Puteus
Kurz Frühstück im Hotel; es gibt Reisküchlein mit Auflagen. Mr Winterbottom scheint verstimmt, seine mitternächtliche Bitte wurde wohl abgewiesen. Als Wegzehrung wird uns ein Bento angerichtet.
Wir laufen zu Fuss zur Burg und werden bereits erwartet. Mr Yoshimura führt uns herum und lamentiert: Als Bauland wäre der Hügel besser geeignet und eine gute Investition. Sehen Sie doch das neu bebaute Umland. Leider lässt sich die Hauptburg nicht niederreissen. Lord Carnarvon und Mr Winterbottom versuchen das Gespräch auf den Verkauf der Burg zu lenken doch Mr. Yoshimura zeigt kein Interesse: ‚Touristen die unsere Jugend verderben und unsere Kultur beeinflussen sind nicht erwünscht‘ – Eine Form von ‚Überfremdungsangst‘?
Zunächst zeigt er uns die Räumlichkeiten der Burg die weitestgehend leer stehen. Hier und da noch einige Möbel und Utensilien. In einer Ritze zwischen zwei Bodendielen finde ich eine goldene historische japanische Münze. Im ehemaligen Schlafgemach hängt ein Bild das mir auffällt.

Anschliessend besichtigen wir den Garten mit dem verwunschenen Brunnen. Ich werfe einen Stein hinein, er fällt rund fünf Sekunden bis er mit einem ‚Klick‘ aufschlägt. Kein Wasser am Grund. Mr Winterbottom lauscht und hört ein Rauschen aus dem Brunnen, alle anderen hören nichts. Hat Mr Winerbottom etwas am Gehör? Er überredet mich mit ihm in den Schacht hinabzusteigen. Dazu holt der Kapitän noch seine Seile aus dem Vorrat und so können wir, doppelt gesichtert, den Brunnenschacht erkunden.
Als wir die 60 m Tiefenmarke passieren verliert Mr Winterbottom den Halt am Seil und ich kann ihn gerade noch auffangen. Er hört immer noch das Rauschen, hat er etwas am Innenohr? In der Aufregung rutsche ich ab aber Mr Winterbottom, der sich über mir befindet, kann mich im Gegenzug festhalten.
Kurz vor dem Grund greife ich neben das Seil und komme unsanft auf dem Lehmboden auf. Mein Knöchel scheint verstaucht. Jetzt höre ich auch das Rauschen sehr deutlich. Ich blicke mich um, in 2 1/2 m Höhe scheint etwas in einer Nische versteckt zu sein. Mr Winterbottom klettert hinauf und wirft mir eine Papierkugel zu.
Was dann geschieht mag ich kaum zu beschreiben: Ein Wesen erscheint aus der Schachtwand, was für ein Anblick! Mich durchfährt ein kalter Schauer und meine Kräfte schwinden als es mich berührt. Dann werde ich ‚hochgezogen‘, das Wesen berührt mich ein weiteres mal und mir wird kälter. Nach 30m aufwärts scheint es uns nicht weiter zu verfolgen. Nur noch dunkel kann ich mich erinnern wie uns Cpt Wigbold aus dem Brunnen zieht. Im Schatten des Brunnens muss ich mich kurz erholen.
Als wir gen Mittag in das Hotel zurückkehren übersetzt uns Hirata das Pergament ansatzweise: Bei der Abbildung handelt es sich um sog. Grablaternen, gewidmet den Mitgliedern des Ashikaga-Clans. Sechs von ihnen haben Zahlen.
Ich mache mich frisch und wir erhalten ein Bento.
Halb drei Abreise nach Kyoto das wir um pünktlich um zwei Minuten nach halb fünf erreichen.
Umgehend besuchen wir den Fuchsschrein (Inari Teisha), in dieser Form die größte Schreinanlage Japans.
Am Eingang schaut mich eine Füchsin an, mir wird etwas mulmig. Wir treffen auf eine Tempeldienerin und Hirata spricht sie in unserem Namen an. Die Tempelgebäude dürfen nur von Priestern betreten werden, außer auf Einladung (z.B. um einen Fluch loszuwerden). Ihr Priester, der weise Shirosama, kann uns empfangen, dann verschwindet sie.
Nach kurzer Absprache gehen wir in den Tempel. Schuhe ausziehen, und alles nachmachen rät uns Hirata. Mit gesenkten Blick betreten wir das Gebäude und im Halbschatten sitzt ein alter Mann mit weißem Bart. Hirata übersetzt ihn: Was ist Euer Begehr?
Wir berichten von unserem Fluch.
Dann bittet er mich zu sich und überreicht mir eine Phiole mit einer orangenen Flüssigkeit. Sie dient da´zu ‚um meine Stärke wiederherzustellen‘.Ich bedanke mich höflich und werde später eine Spende entrichten.
Auf Nachfrage zum Theaterstück weiss er nichts und wir zeigen im das Pergament. Es gibt Gerüchte das vor rund 500 Jahren ein solcher Laternenkreis entdeckt wurde. Von einem Jungen, der sich in dem Waldgebiet, das den Schrein umgibt verlaufen hatte.
Anschliessend bietet er uns Zauberutensilien an die uns auf unserer Suche helfen können. Ich kaufe ein Glücksamulett.
Hirata verabschiedet sich in unserem Namen mit einem langen Satz den ich nicht verstehe.
Wir mieten uns Zimmer in einem nahgelegenen Hotel, nehmen eine Erfrischung zu uns und gönnen uns einen kurzen Schlaf. Denn zehn Uhr abends wollen wir aufbrechen.
Als wir die Schreinanlage erreichen ziehe ich meine Schutzrobe an. Wir durchschreiten schnell den Tori-Gang und erreichen kurz vor Mitternacht den Gipfel des Hügels.
Wir schauen uns aufmerksam um und entdecken eine auffällige überwucherte Stelle, umgeben von fünf kleineren. Wir buddeln ein wenig herum und legen den Ort aus dem Theaterstück frei! Die Stelen!










