* Schrecken durch Magd & Bein
Nach einem etwas dürftigen Frühstück mit grünen Tee & Fisch & Reisbällchen machen wir uns frisch, ich bespreche mit dem Lord noch kurz die Möglichkeit, die Burg einfach zu kaufen, falls der Besitzer sich dazu bewegen läßt. Er ist nicht abgeneigt, eine solche Immobilie zu erwerben. Zumal der Verkaufschlager „verflucht“ auf der Burg lastet, was auch eine Einnahmequelle bedeuten kann. Ich packe auch 25 Yards Hanfseil sowie Kletterutensilien ein. Anschließend erreichen wir pünktlich die Burg, wo uns auch schon der Besitzer freundlich & neugierig erwartet.
Zunächst zeigt er uns die Haupthalle, wo wir schnell zu dem Thema kommen, wie es um die Finanzen gestellt ist. Lange reden wir über die Möglichkeit des Erwerbs, aber eine Bemerkung vom Lord, daß er viele europäische Besucher hierher locken will, mißfällt ihm sehr. Er lehnt höflich ab, gewährt uns aber einen Blick ins Innere und in den Garten. Meine Gefährten suchen heimlich bei der Führung nach versteckten Hinweisen, wobei ich den Besitzer ablenke. Leider ergibt die Suche wenig, nur der Lord findet wieder ein auf die Legende hinweisendes Bild.
Uns interessiert aber eigentlich der Garten, insbesondere der Brunnen. Zielstrebig wollen wir dahin! Dort angekommen, bitten wir ihn, uns hier etwas allein aufzuhalten, um die Atmosphäre in uns aufnehmen zu können. Es zahlt sich oft aus, exentrisch aufzutreten. Auch in diesem Falle stimmt er zwar verwundert aber freundlich ohne Nachfragen zu!
Nachdem er verschwunden ist, lausche ich sofort am Brunnen. Ich höre ein Rauschen, wie ein Windhauch oder das Meer, jedoch klar unnatürlichen Ursprungs! Die anderen scheinen mir nicht zu glauben, aber bedrängen mich zugleich mich abzuseilen – was ich, still in mich grinsend – an die Bedingung knüpfe, daß ein Henry mit mir kommt. Er widersteht mir ganze 10 Minuten, bis ich ihm das Klettergeschirr anlegen darf. Diskret weise ich Herrn Hirata darauf hin, daß wir nun einen unheimlichen Teil unseres begehen werden. Kurz will er bleiben, da auch seine Neugier geweckt ist, doch seine Vernunft rät ihm, wieder zu seinen Studien zurückzukehren.
In der Zwischenzeit hat der Kapitän mitgedacht und weiteres Seil geholt. Man schätzt die Tiefe auf über 80 Yards! Froh darüber, keine Augenzeugen unseres merkwürdigen Verhaltens zu wissen, klettern wir, ich voran, den zischelnden Brunnen hinunter. Nach einigen Ausrutschern, wo Henry & ich uns gegenseitig stützen, erreichen wir den Boden. Henry rutscht dabei ungünstig auf seinen Knöchel, der ein unschönes Geräusch von sich gibt. Gerade, als ich seinen Fuß untersuchen will, sieht der Schotte etwas in der Brunnenwand über unseren Köpfen. Sofort springen wir auf, doch wegen seiner Verletzung klettere ich voran.
Als ich näherkomme, sehe ich, daß es ein Stück gekäultes Pergament ist. Ich zupfe es heraus, werfe es Henry zu und lasse mich herunter. In diesem Moment wird das Rauschen lauter & schriller. Instinktiv springe ich zum zweiten Seil, schaue hinter mich & sehe den Geist der Magd Oiki!
Sie verfehlt mich & ich spreche einen Schutzzauber von Prinn. Der Geist greift nun aber Henry an, es erwischt ihn, durchfährt mit einem Kreischen! Mein Mitstreiter wird ganz blau vor Kälte & taumelt am Seil. Ich schwinge mich zu meinen eigenen, rufe zu meinen Kameraden um Hilfe & ziehe uns nach oben. Mit gemeinsamer Kraft schaffen wir es schnell, den Brunnen ohne weiteren Kontakt zu verlassen. Henry ruft unentwegt irgendwas, aber ich klettere samt seinem schlaffen Körper an die Öberfläche. Henry legt sich erstmal hin. Wir untersuchen das Fundstück.
Da niemand etwas von der Sprache genauer versteht, beschliessen wir, es unseren Übersetzer zu zeigen. Als Henry sich erholt hat & ich ihm sein Fuß versorgt habe, brechen wir diskret mit einer schnellen höflichen Verabschiedung beim Burgherren auf.
Im Hotel sprechen wir sofort mit Mr. Hirata, der uns schnell helfen kann. Es handelt sich um Grablaternen alle Namen der Führer des Ashikaga Clans, sechs von ihnen sind nummeriert. „Wieder ein Rätsel, die sind komplizierter als die Inder.“ denke ich mir so bei mir.
Nachdem sich alle etwas zurückgezogen & erfrischt haben, fahren wir gemeinsam mit der Bahn zum Fuchsschrein. Als wir dort eintreffen, ist die Größe beeindruckend. Immer wieder tauchen Tore auf, die bei Durchschreiten Glück & Segen bringen sollen. Schnell entdecken wir auch die Kollekten, die zuhauf zwischen den Bauten stehen. Als wir uns umsehen, kommen wir mit einer Mitarbeiterin in Kontakt, die uns eine Audience bei dem Hohepriester Shiro Sama arrangiert. Mit großem Respekt näher wir uns der Würdengestalt.
Nach einer kurzen Vorstellung bitten wir ihn um Hilfe, erzählen offen von unseren Fluch. Henry zeigt ihm zudem das Pergament. Er berichtet uns, daß laut einer Legende ein solcher Friedhof im nahegelegenden Wald gefunden. Endlich eine Spur!
Weiterhin bietet er Henry eine Phiole an, die zur Herstellung seiner jüngst verlorenen Kräfte dient. Ich frage nach weiteren Schutz, worauf er uns Amulette anbietet. Da ich nichts verstehe, greife ich mir zunächst eines. Dann erklärt er, dass ich alle bestimmte Kräfte verstärken. Ich habe Fruchtbarkeit bekommen. Ich erröte leicht, denke kurzzeitig an weitere Familienplanungen, aber verwerfe dieses Hirngespinst, die Zeiten sind viel zu verrückt. Wie Henry tausche ich es gegen Glück, was mir wohl mehr dient.
Während Hirata uns der Etikette langatmig bedankt & verabschiedet, gebe ich 50 Pfund Sterling der Kassenwärterin, die ihre Augen weit aufreisst. Sie meint sie könne nicht wechseln, was ich mit auch ablehne. Dieser Besuch war uns sehr wichtig & hilfreich“ bedanke ich mich erneut. Mit einer tiefen Verbeugung verabschieden wir uns, gleichwohl mit dem Versprechen, den weiteren Verlauf ihnen mitzuteilen.
Anschliessend fahren wir zu einer zweitklassigen Pension, um uns auszuruhen & zu erfrischen. Leider gibt es keine Masseusen, daher gehe ich zerknirscht zu Bett. Wir beschliessen um zehn Uhr abend wieder aufzubrechen.
Dort angekommen ziehen wir uns selbstgemachten Schutzroben an. Wir durchstreifen nach Durchquerung der Tori-Tore das Waldgebiet, bis wir den Hügel erreichen. Nachdem wir uns dort umschauen, entdecken wir fünf vermoderte Stelen, wie im Theaterstück, die wir freimachen. Blutlachen werden ausgemacht…Wir beraten und entschliessen morgen wiederzukommen, um der Geisha den Gar auszumachen. Beim Heimweg streichel ich das Schwert & frage den Lord, ob er mit mir einen Waffengang macht, damit ich geübt bin, was er bejaht.












