Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Queen Eleonora´s Garden

August 2 Monday 1920 1pm

Fremdenführer Stifferson bringt uns in eine andere Welt:

 

Queen Eleanora hat vor langer Zeit diesen Garten angelegt, und auch heute strahlt er immer noch Ihre ursprüngliche Kraft aus. Alle Pflanzen sind groß und kräftig und gut gepflegt. So wie dieser Garten aussieht, denke ich mir, könnte hier der Gral begraben liegen…

Der Grundriss des Gartens spiegelt die Lebensblume wider, ein christlich-esoterisches Symbol:

 

 

Über 800 verschiedene Arten an Blumen und Kräutern sollen hier wachsen. Mich erfasst eine Entspannung, wie ich sie schon lange nicht mehr erlebt habe… ..~-~..

Selbst Mary-Ann ist fröhlich und verteilt Bonbons an zwei Kinder. Dann dreht sie sich einfach um und schneidet mit gezücktem Skalpell eine Blüte in ihrer Nähe ab. Ich kann sehen wie der Pflanzensaft auf die Erde tropft. Er ist rot…

Mary-Ann sichert ihre Probe und tut sich mit Carla zusammen, um die Nonnen, die den Garten betreuen, nach dem „Geheimnis“ des Gartens zu befragen. Henry trottet in einen Seitenweg, ich folge ihm einfach…

Auf einmal schreit er kurz erstickt auf und behauptet, eine blaue Blume habe ihren Kopf nach ihm gedreht, ihn verfolgt…Hhmm….diese blaue Blüte mit dem roten Rand sieht irgendwie schon nach einem Auge aus, denke ich bei mir, als ich die besagte Pflanze näher in Augenschein nehme.

Henry scheint sehr irritiert und setzt sich ab. Nach wenigen Sekunden ist er hinter buschigen Hecken verschwunden…

Ich setze meinen Weg in die hinteren Ecken der Lebensblume fort, da höre ich plötzlich und deutlich ein Schimpfen – es muss Mary-Ann sein, ich erkenne den Missmut in ihrer Stimme – die Nonnen haben wohl einen Eid auf die Bibel, auf ihr Leben geschworen, das Geheimnis des Gartens nie zu verraten…

Ich verliere mich in den den Wegen, in den Blumen und Kräutern des Gartens und finde eine Bank, auf der ich mich niederlasse und die Situation gelassen genieße. Wäre ich eine Pflanze, würde ich genau hier wohnen wollen, stelle ich zufrieden fest…

Ich verfalle in eine Art `pflanzlichen Modus´, atme tief und satt in den Boden hinein und verstehe in diesem Moment  tiefer verwurzelte Zusammenhänge des pflanzlichen Daseins……

……als mich eine kreischende Frauenstimme, gar nicht so weit entfernt von mir, wieder in die Realität zurück holt.

Kurz danach höre ich die Sirenen unserer Polizei…

Mary-Ann, -schießt sie mir durch den Kopf- was hast du jetzt schon wieder angestellt?

Ich bleibe im hintersten Teil der Lebensblume, in der Hoffnung unentdeckt zu bleiben.

Doch daraus wird nichts. Ein Officer sieht mich auf der Bank sitzen und kommt auf mich zu…

Der Beamte erkennt mich, salutiert und gibt auf meine kurze Nachfrage „What´s wrong?“ sofort detailliert Auskunft: Ein Kind wurde vergiftet aufgefunden, ein anderes wird vermisst. Es wird eine junge Dame mit Apothekertasche gesucht, die in  Zusammenhang mit den Angriffen auf die Kinder gebracht wird. Sie soll in Verbindung mit meiner „Ausflugsgruppe“ stehen. Im gleichen Atemzug bietet er mir an, die Ermittlungen zu leiten…

Ich lehne spontan ab, mit der Begründung, dass der Arbeit der Hampshire Police voll und ganz zu vertrauen sei. Der Officer schaut mich verständnislos an und erneuert sein Angebot…

Da fällt es mir ganz plötzlich und konsequent wieder ein, womit ich seit gestern ringe, seitdem ich mich habe in der Great Hall tanzen sehen: Dies hier ist meine Heimat. Meine Person ist natürlich jedem hier bekannt… Ich kenne hier alles und ich bin keinem unbekannt. Als Earl of Carnarvon habe in meinem Hampshire natürlich administrative Sonderrrechte…

Congratulations, my Lord. Wohl zu lange auf See gewesen?

Ich erkenne, man erwartet von mir meine regionale Verpflichtung zu übernehmen. Ich kann nicht ablehnen, nehme beim Aufstehen innere Haltung an und bitte den Officer, mich zum Einsatzleiter zu bringen. Der Constable koordiniert vor dem Eingang die crime scene investigation. Es haben sich bereits reichlich Schaulustige eingefunden und ich sehe auch einige Reporter der Klatschpresse. Sofort ordne ich an, das Gelände abzusperren und zuerst auf dem gesamten Gelände von Hall, College und Garden das vermisste Kind zu suchen. Die Bluthundestaffel wurde schon alarmiert, erfahre ich von dem gewissenhaften Constable.

Ein Junge wird zu mir vorgelassen, der mir ein Telegramm überreicht. Ich bedanke mich mit einem Guinee, bevor ich lese, dass Henry auf mich in King´s Worthy wartet. Ich hoffe nur, er hat Mary-Ann dabei…

Nicht auszudenken, wenn sie hier im Garten gestellt wird. Ich sehe die Schlagzeilen der Yellow Press vor mir:

„Verrückte aus Highclere Castle vergiftet unschuldige Kinder!“

Reaktionslos stecke ich das Cable weg und wende mich wieder den Polizisten zu…

Das zweite Kind wird aufgefunden. Es war einen Abhang hinter einem Gebüsch im Winchester College herabgerollt. Gerade am Aufwachen, versuchte das hilflose Kind mehrmals vergeblich aufzustehen und zog sich bei daraus resultierenden zahlreichen leichten Stürzen Schürfwunden an beiden Wangen zu. Ein bedröhntes Kind mit leeren Augen und blutigem Gesicht wird von seiner Mutter auf offener Straße schluchzend in Empfang genommen. Die Reporter stürzen sich auf die Szene…

Ich nutze die Gelegenheit und übergebe dem Constable die weiteren Ermittlungen. Die Kinder sind lebend aufgefunden worden, die Täterin ist flüchtig. My presence is dispensable for now.

Carla, Sanjuro & Me brausen so schnell es geht zurück nach Highclere Castle. Wir fahren durch King´s Worthy und stoppen kurz, um Henry von einer Bank am Straßenrand aufzupicken. Mary-Ann wartet etwas weiter hinten im Wald, bewacht von Indy. Wir fahren ohne sie sofort weiter. Keine weiteren Zwischenstopps mehr bis Highclere Castle!

Ich instruiere Mare, Mary-Ann bei Anbruch der Dämmerung aus dem nahen Wald abzuholen und dann sofort in die Bibliothek zu bringen…