Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

お気の毒 (Oki no doku) – Was für ein Jammer!

Zu dritt gehen wir nun zurück zum Vorplatz der Kathedrale und besteigen unsere Gefährte. Lorudo-san und Karura-san fahren mit den Harleys voraus, ich folge im Silver Ghost. In einem kleinen Ort namens Kings Worthy sehe ich jemanden am Straßenrand auf einer Bank sitzen. Es ist Henuri-san. Ich halte an, um ihn einsteigen zu lassen. Er wirkt ziemlich geschafft und schüttelt nur fassungslos den Kopf, als ich frage, was passiert sei und ob er wisse, wo Mari-chan ist.

Eine gute halbe Stunde später fahren wir vor dem Highclere Castle vor. Nun erfahre ich endlich, dass Henuri-san Mari-chan geholfen hatte, aus Queen Eleanor’s Garden zu entkommen. Sie warte in einem kleinen Hain in der Nähe von Kings Worthy. Solle sie ruhig noch ein bisschen warten, meint Lorudo-san, und lässt Mare-kun instruieren, Mari-chan in der Abenddämmerung abzuholen. 

Henuri-san berichtet, dass er wieder diesen Deutschen, Otto Rahn, gesehen hätte. Er habe eine Zeichnung angefertigt, ein achtzackiges Symbol. Henuri-san vermutet, dass auf der Scheibe der Tafelrunde eine Art Code verschlüsselt sei, den er anhand einer Skizze erläutert. Für mich sieht das Ganze trotz Illustration noch immer ziemlich rätselhaft aus. Henuri-san kann sich aber nicht erklären, wie dieser Code aktiviert werden kann oder was er bewirkt. Ich erzähle von meiner Entdeckung bezüglich des Mechanismus hinter der Scheibe und meiner Vermutung, dass das Konstrukt drehbar sein könnte. Henuri-sans Mine hellt sich auf – ich habe ihm gerade ein weiteres Puzzelteil für seine Suche geliefert.

Es ist schon fast neun Uhr, als Mare-kun mit Mari-chan zurückkehrt. Lorudo-san staucht sie regelrecht zusammen. Was habe sie sich dabei gedacht, ihn derart in Schwierigkeiten zu bringen. Sein Ruf stünde auf dem Spiel. Mari-chan verteidigt sich vehement. Die sie hatte hält keine Bonbons dabei und hätte den Kindern stattdessen ein paar Pillen gegeben. Was für Pillen, will Lorudo-san wissen. Schlafzasbletten, antwortet Mari-chan. Ich bin fassungslos, dass jemand, der so achtlos mit Medikamenten umgeht, überhaupt eine Apothekerlizenz erhalten kann.

Lorudo-san erläutert ebenso fassungslos die Optionen: Mari-chan stellt sich der Polizei und nimmt in vollem Umfang die Konsequenzen ihres Handelns auf sich, was unter Umständen mehrere Jahre Gefängnis bedeutet oder sie lässt sich für geistig unzurechnungsfähig erklären, was bedeuten würde, dass sie sich einer angeordneten Therapie unterziehen müsste bis sie offiziell als geheilt gelte. Die letzte Version kommt meiner Meinung nach der Wahrheit am nächsten. 

Mari-chan ist empört. „Ich bin doch nicht verrückt“, protestiert sie vehement. Sie habe doch nur in die falsche Tasche gegriffen. Wie auch immer, Lorudo-san besteht darauf, dass Mari-chan für ihre Dummheit einzustehen hat. Mari-chan gibt schließlich klein bei und stimmt zu. Lorudo-san will sofort den Constable von Winchester auf das Schloss bestellen, um die Sache so schnell wie möglich aus der Welt zu schaffen. Dieser aber teilt ihm mit, dass die Angelegenheit mittlerweile an Scottland Yard übergeben wurde. Ein gewisser Sergeant Bond sei zuständig. Er nennt ihm die Durchwahl. 

Ich habe genug für heute, empfehle mich und kündige an, morgen gegen neun Uhr früh wieder hier zu sein. Henuri-san fragt, ob er mitkommen dürfe. Er hält es für keine gute Idee, während Mari-chans Vernehmung auf Highclere Castle zugegen zu sein. Immerhin hatte er ihr zu Flucht verholfen und wenn ihn jemand erkenne, käme er womöglich selbst in Schwierigkeiten. Gerne entspreche ich seiner Bitte.