Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Discovered!

August 17 1920 Tuesday 7am

Ein  Hahnenschrei weckt das Dorf am Fuße des Montsegur…

Ich träumte von Pierre, der mit seiner kleinen Gruppe von Flüchtlingen an einem Lagerfeuer in den Bergen sitzt…

Mich eilt es mit dem Aufstehen nicht besonders. Doch auf einmal wird ein Zettel durch unsere Tür geschoben und kurz angeklopft. „LKW wird im Hof beladen. Was tun?“ Henrys Handschrift. Carla und ich machen uns schnell bereit, bleiben aber in unserem Zimmer, um nicht entdeckt zu werden. Genauso wie Henry. Wir haben keine Lust auf die Gralsjäger Donovan und den Oberst zu treffen…

Doch Ragnar und Mare kümmern sich um die Situation. Der LKW wird von vier Männern des deutschen Oberst beladen. Mare verwickelt Donovan in ein Gespräch und kann ihm das Ziel der Fahrt entlocken: Spanien. Leider ist die Ablenkung nicht groß genug, denn Ragnar gelingt es nicht den LKW zu sabotieren. Er findet keinen unbeobachteten Moment, um eine Kartoffel in den Auspuff zu stopfen…

Der Oberst fährt mit Donovan und seinen Männern los, sicher wollen auch sie zum Kloster San Juan de la Peña. Sie werden gute zwei Tage unterwegs sein…

Henry gibt Entwarnung und wir treffen uns im Schankraum zum Frühstück, das einige Überraschungen für mich bereithält: Henry berichtet, Pilot Ferguson und die Vicky Viemers seien verschwunden. Doch viel interessanter für mich im Moment ist Mares plötzliche Wandlung: Er ist ein Mädchen! Sie hat die Charade aufgegeben, ein Junge zu sein. Well, für eine 17jährige eine -sagen wir mal- reasonable decision.

In ihrem Kulturkreis werden Männer bevorzugt, erklärt sie ihr Versteckspiel. Ich wusste es schon immer: Kein Elternteil bei Verstand, ob arabisch oder französisch, nennt seinen Jungen „Fleur de Mare“ – Meeresblume…

Hier in Frankreich besteht sie darauf, Mademoiselle gerufen zu werden…

Neue Realitäten also…Wir sind hier gefangen, in der Einöde der Pyrenäen…

Nach dem petit déjeneur teilen wir uns auf: Ragnar will mit Mare einen Eselskarren erwerben – wo will er nur damit hin? – Henry will sich im Ort umhören, um das Neueste zu erfahren und ich werde mit Carla und Sanjuro zum Landeplatz spazieren, um den Verbleib unseres Flugzeuges zu erforschen…

Auf der Wiese, wo unser Flugzeug stehen sollte, werde ich kurz abgelenkt: Ein seltener Albertinius-Falter flattert vor mir herum. Auch Sanjuro kann sich für das farbenträchtige Insekt begeistern. So ist es Carla, die den Bombenkrater keine 20m entfernt von der Stelle entdeckt, auf der unser Flugzeug gestern noch auf uns wartete…

Wurden wir bombardiert, musste Mr. Ferguson deswegen fliehen und durchstarten? Fest steht: Wir wurden entdeckt und wir werden bekämpft!

Well, we’ve been discovered, but we know our enemies…

Auf dem Rückweg richte ich meinen Feldstecher auf ein seltsames Gespann, das gerade einen Bergrücken überquert. Ein grauer Esel zieht einen Karren, Ragnar hält die Zügel und Mare lässt ihren Rock im Wind flattern. Sofort fällt mir Margaret Mitchells legendäre Kutschenszene aus „Gone with the Wind“ ein und ich kann ein spontanes Glucksen nicht verhindern…Eine bizarr romantische Szene, die mein Gemüt auf das Äußerste erfreut!

Ragnar und Mare sind bis zum Nachbardorf gelaufen und cabeln von dort aus nach Highclere Castle meinem Butler Charles. Er berichtet, Mr. Ferguson habe das beschädigte Flugzeug zurück nach England zur Reparatur gebracht. Gegen 1800 wird er uns wieder hier im Gebirge abholen. Auf dem Rückweg lassen sie sich von Pepe ziehen, zu dem Ragnar ein fast schon zu persönliche Beziehung entwickelt…

Zurück in unserer Herberge berichtet Henry, es soll ein noch ein drittes Flugzeug gegeben haben. Es muss uns gefolgt sein und uns bombardiert haben…

Bis uns Mr. Ferguson abends abholen wird, bleiben uns noch einige Stunden. Carla und ich genießen den Rest dieses schönen Sommertages auf einer Wiese vor dem Montsegur bei einem Picknick mit Landwein und würzigem Landkäse, während Sanjuro in Sichtweite sein tägliches Kampf- und Waffentraining absolviert…

Doch nach nur kurzer Zeit ist er verschwunden; er ist mit einer Bedienung aus unserer Herberge weggegangen…