Stopover in Bern
August 19 1920 Thursday 19:15pm
Von einigen Luftlöchern durchgeschüttelt landen wir dennoch sicher in Bern. Direkt vom Flughafen aus ist es möglich, Mary Ann in ein Hospital einliefern zu lassen. Ich begleite sie und erledige die Formalitäten im Sankt Bernhard Hospital, während Henry am Bahnhof Tickets für den Nachtzug nach Frankfurt am Main organisiert, den wir um 9:55pm auf Gleis 4 nicht verpassen sollten…
August 20 1920 Friday 4:25am
Nur ca. 15 Personen steigen an diesem frühen Morgen in Fankfurt aus. Ich quartiere uns direkt gegenüber des Bahnhofs im Grand Hotel ein und weise an, uns sofort ein Frühstück herrichten zu lassen. Der Speisesaal ist um die Uhrzeit noch leer und freue mich darauf, mit meiner historisch-architektonisch interessierten Reisegruppe unter professioneller Führung einen neuen Abschnitt unserer Gralssuche einleiten zu können.
Mare schaut mich irritiert an und fragt mit hochgezogener Augenbraue im perfekten Oxford English: „We dine in public?“ Die Attitude herablassender britischer Entrüstung gefällt mir außerordentlich! Ein weiteres Mal stelle mit höchster Zufriedenheit fest, dass meine Ausbildungsanstrengungen an dieser jungen arabischen Frau volle Früchte tragen!
Während wir Bauernfrühstück und Würste serviert bekommen, kann ich nicht aufhören, in mich hinein zu grinsen… Und gebe ihr die abschliessende Lektion zu diesem Thema: Privatheit oder Öffentlichkeit sind Räume, die die Peers selbst definieren…
Von Bern aus sollen stündlich Zugverbindungen nach Miltenberg bestehen, die letzte Bahnstation, von der aus es nach Kirchzell geht, dem Ort, der vor dem Wilden Berg liegt. Mit diesem Wissen gönnen wir uns erstmal eine kurze Regenerationspause auf den Zimmern.
Einigermaßen ausgeruht besteigen wir am späten Vormittag den Zug nach Miltenberg…









