TRACK CAPRIMULGIDAE
Meine Taschenuhr zeigt 7:00 Uhr am Frühstückstisch. Wir diskutieren verschieden Themen wie: „Die Tür hinter der Rezeption“, „Auskundschaften der Umgebung“, „Erneuter Museumsbesuch“.
Mrs de Charie und ich begutachten das Äußere des Nordflügels. Im Erdgeschoß weist er jene Buntglasfenster aus unserem Traum auf, hat eine zweite Etage, eine Tür an der Ostseite und ragt in das Felsmassiv hinein.
Meine Taschenuhr zeigt 11:00 Uhr als vertraute Unheimliche, die Vril-Damen einchecken und im Westflügel untergebracht werden. Henry, daß ist sicher kein Zufall! Wilde Spekulationen beginnen. Bin ab da im Garten um Sigrun, Marja und Traute aus dem Weg zu gehen.
Meine Taschenuhr zeigt 11:45 Uhr als die britische Patientin Lady Eleanor Vence unerwartet an Herzversagen stirbt.
Beim geführten Waldspaziergang trennen wir uns von der Leitung und folgen dem Ruf des Ziegenmelker (Vogel), dessen Anwesenheit ein Hinweis auf übernatürliche Phänomene sein kann. Nach 300 m im Gebüsch sieht Mrs di Fiona etwas, zunächst eine Gestalt? Mehrere Ziegenmelker kreisen nun über dem Gebiet und Indy bellt. Dann, ist es ein Tor, Wand, oder magisches Feld? Dahinter ein Lichtfleck am Boden. Herr Miller testet die Barriere, indem er seine Hand hinein hält. „Ungefährlich für uns“ sagt er und geht hindurch.
Es erscheint ein alter Mann ganz in weiß (Haare, Schlafgewand) und Herr Miller spricht ihn an. Es folgt ein gequältes Lächeln und der Alte brabbelt vor sich hin: „Ich möchte nur weg von hier und leide unter dem Antonius-Feuer. Dieser Geruch nach süßen Mandeln, diese schrecklichen Augen und dann bin ich eingeschlafen (…). Amelia kann Euch helfen!” Und ihm fehlt etwas: Er hebt sein Nachthemd, seine Beine, sie sind nur blanke Knochen!
Herr Miller hat durch einen Sturz eine Platzwunde am Kopf, das Hundegebell der Leitung wird zunächst lauter, dann zum Glück wieder leiser. Wir sind auf der Spur.
Die Zeigenmelker kreischen. Nebelfetzen verdichten sich zu einem ausgemergeltem Mädchen mit dunklen Augenringen, übersäht von Nadelstichen. Es hält ein Kaninchen im Arm, spricht zu diesem und nur halbherzig zu uns: „Ich bin Amelia. Findet Thomas. Anna, meine Freundin aus dem Waisenhaus (daß ist 20 Jahre her) beschützt ihn. Und dann ist da noch dieses Schlaftuch, es duftet so süß nach Mandeln (…)“ Sie löst sich vor meinen Augen auf!
Auf zum Hexenkreis. Ein zusammengerollter Thomas Wurden erwacht, ängstlich, wirr, alleinstehend, introvertiert: „Wegen einem Magenleiden wurde ich in das Sanatorium eingeliefert. Ich bekam neue Medizin. Dr. Esse experimentierte mit mir im Wald, daraufhin floh ich. Im Gehölz begegnete ich guten Geistern und bewohne im Westflügel Zimmer 27.”
Anna erscheint in Begleitung ihres Gefolge und offenbart uns die Dramatik der Situation. Sie selbst ist nicht stark genug um weiterhin gegen Dr. Dr. Esse standzuhalten, Mr Wurden muss zeitnah in Sicherheit gebracht werden. Wir sollen berichten, sie arbeitetet in der Käserei. Meine Taschenuhr zeigt 18:00 Uhr als wir pünktlich zum Abendessen in das Sanatorium zurückkehren.
Um den morgigen Fluchtplan für Mr Thomas Wurden vorzubereiten gehen wir ins Dorf und finden an der Straße die geeignete Stelle für die Übergabe.
Meine Taschenuhr zeigt 20:00 Uhr als wir im Schankhaus um die Schlange würfeln und Lord Carnarvon gewinnt.
NOCTURNUS III
Der Raum dehnt sich aus. Gitterbetten links und rechts, Eine schwebende Uhr, deren Zeiger rückwärts laufen, verschwinden und erscheinen. In den Betten Mädchen, ihnen wird Blut abgenommen, daß durch Schläuche in einen Mund an der Decke fließt. Eine Zunge leckt den Mädchen über die Stirn. Ein riesiges Kaninchen in weißem Arztkittel grinst mich fies an und hoppelt auf mich zu. Ich beginne zu rennen. Die Mädchen, es sind nur Puppen und dann Skelette, ein Abgrund tut sich vor mir auf und ich stürze hinein. Das Kaninchen winkt mir zum Abschied.
Ich liege nun auch in einer der Betten, Schläuche an mir, überall! Zwei Augen erscheinen über mir und der betörende Duft von süßen Mandeln dringt in meine Nase. Eine Stimme sagt: “Ich will Euch finden, bald komme ich, ich habe Durst!“









