The Chalice Well Portal
August 1 1920 Sunday 00:00
Endlich ist Ruhe eingekehrt in Glastonbury. Der Vollmond steht kreisrund über dem Valley of Avalon. Unser Expeditionsteam stellt sich im Kreis um den Brunnenschacht auf und ich beginne wieder zu pendeln…
Der Deckel hebt sich, so wie in meiner Vision ist der Sternenhimmel darin zu sehen. Henry springt sofort lächelnd durch das Portal. Ragnar schaut widerwillig in das Loch und meint es Zeit für einen Mitternachtsimbiss und verläßt uns, um den immer noch üppig gefüllten Picknickkorb im Silverghost zu plündern…
Dann springe ich durch das Portal, gefolgt von Sanjuro…
Ich gleite durch einen schwarzen, kühlen Schlauch und lande in totaler Dunkelheit in hüfthohem Wasser. Kurz darauf trifft mich ein Schlag, der mich unter Wasser drückt… Sanjuro ist direkt auf mir gelandet…
Als sich unsere Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, sehen wir, dass wir uns in einer Höhle befinden, der Brunnendeckel über uns ist verschlossen. Im Wasser bewegt sich irgendetwas, streicht um unsere Beine. Schnellstmöglichst fliehen wir auf einen Felssims am Rande der Höhle, der nicht unter Wasser steht. Der Vorsprung wurde eindeutig aus dem Fels heraus gearbeitet und ist nicht natürlichen Ursprungs.
Die Höhle ist nicht sehr groß und scheint recht übersichtlich zu sein. Sie hat an der gegenüberliegenden Seite einen schmalen Wasserzulauf, der ins Dunkle führt…
Henry entzündet seine Carbidlampe, fasst sich Herz und Mut, springt wieder zurück ins Wasser und geht in Richtung der einzigen Öffnung der Höhle. Ein kurzes blubberndes Schnappgeräusch und Henry ist verschwunden. Seine Carbidlampe versinkt langsam im Wasser und verlischt, noch bevor sie den Boden erreicht…
Ohne zu zögern springt Sanjuro mit gezücktem Katana ins Wasser…
Ich stehe weiterhin auf dem Felsvorsprung, als mich Hände berühren und mich abtasten. „Ist er der Richtige?“ höre ich es hinter mir wispern. Ich erstarre wie gelähmt…
Plötzlich ist alles vorbei. Henry steht mit der Carbidlampe wieder mitten in der Höhle, mir stehen noch die Haare zu Berge. Auf dem Felsvorsprung stehe ich wieder alleine…
Es war alles nur eine Illusion, auch dieser „Wasserdrache“. Nur Sanjuro wirbelt noch im Wasser mit seinem Schwert herum, halb durchsichtig, ohne dass die Wasseroberfläche sich aufgrund seiner Kampfhandlungen bewegt. Er ist immer noch auf der Astralebene gefangen. Wir müssen ihn wieder zu uns zurück bringen…
Doch leichter gesagt als getan: Wir stellen uns kreisförmig um ihn und ich versuche ihn mit dem Älteren Zeichen, das ich immer wieder probiere, ihm auf die Stirn zu drücken, auf unsere Ebene zurückzuholen. Doch Sanjuro wehrt sich gegen seine Rettung. Ich brauche drei Anläufe, bevor das Ältere Zeichen auf seiner Stirn Wirkung zeigt und er erstaunt in unsere Gesichter schaut…
Zusammen waten wir daraufhin durch den dunklen Zulauf der Höhle und betreten nicht viel später eine weitere Höhle. Sie leuchtet gelblich warm wie Honig und führt auch kein Wasser mehr.
Im Zentrum gibt es eine runde Erhebung mit 13 Sitzen drumherum. In der Mitte dieser Erhebung erkenne ich eine kleine Mulde, in der sich eine quecksilbrige Flüssigkeit befindet. Über einem der Sitze liegt verquer ein toter Mensch. Wie es aussieht, ein junger Mönch mit Tonsur. In der Mitte seines Schädels klafft ein sternenförmiges Loch. Direkt über ihm können wir eine dunkle, sanft wabernde Wolke ausmachen…
Das Pulver des Ibn Ghazi macht die formlose Kreatur sichtbar:
Ein Wesen verdichtet sich stofflich: silbrig bis grün glänzend, mit vier Augen, vier tentaculoiden Armen sehen wir eine Art Molch sich manifestieren, lang, schmal…nur ist dieser Molch sehr viel hässlicher, als das was wir von irdischen Molchen kennen…
Wie zu erwarten, greift der Höhlendämon sofort an. Sanjuro reagiert als Erster. Er kämpft fantastisch schnell. Doch er kann nicht verhindern, dass Mary-Ann von einem seiner vier Tentakel getroffen wird. Ihr wachsen daraufhin sofort schwarze Pusteln im Gesicht…
Das Vieh holt sich Henry: Eine seiner Tentakel rollt ihn ein und macht ihn bewegungsunfähig. Mit einem Messerwurf trenne ich den Tentakel von seinem hässlichen Körper. Der abgetrennte Arm bleibt um Henry gewickelt und er fällt einfach nach hinten um…
Sanjuro ist nicht zu stoppen. Er gibt alles: Attacke um Attacke wehrt er ab. Ich schaffe es, den Dämon kurzfristig mit dem Einsatz des Älteren Zeichen von Mary-Ann abzulenken und verschaffe Sanjuro so die Zeit, die er braucht, um seinen finalen Todesstoß anzusetzen…
Ein endgültiger Hieb und die Kreatur stirbt laut schreiend und verschwindet ins Nichts. Der tote Mönch auf dem Sitz entfährt sanft in Richtung Höhlendecke und löst sich ebenfalls im Nichts auf, noch bevor er sie erreicht.
Nur ein warmes honiggelbes Leuchten bleibt in dem Raum übrig…
Sanjuro befreit Henry von dem Tentakel, der immer noch um seinen Körper geschlungen ist…
Erschöpft, aber klaren Geistes nehmen wir in den Sitzen rund um die Erhebung Platz. Kaum haben wir uns in den Mulden niedergelassen, erwachsen uns aus der quecksilbrigen Flüssigkeit Bilder:
Ein Mann trinkt mit einem Kelch aus der Quelle und verjüngt sich dabei…Später kehrt er wieder als älterer Mann zurück und das Quellwasser verfärbt sich rot. Er gleitet in den Boden, kehrt mit dem Kelch wieder zurück und verwandelt sich in eine Frau, die in Richtung Winchester Hall geht….
Die Bilder stoppen, die Flüssigkeit in der Mulde ist zu Wasser geworden. Wir kehren zur Höhle unter dem Brunnendeckel zurück, der jetzt geöffnet ist….
2am Oben ist Ragnar zu hören. Er schmatzt vor sich hin und seilt uns erstmal eine Flasche Champagner hinab…
Einer nach dem anderen wird nun durch das Brunnenportal von ihm nach oben gezogen. Ich werde als letzter aus der Höhle geholt und leere erstmal gemütlich auf dem Felssims den Champagner. Ein erquicklicher Trost für diese enttäuschende, stressige Nacht…
Zu fortgeschrittener Stunde preschen wir zurück durchs Hampshire nach Highclere Castle…









