Holy Moly
Gegen neun Uhr kommt uns Bauer Karl besuchen und berichtet von einem Waldbrand. Fünf Sterling kostet uns die weitere Miete für das Gästehaus. Er bereitet uns ein reichhaltiges Frühstück. Der Kapitän bestellt einen halben Liter Schluddenschnaps bei ihm.
Dann brechen wir auf und folgen dem Weg am Rand des Sperrbezirkes. Nach etwa achthundert Metern sehen wir in einiger Entfernung Waldarbeiter und Polizisten. Wir versuchen uns an ihnen vorbeizuschleichen. Mrs de Fleur ibn Abdulla-Charie und Mr Okumura gelingt es jedoch nicht, leise zu sein. Halt, wer da? ruft einer der Polizisten.
Aus meinem Versteck beobachte ich das folgende Geschehen: Zielsicher gehen beide auf den Polizisten zu. Unerwartet küssen sich Mr Okumura und Mrs de Fleur ibn Abdulla-Charie, als ob sie ein junges Paar auf Reisen wären. Diese List gelingt! Sie folgen der Aufforderung des Polizisten zu verschwinden und kommen ohne Ausweiskontrolle davon.
Daher wählen wir einen anderen Weg um Burg und Grab zu erreichen. An einem steilen Abschnitt ziehe ich Ld Carnarvon hoch, leider schlägt er dabei ungeschickt gegen die Felswand. Ein weiterer Abschnitt steht bevor; diesen nehmen wir unbeschadet. Am dritten Abschnitt rutscht Mrs di Fiona ab, wir können sie gerade noch so halten. Dann haben wir die schwierigste Passage hinter uns.
Darauf bedacht nicht weiteren Polizisten und Waldarbeitern zu begegnen, schleichen wir uns voran. Kurz darauf höre ich wieder die Klagerufe der Frau.
Wir erreichen unser erstes Ziel, den Friedhof. Hier finden wir das Grab der Herren von Dürrn. Auch das Grab von Eschenbach entdecken wir, mit einer keltischen Inschrift:
Um zum heiligen Schatz zu gelangen musst Du von ganz unten nach ganz oben durch die Gralsburg gehen.
Gegen zwölf Uhr erreichen wir die Burg. Der Kamin, das ist mein erster Gedanke.
Mrs Fiona ermahnt uns Männer nicht wieder den Reizen der Damen zu verfallen. Daraufhin gibt es ein kleines Techtelmechtel zwischen Ld Carnarvon und Mrs di Fiona. Sie antwortet: Herbert, ihr wisst schon von was ich spreche! Sie begutachtet den Kamin. Ld Carnarvon spricht die neunschwänzige Füchsin an. Dann kommt mir der Gedanke: Mit der Handgeste die mir Sigrun gezeigt hat streife ich die mittlere Rune über dem Kamin.
Es ertönt ein knirschendes Geräusch, dann ein Klacken. Die Seitenwände des Kamins verschieben sich, ein Spalt entsteht. Mrs die Fiona stemmt sich gegen die linke Seitenwand, sie schwingt auf. Ein Abgang, ein kalter Lufthauch steigt auf. Ich betätige die rechte Seitenwand und dahinter befindet sich ebenfalls eine Treppe die nach unten führt.
Mrs di Fiona schaut sich den Kaminschacht genauer an und entdeckt das Relief einer Taube, die nach links fliegt. So wählen wir die linke Treppe und viele Stufen später mündet sie in einen Gang, von dessen Ende ein rötliches Licht ausgeht.
Wir folgen dem Gang und gelangen in ein Gewölbe. Auf einem Podest liegt ein Mann, gekleidet in weißem Gewand, das mit einem Tatzenkreuz bestickt ist. Er hat einen weißen Bart. Um ihn knien die Damen von Vril: Sigrun, Marija, (…) An der Wand dahinter sind mehrere Gefäße aufgereiht.
Ld Carnarvon ist nachtragend wegen dem Geschehen am Amorbach und verschwindet plötzlich. Cpt Wigbold spricht seine Holde an. Sigrun lächelt mich an.
Ich frage den Mann: Was fehlt Euch? Reicht mir Wasser, antwortet er.
Der Gral müsste aus ausserirdischem Material bestehen, so wurde es uns doch erzählt. Welcher könnte es also sein? Aus der oberen Reihe wähle ich den zweiten Kelch. Im Vergleich zu den anderen besteht er aus einem ungewöhnlich schweren Material und ist schlicht in seiner Form.
Cpt Wigbold nimmt das Gefäß um das Quellwasser zu holen. Währenddessen knie ich neben Sigrun, bete.
Cpt Wigbold reicht mir den gefüllten Gral und ich reiche ihn dem Mann. Er trinkt durstig. Danke, antwortet er, Ich bin König Amphortas. Ich bin der Gärtner, der Mönch, all jene die Euch auf dieser Prüfung begleitet haben. Seid ihr würdig den Gral zu hüten?
Nein, denke ich. Ja denke ich. Ich zögere zu lange und stimme so für Nein.
Die Erde bebt und zittert, wir müssen den Ort verlassen. Ich bin unwürdig. Der König stellt fest das er seine Aufgabe noch weiter erfüllen muss und keinen Nachfolger in mir gefunden hat. Wir fliehen aus dem Gewölbe, erklimmen die Stufen und erreichen den Hof. Vor dem Kamin liegt meine Ausrüstung. Ich ergreife sie, wir fliehen in die Vorburg.
Ein erneutes Beben, Steine des Mauerwerk fliegen durch die Luft, ich kann ihnen ausweichen. Auf der Flucht frage ich mich noch einmal: Hätte ich das Angebot annehmen sollen und den Gral behüten? Nein! Ich habe diese magische Reliquie in den Händen gehalten, das ist vorerst genug. Ich muss mich um Henry Junior, meine Frau, um Indy kümmern. Und es gibt da dieses Geheimnis, was Ld Carnarvon plagt.
Als wir den Waldsaum erreichen ebbt das Beben ab.
Erschöpft treffen wir in unserer Unterkunft Kirchzell ein. Ich gehe sofort zu Bett.










