffällig: Ein Zugang zum Südtrakt ist nachträglich durch Holzbohlen abgestützt worden. In den zwei dahinter liegenden Räumen ist zum Teil die Decke eingestürzt. Nachdem die Investigatoren einen Teil des Schutts beiseite geräumt haben, finden sie einen Seesack und ein beschädigtes Gemälde. Der Seesack enthält ein leeres Tagebuch mit den Initialien TB und eine Holzkiste, etwa Havanna-Klasse, 18 x 14 x 13 cm.

In der Holzkiste befindet sich ein ungewöhnlicher Gegenstand aus Metall. Er ist ähnlich einer Gurke oder Zitrone geformt.
Das Gemälde zeigt Dante und Virgil am Eingang zur Hölle und ist von dem Maler William Blake, wie die Investigatoren der Rückseite entnehmen.

Den Zugang zur Bibliotheksruine über ein Fenster, die durch eine Kletterprobe bestanden werden kann, bewältigt nur Mr. Winterbottom, der Rest bleibt leider zurück. Es kommt sogar zu einem Unfall bei dem Erste Hilfe an Lord Carnarvon geleistet werden muss. In den Trümmern der Bibliothek findet Mr. Winterbottom einen Foliant mit dem Titel: „Quintum Elementum“ und zwei weitere Gemälde.

Alle geborgenen „Schätze“ werden fachmännisch verladen und die Investigatoren kehren am Abend nach Halton House zurück. Am Kamin, bei einem Gin und einer magischen Zigarre, keimt noch eine Idee bezüglich des Briefnetzwerkes auf: „Einen Faltplan der Tube von 1921 auftreiben, könnte es so einfach sein?“