Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

代わりの刀 (Kawari no Katana) – Ein neues Schwert

Maikurofuto und Lorudo-dono stoßen zum Frühstück mit Gin an. Hatte Maikurofuto nicht gesagt, er hätte alle Vorräte auf Highclere Castle vernichten lassen? 

„Du trinkst wieder Gin?“, frage daher ich verdutzt.
„Kare ist ja nicht hier“, erwidert er grinsend. Mir entgeht nicht die unterschwellige Verlegenheit meines Freundes, doch es liegt mir fern ihm jetzt hier in Lorudo-donos Gegenwart ins Gewissen zu reden. Maikurofuto bietet auch mir einen Drink an – ich lehne dankend ab.
„Ich bleibe lieber bei Tee“, antworte ich. Doch ich bitte meinen Freund um einen Gefallen. Etwas kommt mir immer noch seltsam vor an meinem neuen Hausmädchen und ich frage Maikurofuto, ob er seine Kontakte spielen lassen könne, um mehr über Amandas Vergangenheit in Erfahrung zu bringen. Er verspricht mir, sich darum zu kümmern.

Später am Vormittag rufe ich Mari-chan in Exeter an. Ich möchte nun das Versprechen, das ich Senchō bei unserer letzten Begegnung im Traumland gegeben habe, einlösen und erzähle ihr, dass ein gewisser Dr. Wassermann in Berlin an irgendwelcher ihrer Pilzforschungen Interesse hätte. Dr. Passow würde demnächst zu einer Ärztekonferenz nach Berlin reisen und könnte die Unterlagen mitnehmen. Mari-chan bedankt sich für die Information und kündigt an, sich heute Nachmittag mit Dr. Passow treffen zu wollen.

Maikurofuto mimt wieder den Schwerverletzten. Da Kare nach Norwegen abgereist ist, ist es nun nicht mehr so einfach, seine wundersame Genesung zu verbergen. Ich erkläre mich spontan bereit, die Rolle seines Krankenpflegers zu spielen. Mit einer eklatanten, ja geradezu divenhaften Vorstellung gelingt es Maikurofuto auch, die Krankenschwester, die ihn nun betreuen sollte, derart zu verstören, dass sie mir das Feld freiwillig überläßt.

Mari-chan trifft am Nachmittag ein, um mit Dr. Passow darüber zu sprechen, welche ihrer Aufzeichnungen er nun eigentlich genau benötigen würde. Von unseren Freunden in Berlin hören wir nichts.

Auch am Nachmittag erreicht mich eine telefonische Nachricht aus Curdridge. Amanda teilt mir mit, dass ein Kurier mit einer Express-Lieferung aus London eingetroffen wäre. Das Paket dürfe er nur persönlich aushändigen, sagt sie und fragt, ob sie den Boten nach Highclere Castle weiterschicken solle. „Unbedingt!“, erwidere ich. Amanda antwortet, sie würde entsprechendes veranlassen.

Eine Stunde später trifft der Kurier auf Highclere Castle ein und händigt mir das Paket aus. Ich bin aufgeregt wie ein kleiner Junge an seinem Geburtstag, als ich das Mino Kanesada auspacke und schließlich in meinen Händen halte – eine Meisterklinge, die meinem Kirishimo in Nichts nachsteht. Der Lieferung liegt auch ein Schriftstück bei, welches die Schitttests, die Tameshigiri, die das Schwert nach seiner Restaurierung erfahren hatte, dokumentiert. Die Klinge ist glatt und absolut scharf. Nun fühle ich mich wieder vollständig.