Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

白い虫 (Shiroi Mushi) – Weisse Würmer

Ich bemerke nun, dass meine Freunde etwas entdeckt haben. Es sieht aus, wie eine Karte, allerdings ist sie schwer zu lesen. Die Straßenzüge sind labyrintisch angelegt. Nachdem ich eine Weile auf die Karte gestarrt habe, beginnt das Bild vor meinen Augen zu verschwimmen. 

Meine Freunde tüfteln schon seit einer ganzen Weile an diesem Rätsel. Karura-san und Senchō glauben nun die Lösung und einen Weg durch die Stadt gefunden zu haben.

Ich beauftrage Finlay Llanworth, zurück zur Mannschaft zu gehen. Die Wasser und Lebensmittelvorräte auf dem Rettungsboot sind nur für eine Woche ausreichend.  Da ich nicht weiss, ob wir von unserem Abenteuer zurückkehren werden, gebe ich die Order, zwei Tage auf uns zu warten, dann den Aufbruch auf eigene Faust zu wagen. Viel Glück wünsche ich ihm.

Wir machen uns auf den Weg durch die seltsame Unterwasserstadt. Irgendwo weit entfernt am anderen Ende der labyrinthischen Straßenzüge können wir ein grünliches Leuchten erkennen. Wahrscheinlich ist dort unser Ziel.

Wir sind schon eine Weile unterwegs, als aus einem der Monolithen aus einem Loch in etwa dreieinhalb Metern Höhe ein blasses madenartiges Etwas hervorkriecht wie ein Wurm aus einem Apfel. Der Wurm mißt um die zwei Meter im Durchmesser und gut und gerne fünf Meter in der Länge. Sein Kopf ist mit drei gefährlich wirkenden Stacheln bewehrt. Wir sind uns einig, dass es besser ist, vor dieser Kreatur zu flüchten, anstatt sich ihr zu stellen.

Auf unserer Flucht werden wir getrennt. Ich bin mit Maikurofuto und Mari-chan zusammen, aber Senchō, Karura-san und Lorudo-san sind nicht zu sehen. Da höre das Signal einer Bootspfeife. Gute Idee, Senchō, denke ich. Wir folgen dem Signalton und finden nach kurzer Zeit wieder zusammen, allerdings sind wir uns einig, dass wir jegliche akustische Auffälligkeit auf unserem weiteren Weg vermeiden sollten. Diese wurmartigen Kreatur sah ziemlich blind aus – vermutlich jagt sie nach Gehör und wahrscheinlich hat sie auch noch einige Verwandte hier unten. Möglichst lautlos folgen wir weiter unserem Weg, doch auch das scheint nur bedingt zu helfen.

Schon bald sehen wir wieder einen weißen Riesenwurm aus einem der Gesteinsschlote kriechen. Wieder entscheiden wir uns für Flucht statt Angriff, doch ich stolpere über meine eigenen Beine und stürze zu Boden. Zudem stelle ich mich auch noch recht ungeschickt bei dem Versuch an, wieder aufzustehen. Der Wurm ist schnell hinter mir und bäumt sich auf, um mich anzugreifen.

So leicht lasse ich mich nicht zu Wurmfutter verarbeiten. Kirishimo gleitet singend aus seiner Scheide. Der glänzende Stahl durchschneidet das Dämmerlicht wie ein Blitz. Souverän und sicher führe ich das Schwert. Ein deutliches Knacken ist zu hören, als Ishidos Meisterklinge den chitinartigen Panzer der Kreatur durchdringt. Eine weiße, wabbelnde Masse quillt aus der Wunde. Maikurofuto schießt von hinten, doch die Kugel aus seiner Feuerwaffe scheinen nicht so viel auszurichten, wie mein Katana.

Der Wurm geht nun zum Angriff über und versucht mich mit seinem stachelbewehrten Schädel zu erwischen. Geistesgegenwärtig springe ich zur Seite und der Stachel Kreatur kracht neben mir auf den Boden.

Der Wurm bäumt sich erneut auf um seine nächste Attacke vorzubereiten. Ich nutze die Gelegenheit für einen weiteren Streich meinerseits. Es gelingt mir, Kirishimo im optimalen Einklang von Kraft und Präzision zu führen. Ich schlitze den halben Bauch der Kreatur auf. Die Bestie windet sich, aber verdammt, das Biest lebt immer noch. Hinter mir höre ich Maikurofuto fluchen, seine Feuerwaffe sichern und seine Machete ziehen.

Der Schädel des Wurms rast erneut auf mich zu. Ich bin zu langsam, zu wenig konzentriert. Der vordere Stachel der Kreatur erwischt meinen linken Oberschenkel und bohrt sich durch das Fleisch. Ich spüre und höre, wie mein Oberschenkelknochen durch die Wucht des Aufpralls bricht und schreie vor Schmerzen auf. „Chikishoooooooo………!“

Ich liege am Boden während der Wurm sich wiederum erhebt, um mir den finalen Stoß zu versetzen. Ich greife nach Kirishimo, das beim letzten Angriff aus meiner Hand geglitten war. Ich kann mein Bein ob meiner Verletzung nicht benutzen, muss also meine nächste Attacke vom Boden aus führen. Ich konzentriere mich auf die Bauchwunde, die ich der Kreatur bereits beigefügt habe. Ich verstehe zwar nicht viel von der Physiologie von Insekten und Würmern, aber ich glaube, dass irgendwo im Unterleib die empfindlichen Systeme und Organe sitzen müssen. Nicht mit voller Kraft, aber mit vollem Einsatz ramme ich Kirishimo erneut in die Unterseite des Wesens. Zeitgleich drischt Maikurofutos Machete auf das Geschöpf ein, dass nun schlaff in sich zusammen fällt. Ich muss mich zur Seite rollen, um nicht von einem Berg aus schleimigem weißen Etwas begraben zu werden.

Nachdem die Gefahr nun gebannt ist, eilt Mari-chan zu mir und versorgt meine Wunde. Sie stillt die Blutung und schient mein Bein provisorisch. Dann verabreicht sie mir Schmerzmittel und etwas gegen die Müdigkeit.