Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

川に足跡 (Kawa ni Ashiato) – Spuren zum Fluss

Lorudo-dono wirkt angespannt. So lange nichts von Karura-san zu hören, macht ihn sichtbar nervös. Endlich gegen vier Uhr am Nachmittag – der ersehnte Anruf – aus Paris. Karura-san, Senchō und Mare sind auf dem Weg zu Karura-sans Wohnsitz nach Marigny. Mit zwei Flugzeugen machen wir uns auf den Weg nach Frankreich. Ich fliege mit Mari-chan, während Maikurofuto seinen Lord durch die Lüfte chauffiert.

Es herrscht gutes Flugwetter. Ich bin guter Dinge, unterhalte mich heute erstaunlich gut mit Mari-chan und scherze über Funk mit Maikurofuto. Gegen acht Uhr am Abend erreichen wir unseren Zielort. Als Mari-chan in der hügeligen Landschaft steil zur Landung ansetzt, wird mir dann doch etwas mulmig zu Mute. Ich klammere mich fest, schließe die Augen und erbitte in einem stillen Stoßgebet an Susanō-no-Mikoto günstige Winde. Mein Gebet wurde offenbar erhört, denn noch bevor ich meine Augen wieder öffne, befinden wir uns schon auf sicherem Boden. Mari-chan lächelt stolz und zufrieden.

Karura-san bewirtet uns mit einem köstlichen Drei-Gänge-Menü. Nach dem Essen nehmen wir die Spuren des Einbruchs, von dem wir in der Zeitung gelesen haben, genauer in Augenschein. Es sind deutliche Fußabdrücke im feuchten Boden zu erkennen, die hinunter zu einem naheliegenden Fluss führen. Die Spuren wirken froschartig, doch sind sie von der Größe des Fußes eines erwachsenen Mannes. Also haben Cthulhus Schergen auch hier schon ihre Fühler ausgestreckt.

Lorudo-dono teilt uns seinen Eindruck mit, dass ein Möbelstück – ein Sekretär – bewegt worden sei. In diesem Möbelstück, so erfahre ich, hatte Henuri-san Hinweise auf lateinische Schriftstücke gefunden.

Als wir später am Abend zusammen sitzen, holt Mare ein kleines Bündel hervor und überreicht es Maikurofuto. Es ist das zweite Flötenteil. „Ich habe dafür mit meinem Blut bezahlt“, sagt sie und präsentiert ihr verbundenes Handgelenk. Dann berichtet sie uns – unterstützt von Karura-san und Senchō – von einem spektakulären Ablenkungsmanöver im Neuen Museum, bei welchem sie das Orginal-Flötenteil gegen eine Fälschung hätten tauschen können. Auch wir berichten unsererseits von unserem unverhofften Ausflug in das mittelalterliche Japan.