Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Towers of Dream

5 January 1922 Thursday Day45/2

‚ti ke le li li‘ hört Carla während ihrer Nachtwache entfernt aus der Stadt, mehrfach und dreistimmig, ebenso wie der Colonel. Wir sind hier nicht allein!!

Ich höre bei meiner Nachtwache nichts…

Nach einem heißen Kakaofrühstück entwickle ich die Photos und setze sie zu einem Stadtplan zusammen. Intensiv beraten wir, welche der außerirdischen Gebäude wir untersuchen wollen…

Carla berichtet von ihrer Vision, in der sie verschiedene Gebäude in der Stadt strahlend weiß sah. Sie erkennt einen Turm auf der Karte wieder, der in ihrer Vision ein fünfeckiges Wappen trägt. Er wird unser nächstes Ziel sein. Die vier Kilometer werden wir fliegen. Zum Laufen ist diese Strecke zu weit und kalt!

Wieder erwartet uns ein niedriger, 5eckiger Eingang in das Gebäude. Eine Schneewehe erstreckt sich dort hinein. In ihr erkennen wir Fußspuren, die in das Gebäude hineinführen. Sie sind schon verweht, keine drei Monate alt, aber sie sind deutlich in Pentapodengröße…

Wir gehen rein, in einen 50x50m großen Raum, in dessen Mitte eine monolithische SteinStruktur steht, aus deren Mitte ein Rechteck ausgeschnitten wurde. Ich erkenne sofort darin die Glyphe für ‚Stele’…

Aus der hohen Dachöffnung fällt ein Lichtstrahl auf ein Prisma, das auf einem Podest liegt und farbige Lichtstrahlen im Raum verteilt.

Ein sanftes Brummen erfüllt den Raum, das von weiter oben zu kommen scheint. Wir folgen ihm und steigen eine Rampe zum nächsten Stockwerk hoch…

Dort steht auf einem Podest eine pyramidale Strukturform mit einer Höhe von 2m. Von ihr geht das Brummen aus, bei Annäherung werden die Vibrationen auch körperlich spürbar…

Mein Pendel schlägt deutlich aus: Senkrecht steil nach oben zieht es stark hoch. Ich muss es festhalten!

Wir kehren erstmal wieder nach unten zurück und mir fällt die Aufgabe zu, mit dem Prisma zu experimentieren…

Ich drehe es vorsichtig, bis der Lichtstrahl in die Stelenskulptur fällt. In dem Hohlraum der Skulptur baut sich ein schmaler Lichtstrahl auf, der nur ein 5tel des Raumes, trotzdem deutlich dreidimensional erkennbar, ausfüllt. In dem schmalen Lichtblock bewegt sich etwas….

Es befinden sich noch weitere vier Podeste in dem Raum, positioniert rund um die Steele, bei denen aber jeweils das Prisma fehlt.

Wir schauen nur kurz zu und brechen dann das Experiment ab. Ich nehme das Prisma mit auf das nächste Stockwerk zur Pyramide. Ich fange das Licht ein, lasse die Strahlen auf die pyramidale Form scheinen…

Trifft rotes Licht auf die rot getönte Oberfläche der Pyramide, beginnt sie an dieser Stelle transparent zu werden. Doch wir warten nicht ab, bis wir in die pyramidale Struktur hineinschauen können…

Ich nehme das Prisma an mich.

Die pyramidale Struktur auf dem Podest liegt auf einer mit Flüssigkeit gefüllten Schale. Mit einem Messer versuchen wir eine Probe zu entnehmen, doch das Messer verbiegt sich bei dem Versuch erfolglos. Erst Carla schafft es mit einer Glasphyole eine Probe gefahr- und verlustlos zu entnehmen…

Doch jetzt gilt unsere Neugier dem äußerlich identischen Turms auf der gegenüberliegenden Seite des ehemaligen Flusslaufes, zu dem wir mit der Martinsyde hinübersetzen. Der gleiche fünfeckige Eingang, der gleiche große 50x50m große Raum. Nur steht hier keine Stele sondern ein 8m großer Ring (der kein Ring ist, sondern zwei Kreise). Eine weitere Glyphe, deren Bedeutung wir bisher noch nicht vollständig erfasst haben…

Auch hier finden wir fünf Podeste, bereit mit Prismen bestückt zu werden. Auf dem Boden der Halle finde ich ein weiteres Prisma. Ohne weitere Worte beginne ich unserer Neugier nachzugeben. Mit nun zwei Prismen beginne ich den Steinring zu bestrahlen…

Ringförmige Sektionen aus Licht werden nun dreidimensional deutlich. Halbtransparente Sphären zeichnen sich vor unserem Auge ab, schon sehr viel deutlicher als nur mit einem Prisma. Wir sehen deutliche Bewegung darin, ohne uns erklären zu können, was das ist. Es sieht so aus, als ob dort etwas durchgeht, wandert… Ein Portal? Oder gar ein Gefängnis? Hindurchgehen oder aussperren?

Aus dem Obergeschoss hören wir kein Brummen, gehen aber trotzdem neugierig hinauf…

Dort steht ein riesengroßer Kristall, weißbräunlich glänzend und von hoher Energie. Mein Pendel schlägt wild und heftig in alle Richtungen aus, und ich ziehe es zurück, bevor es noch mich oder andere verletzt…

Wir schauen in den Kristall hinein und sehen gigantisch sich drehende Strukturen, wild, verstörend, dimensionslos, nicht von dieser Welt. Eine gewaltige Schnauze fängt meinen Blick direkt durch den Kristall ein… und schnüffelt an mir…

Blutleer wird mir klar: Ich schaue einem Hund von Tindalos in die Augen. In den Kristall schaue ich in den nicht-euklidischen Raum…

Geschockt schrecken wir zurück

Schnell verlassen wir diesen Raum und schauen uns das Dachgeschoss an. Dort finden wir einen riesigen Schneehaufen, der allerdings zu groß für eine Untersuchung ist. Der Schnee kam durch die Dachöffnung hereingeweht. Es ist hier kalt, sehr kalt…

Hier brechen wir unsere heutige Expedition ab und fliegen in unser Basislager zurück…

In den wenigen Minuten in der Luft, mit der stillen, weißen Stadt unter mir, wünschte ich, ich wäre damals schon hier, vor Millionen von Jahren, als sie noch grün, belebt, voller Wissen war…

Mein innerer Hund heult auf…