Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Up to the monastery!

August 18 1920 Wednesday

5am Schnelles Aufstehen, desayuno, aufsatteln und los…

Es ist leicht neblig, aber angenehm warm; ein perfektes Wetter für unseren Ausritt.

7am Wir kommen an einem Ort vorbei, der aus nur vier Steinhäusern besteht. Vor uns baut sich die Bergwand der Pyrenäen im Dunst des Nebels auf. Die Sicht wird immer schlechter. Bald ist der Zeitpunkt gekommen, uns anzuseilen, zu dicht wird der Nebel. Wir erzählen uns schlechte Witze, um die Stimmung zu heben…

Ein Gebetsschrein dampft aus dem Nebel hervor. Henry steigt ab und kniet wie ein Pilgerer vor dem Bogen aus Schiefer nieder. Er hat als einziger von uns wieder eine Vision von sich als dem schwarzhaarigen Gralsboten auf der Flucht: Artas ist freut sich dem Ziel so nahe zu sein und trägt das Paket mit Stolz weiter in die Berge hinauf…

Wir sind auf dem richtigen Weg!

Langsam verschwindet der Nebel und gibt den Blick auf die Vegetation frei: Sie ist verdörrt, wie verbrannt. Ödland empfängt uns. Aus der Ferne beobachtet uns ein wilder, räudiger Hund…

Ein schmaler Steg führt uns nach oben. Nach zwei Stunden schaukelnden Fortbewegens erreichen wir das Benediktinerkloster ohne jegliche Zwischenfälle. Rauch steigt auf. Wir wissen jedoch nicht, ob das die Mönche sind oder ganz anderes Personal…

Ein Mönch in brauner Kutte, auf einem Auge blind, fegt den Hof vor dem Kloster. Wir begrüßen ihn und Pater Miguel erzählt uns von sich und dem Kloster, das 927 nach Christus gegründet worden ist, 300 Jahre vor der Erstürmung der Feste Montsegur durch die Franzosen und die Inquisition. Er führt uns im Kloster herum…

Im zentralen Chorhaupt unter dem Felsvorhang steht eine Kopie des Heiligen Grals. Hier soll der Santo Chalico um 1100 herum verehrt worden sein. Wir betrachten eine Krone mit weit ausladenden Griffen, die ein Herz formen, die auf einer dunklen pompösen Schale thront.

Vatikanischer Protz, enttäuschend. Wir sollten an einer anderen Stelle suchen. Als wir nach Pater Albertinius fragen, weist uns Pater Miguel zu einer Treppe, die auf die „Exotische Ebene“ führt, auf der ein Wandarchiv zu sehen ist, ein Relief der verdienten Äbte des Klosters. Albertinius ist hier verewigt. Ein rundes, freundliches Gesicht in Stein geschlagen. Auch den Namen Artas finden wir hier…

Wir verlassen die „Exotische Ebene“, wie sie Pater Miguel nennt, und fallen im Hauptraum der Kirche wieder einer Vision anheim…

…Es ist so dunkel und ich hab blutige Knie, weil ich so oft hingefallen bin. Aber Artas sagt immer nur: Alleź, mon amies!! Und dann ist da ein Licht im Dunklen, das immer näher kommt…Und dann beten wir unter einem Felsvorhang und Männer in brauen Kutten kommen und bestaunen uns…Artas fragt nach Albertinius und übergibt ihm das Paket. Der runde Mann ist auf einmal ganz froh! Ich glaube, da ist ganz bestimmt das liebe Jesuskind in dem Paket drin…Dann haben wir alle Knollensuppe bekommen…das war so lecker, ich hab die Holzschale dann noch ausgeleckt. Ich bin satt und fühle mich wieder stark…Dann fragt Artas, wo denn das Paket hin soll und der runde Mann sagt mit leiser Stimme, dass es auf eine Burg in Deutschland kommen soll…Ein kleiner, blonder Jüngling und ein schwarzer Ritter reiten auf einmal in die Nacht hinein. Ihr Pferdegetrappel ist noch lange in dem stillen Gebirgstal zu hören….

Ich schaue genauer hin. Mir scheint bei den Visionen, in denen ich Pierre bin, kann ich Einfluss auf ihn nehmen, wohin er schaut und was er tut

Der junge blonde Minnesänger ist Wolfram von Eschenbach und er ist in Begleitung eines Ritters des Stauffengeschlechtes, erkennbar an den Formen und Farben seiner Rüstung. Sie reiten zur Wildenburg in der Nähe von Mainz...So deutlich sehe ich durch Pierres Augen, dass ich die Situation interpretieren kann, noch während ich sie mit Pierre erfahre…

Die Vision wird schwächer und verweilt nicht mehr in der Gegenwart. Ich sehe Artas als alternden Mönch im Kloster San Juan de la Peña.

Er blieb und wurde glücklich an diesem Ort. Pierre sehe ich nicht mehr, doch die Vision endet mit einem Lächeln von ihm…

Ich schaue in unsere aus der Vision erwachende Runde, wir hatten sie wieder gemeinsam, und fühle mich gestärkt. Auch ich fühle das Glück, dass Artas und Pierre erfahren haben. Eine wohltuende seelische Stabilisierung macht sich in mir breit…Ich sehe in den Gesichtern meiner Begleiter, dass es ihnen genauso ergeht.

Wir müssen also nach Deutschland, in das Oberst-Vogel-Land, direkt in das Feindesland. Wir haben immer noch zwei Tage Vorsprung, die wir nutzen sollten. Aber auch unser Feind verfügt über Funk…

Für die Mönche ist es an der Zeit nun schlafen zu gehen. Sie drücken uns eine Handvoll Stroh in die Hand und weisen uns in die umgebenden, bereits verfallenen, kleinen Steinhäuser zur Nachtruhe…

Leider kann ich keinen meiner Mitstreiter überzeugen, weiter unten in dem Felsen nach Höhlen und Gängen zu suchen. So spreche ich mit Sanjuro in der Nacht noch einige Optionen durch, wie wir unsere deutschen Gralssucher mit Sprengungen in den Felsschluchten ein für allemal ausschalten könnten…

Am kommenden Morgen werden wir wieder so früh wie möglich nach Jaca zurückreiten und unverzüglich nach Wildenberg fliegen…

Ich bin tatendurstig, und es fühlt sich gut an. Sanjuro lacht herzlich, als ich plötzlich aufspringe, um Mr. Ferguson zu cabeln, er solle sich bereit halten…