Pacific Pole of Inaccessability
Decembre 15 1919 3pm
Je näher wir dem Pol kommen, desto ungemütlicher wird die See. Der Sturm wird immer schlimmer, ich kann mich an Deck kaum mehr halten. Als eine Welle mich hart an die Reling schlägt, muss ich unter Deck. Die Mannschaft ist beschäftigt die Ladung zu sichern und die Almina auf Kurs zu halten. In der Ferne erkenne wir ein Leuchten, stark, durchdringend, gleichmäßig. Wir halten darauf zu. Die See ist kaum noch zu beherrschen…
Die Bilge läuft voll, die Pumpen arbeiten am Anschlag….
Die Almina erleidet Schlagseite…
Um den Leuchtturm zu erreichen, müssen wir es mit dem Beiboot versuchen. Sanjuro übernimmt das Kommando, Ragnar fiert das Beiboot ab. Ich muss meine Almina in höchster Not alleine lassen. Nur mit schweren Bedenken und tiefem Widerstreben springe ich in die wackelnde Nussschale. Tapfer kämpft mein Schiff, während sie sich immer weiter auf die Seite legt…
Im Leuchtturmgebäude ist ein Eingang, der von der See heftig getroffen wird. Ragnar lässt das Boot mit der Brandung geschickt in den Eingang spülen. Das Boot übersteht die Landung nicht und zerbricht dabei. Die Rückkehr auf die Almina wird schwierig, sollte sich das Wetter nicht bald verbessern…
Die Halle im Basement des Leuchtturms ist gewaltig. Sie hat zwei Ausgänge, jede mindestens 8 Meter hoch, auch ein Lloigor steht bereit. Die Stele vor dem Lloigor hat 9 Mulden. Ein gutes Zeichen, wir scheinen auf dem richtigen Weg zu sein….
Die stürmische See manifestiert sich spiegelnd in den obsidianartigen Oberflächen der Halle… Schnell nehmen wir einen der Ausgänge und gehen die Treppe herab, um dann in einem Raum zu gelangen, in dem ein Becken von 3x3m Ausmaßen in der Mitte steht. Die Oberfläche ist spiegelglatt ruhig und in 6m Tiefe ist ein Mosaik am Grund zu erkennen. Eine weitere Tür, 8x2m groß, führt uns tiefer in den Untergrund…
Die Stufen sind dreimal höher als bei unseren menschlichen Treppen. Wir klettern sie hinab…8000 Stufen sind es, die uns 3600m nach unten führen, hinab auf den Meeresboden. Wir kommen auf einem dreieckigen Platz heraus, der von fenster- und türlosen monolithischen Gebäuden umgeben ist. Auf den Fassaden dieser unwirklichen Bauten sehe ich peinliche und unangenehme Szenen aus meiner Vergangenheit.
Wir alle sind gefesselt von diesen Bildern, anscheinend sieht jeder seine eigenen Bilder von damals…
Unser Blick reißt sich los und wir schauen uns um: Vor uns liegen zwei dehydrierte Leichen. Ihre Kleidung verrät uns, dass sie schon mindestens 50 Jahre dort liegen. Den alten Revolver lassen wir liegen, die Karte, die sie bei sich führen, jedoch nicht. Es scheint sich um einen Plan dieser Stadt unter dem Meer zu handeln. Ein undurchsichtiges Labyrinth durch das wir gehen müssen…
Von weit über mir spüre ich, wie etwas auf mich zukommt. Es ist ein fast unsichtbares, kleines Licht…
Dieses Licht bewegt sich langsam auf mich zu…ruhig, aber bestimmt…Ich kann meinen Blick nicht abwenden…
Zu meinen Füßen höre ich Carla und Ragnar sich intensiv unterhalten; die Karte, die sie auf dem Boden ausgebreitet haben, ist immer noch zu entschlüsseln, was ihre ganze Aufmerksamkeit fesselt…
Dieses Licht…es kommt mir so vertraut vor…Ich fange an zu begreifen das dieses Licht ein Teil meines Lebenslichtes ist…mir beginnen die Knie zu zittern, mir wird kalt. Ich spüre die Kälte am Pol der Unzugänglichkeit…
Mein Blick beginnt zu fliegen…Ich sehe meine Gefährten unter mir, unsicher in die eine und und in die andere monolithische Strassenschlucht schauend…
Ich sehe weiße Tücher seltsam langsam und schwer flatternd…das Licht…es ist…das Bild hält an…mein Schiff, meine Almina…
Mein Brustkorb zieht sich zusammen…und ich sehe die Almina heckwärts – noch mit Licht in der Raucherlounge – still über mir stehen.
…langsam setzt sich wieder in Bewegung….
Ein sanfter touchdown auf der Kuppel über der Stadt unter dem Meer und sie rutscht gemächlich weiter in Richtung Meeresgrund…
Mein Herz hört auf zu schlagen, mein Atem setzt aus…
Vor mir ziehen Bilder vorbei, so als ob es damals war, so wahr…
…die stürmische Nacht auf der Jungfernfahrt heim durch den Channel, in der „Prince Percy“ gezeugt wurde…all die Tausende von Seemeilen ohne Land in Sicht, in den gesucht einsamen Stunden, in denen mir die Almina ins Herz gewachsen ist…all die feuchten 3Tagesfahrten mit meinen Alumni nach Edinburgh und wieder zurück…die fröhlichen Stunden mit meiner Tocher Lady Evelyn auf den Mittelmeerfahrten nach Ägypten… Carlas wunderschöner Gesang auf Deck und in der Cabine… die einmalige Nacht, in der mein Schiff Cleopatra gleich von den Gestirnen herab in den Hafen von Alexandria einlief… die bezaubernde Schönheit, die ich mit meiner Martinsyde im Himmel fand… Mycroft’s wehrhafte Lady gegen exotische Piraten… unsere Freiheit dort zu sein, wo wir wollen… mein ganz privat globales Stück Heimat, meine geliebte Wellentänzerin, mein treues Gefährt meines Entdeckerherzens, meine Seele versinkt in dunkel aufgewühlter See…
Die Almina dreht ab…
Sie dreht sich an der Kuppel hinunter gleitend einmal still und stolz um ihre eigene Achse….
Is this our last dance?
Fassungslos schaue ich zu wie mein Stolz hinter der Skyline dieser monolithischen Stadt versinkt; gar nicht so weit entfernt von mir. Die Manifestation der britischen Sehnsucht zur See hat ihre letze Reise beendet!
Eine grausame Seele hat dafür gesorgt, dass ich zuschauen musste. Ich bin zerstört, hier auf dem Meeresgrund, wie mein Schiff. Welche Ironie, welch gnadenloser Scherz….
Kurz darauf stösst Sanjuro zu uns. Er hat die Mannschaft retten können, die in der Eingangshalle des Leuchtturms auf uns wartet. Vor meinem geistigen Auge offeriere ich ihm die Pistole mit nur einem Schuss darin…
Sanjuro ist beschämt, wagt es nicht mir in die Augen zu sehen und bietet mir als Ehrenmann schweigend Wiedergutmachung durch Seppuko an. Ich lehne ebenso schweigend ab!
Sanjuro war der letzte Captain der Almina. Er hat sie mit Schlagseite übernommen. Almina und Sanjuro waren bereit, den Kampf der Wellen zu bestehen. Sanjuro hat die Almina für mehr als 3 Stunden über Wasser halten können und rechtzeitig die Entscheidung getroffen zu evakuieren und so die gesamte Mannschaft gerettet. Sanjuro hat ein Schiff verloren, aber wie ein Seemann gehandelt. Die Almina ist mit einem wahren Captain untergegangen. Okumura San hat Ehre eingelegt!
Carla und Ragnar finden den Weg durch das monolithische Labyrinth und wir brechen sofort auf in eine der Strassen. Gleich nach dem Abbiegen fällt ein großer weißer Wurm aus der Fassade herab auf die Strasse und attackiert uns. Wir ergreifen die Flucht. Doch ich kann nicht mehr. Ich breche einfach auf offener Straße zusammen, hier endet alles…
Doch Ragnar und Carla ergreifen mich und ziehen mich wie einen Sack Kartoffeln hinter sich her…
Wir müssen leise sein. Atemlos biegen wir um die nächste Ecke, wo auch schon der nächste Wurm auf uns wartet. Aus der Höhe der Gebäude lässt er sich in die Strassenschlucht fallen. Zwei Meter im Durchmesser und mindestens 15 Meter lang baut er sich vor uns auf und schlägt mit seinen Mundstacheln zu. Sanjuro wird getroffen!
Mycroft greift mit dem Schwert an, auch Sanju
ro versucht verletzt sein Katana zum Einsatz zu bringen. Der Wurm erleidet tiefe Stichwunden und wird überwunden. Er bricht erschlaffend zusammen. Wir eilen vorwärts…
Ein Black Smoker, eine Art mineralischer Termitenbau, hat die Strasse durchstossen, auf der wir entlangeilen. Als ob wir in Wonderland wären, nehmen wir alle Proben von diesem Objekt. Doch wir sind wieder nicht leise genug dabei, ein weiterer Wurm fällt aus der Häuserfassade auf die Strasse hinab…
Mycroft is fed up by this creatures und bringt endlich den IceZapper ins Spiel. Ein „Schuss“ und der Wurm kristallisiert aus… Die Viecher fangen an zu nerven. Egal wie leise wir es versuchen, diese Labyrinthstadt zu durchqueren, die Würmer hören uns…
Mycroft schießt erneut mit dem IceZapper. Er trifft einen weiteren Wurm in der Mitte, der daraufhin gelähmt aufhört sich zu bewegen. Wortlos schleichen wir durch die Schluchten der Stadt unter dem Meer…
Und erreichen den Platz, der unserem Aufbruchsort sehr ähnelt. Auf diesem Platz mittig gelegen finden wir ein grünlich leuchtendes Becken von at least 200x150m Größe, das sich innerhalb einer 1,20m hohen Brüstung befindet. Diesen Schein hatten wir schon vor einer Weile bemerkt….
Vor dem Becken steht eine Stele, auf deren Spitze eine Portalkugel liegt!
Das Becken leuchtet grünlich und Carla möchte es sich es genauer ansehen. Ragnar nimmt sie auf die Schultern, damit sie das Becken besser überblicken kann. Carla schweigt auf den ersten Blick, bevor sie schreiend und zappelnd von Ragnars Schulter fällt. Wirren Blickes rezitiert sie einen Kindervers, nur zählt sie Tentakel auf…Meine Versuche zu ihr vorzudringen schlagen fehl, sie lacht nur noch, sie ist wahnsinnig geworden…
Um die Stele mit der Kugel sind konzentrisch in den Boden Symbole eingelassen, die wir weder kennen noch deuten können. Die Kugel einfach so zu nehmen und zu entfernen könnte uns Probleme bringen, doch der Colonel pflückt die Portalkugel von der Stele wie eine reife Pflaume…
Aus dem Becken hören wir ein Blubbern. Ohne mich umzudrehen, fange ich sofort an zu wegzurennen, den dreieckigen Platz sofort zu verlassen, wie alle meine Mitstreiter auch….Mycroft wirft mir die Kugel zu…
Plötzlich trifft mich ein Schlag von innen, der es mir unmöglich macht zu rennen. Ein kurzer Blick genügt, um mich zu vergewissern, dass es den anderen auch so ergeht. Tentakel aus dem Becken fassen Mycrofts und Ragnars Füße…
Ich baue das Kugelportal auf, mit 4 Kugeln sollte ich es schaffen, uns aus dieser kalten Hölle herauszuholen…
Intensiv rezitierend visualisiere ich als Zielpunkt die Winterbottom Ranch in New Zealand….












