Visiting Himeji Castle
Octobre 28 1919 Tuesday 10am
Herr Yoshimura gibt uns eine Führung durch Himeji Castle. Er erwartet uns am bereits am Burgtor:
Der Burgherr wollte die Reste der Burg abreißen lassen, um Platz für Wohnungen zu schaffen, was jedoch ob der Massivität der Anlage ein unmögliches Unterfangen wäre. Er scheint sichtbar verärgert wegen der entgangenen Einnahmen. Unser Vorschlag ein Hotel für ausländische Touristen daraus zu machen – gerade der verfluchte Brunnen ist ein nicht zu unterschätzender Attractor – lehnt er jedoch ab. Zu groß ist seine Angst vor marodierenden Touristenströmen… Überfremdungsangst?
Die Räume der Burg sind meist leer, hier und da liegen ein paar Bambusmatten umher. Ich finde eine kleine, alte, schlicht, aber elegante Fleischforke im Staub einer der Zimmerecken. Als designierter Küchenutensilienvertreter freue ich mich besonders über diese Antiquität…
Herr Hiroshi Yoshimura zeigt uns nun die anliegenden Grünflächen der übrig gebliebenen Kernanlage der Burg, auf der sich auch der verfluchte Brunnen befindet.

Der Burgherr verabschiedet sich, wir dürfen noch in den Gärten verweilen. Kaum ist er außer Sichtweite, bereiten wir den Abstieg in den Brunnen vor. Seile werden an den Stelen festgemacht. Mycroft & Henry werden hinabsteigen. Tetsuya Hirata wird höflich aufgefordert, uns zu verlassen und lieber seine Doktorarbeit voran zu bringen…
Langsam seilen wir sie hinab, der Schacht ist gute 80m tief. Der Brunen ist gemauert und trocken. Ich versuche so gut es geht eine Verbindung aufrecht zu erhalten, in dem ich in regelmäßigen Abständen Statusreports anfordere. Unten angekommen bricht die Verbindung ab, das letzte was ich aus dem Schacht noch verstehen kann: „…ein Windzug an meinem Ohr…höre ihn schon lange, aber es wird nicht lauter…“
Dann schallen schreckliche Schreie aus dem Schacht…
Ragnar und ich beginnen sofort reflexartig die Seile zu pullen. Fast im Alleingang zieht er die Schachtlinge hinauf. Meine Kraft reicht grad noch, Mycroft und Henry geschwind über den Brunnenrand zu holen. Henry ist verletzt, geschwächt und geschockt. Dort unten hatten sie eine Geistererscheinung der Magd Okiko, deren Berührung kalt und übermenschlich fordernd gewesen sei. Mycroft bringt ein zerkülltes Pergament mit ans Licht. Wir kehren unverzüglich ins Hotel zurück.
5pm Wir zeigen Mr. Hirata das Pergament aus dem Brunnen:
Das Zeichen in der Mitte ist in das Pergament geprägt und ist das Zeichen des Kaisers. Wir sehen 10 Laternen, die den Toten gedenken, 6 davon sind nummeriert. Folgt man den Zahlen ergibt sich ein Sonnensymbol um das Kaiserzeichen herum. Es zeigt den Ashikaga-Clan, den Gründer und seine 9 Nachfahren. Die konzentrische Aufstellung der Laternen weist auf eine unbekannte Familiengrab-, bzw. gedenkstätte hin, die für die damalige Zeit sehr unüblich war! Der 9. Nachfahre war derjenige, der die Magd Okiko in Brunnen stieß – wir kennen ihn aus dem Kabuki-Theaterstück – der 8. war sein Bruder, der dann Shogun wurde.
Wir beschließen heute noch zum „Schrein der Füchsin“ in Kyoto zu reisen, um weitere Hintergründe für uns aufzudecken. Hoffentlich können wir die Kreise bald enger ziehen…
Um 2:30pm sind wir alle abreisebereit und brechen auf.












