Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

* Intermezzo in Kristiana

Nach einer ruhigen Nacht frühstücke ich mit Ragnar im Haus der Nidelvins. Die Familie ist ausgesprochen nett & gastfreundlich. Wieder gibt es Fisch, was mich meine Pastete so langsam vermissen lässt. Wir machen uns dann auf zum Bahnhof, kaufen uns Tickets & erleben eine ruhige Zugfahrt, während wir die Landschaft von Norwegen betrachten. Viele Theorien werden ausgetauscht.

Ragnar erzählt uns viel Geschichte über die Stadt. Sie soll nach einem Gedicht über einen grausamen Tiger benannt sein, weil auch Kristiana so brutal & rücksichtslos sein soll. Nachdem wir eingetroffen sind, suchen wir uns das beste Hotel in der Stadt & checken ins beste Zimmer ein. Der nachdenkliche Lord & mein japanischer Freund beschließen nach Lesen der Tageszeitung dem hiesigen Observatorium einen Besuch abzustatten.

Der Rest von uns geht ins Verlagshaus, da Ragnar wegen eines Artikel mit dem Verleger reden will. Nachdem die Norweger lange & etwas hitzig miteinander diskutieren, erhält Ragnar Informationen über das Hospital, wo sich die mysteriöse Leiche befinden soll. Nun gut gewappnet fahren wir dorthin. Wir fragen uns zur Pathologie durch, wo wir den Chefarzt der Abteilung treffen. Nach einem kurzen Gespräch weist er uns aber rüde ab. Im Weggehen hört Ragnar noch einen Telefonat des Arztes mit: „Ja, sie waren gerade hier. Ich habe sie weggeschickt. Wir müssen unsere Pläne beschleunigen…!“

Wir müssen uns beeilen! Die Leiche scheint noch hier zu sein, aber nicht mehr lange! Und: Die Thulisten wissen über unsere Taten Bescheid! Eile ist geboten. Auf dem Campus trifft Ragnar einen jungen Mann, mit dem er länger redet. Eine Goldmünze wird dargeboten, aber nicht akzeptiert. Schliesslich einigen sie sich doch. Ragnar erklärt uns, dass wir am Abend diesen Mann, einen Assistenten in der Pathologie, um uns die Leiche anzuschauen. Auch er ist neugierig, einen Blick auf dieses Wesen zu werfen. Allerdings darf nur einer von uns ihn begleiten. Natürlich lasse ich Ragnar den Vortritt trotz meiner eignen Neugier.

Nun gehen wir im Hotel etwas essen & frisch machen. Ich ziehe erneut ortsübliche Kleidung an & wir treffen uns am Campus mit dem Studenten. Gemeinsam verschwinden die beiden im Krankenhaus, ich warte davor.

Plötzlich höre ich einen Schrei. Ich eile in die Vorhalle, wo ich einen Nachwächter treffe. Er weist mich an, das Gelände zu verlassen & rast weiter Richtung des Schreis. Nach wenigen Momenten kommt Ragnar, schwitzend & schwer atmend trägt er den Studenten auf der Schulter.

„Musste ihn & den Wächter ko schlagen. Los, lass uns die Leiche holen, sie ist noch da!“ Mir wird ganz anders. Zuviel Chaos, denk ich. Da wir nicht auf so etwas vorbereitet sind, rede ich es ihm aus. Nachdem er meine Einwände akzeptiert hat, fahren wir mit der Droschke ein Stück weiter, Richtung Hotel. Da erwacht der Student, ist voller Panik. Auch mein Schweigegeld schlägt er aus, läuft hilfeschreiend weg.

Wir fahren schnell wieder ins Hotel. Schon auf dem Weg beschliessen wir, Kristiana in der Nacht zu verlassen. Wir werden die andern in Lillehammer wiedertreffen. Mit den Pferden reiten wir vor. Ich bin leicht verärgert über den Verlauf. Am kargen Bahnhof um 2 Uhr morgens rasten wir, ohne schlafen zu können. Ein wenig Gin & Mariuana helfen mir, den Frust zu vergessen & den Blick nach vorne zu richten, auf die Mine!