Chess Quest
January 21 1921 Friday 10am Chateau Mirastel
Ich erwache nicht mehr…I just turn into another state of insufferableness…
Zum Petit-déjeuner liegen keine Neuigkeiten vor…
Nach wie vor bin ich rat- und kraftlos, spüre, dass wir es hier mit einem uns noch völlig unbekannten Phänomen, einer Kraft oder Entität zu tun haben. Ich spiele mit dem Gedanken, für uns ein Pantheon der Älteren und ihrer Diener zu unserem Überblick anzufertigen…
Abraham undoder Adam White schleicht sich in mein Bewusstsein…Finde ich ihn bei meinen Recherchen deshalb nicht, weil er keinen Eingang in die Bibliotheken dieser Welt gefunden hat, weil er stets dezent eine lokale Größe blieb und nur begrenzt örtlich sichtbar agierte…?
”Weißt du noch, wie ich dich gefunden habe?” Schwammig erinnere ich mich an einen Nachlass, den ich in Exeter vor mehr als 10 Jahren erstanden habe, die erste Portalkugel war darunter…
Kann das wirklich sein? Ich ziehe in Gedanken das Pendel des Menes hervor und visualisiere gleichzeitig mein Bouleset…Wie ein goldenes Ausrufezeichen steht es über einer bestimmten Portalkugel…
Ja, ich habe die Kugel des Abradam in meinem Besitz…
Der imaginierte goldene Schein verblasst, einem anderen Bild Raum gebend…
Mein Familienenblem zieht tiefschwarz aus der Dunkelheit herauf:
…Ich sehe deutlich die neun Mulden…
Ist mir mein Schicksal vorbestimmt? Habe ich es angenommen? Ist mir der Weg in den Wahnsinn vorgeschrieben? Warum passiert mir dies? Was kann ich noch ausrichten? Was ist meine Bestimmung? Was passiert mit meiner Familie?
Ich kann keinen Weg mehr sehen, schmecke Schwefel auf meiner Zunge, mein Herz ist erschüttert, meine Tochter bleibt unauffindbar…
“Ein Apfelbaum und ein Kaninchen!!” – eine Stimme erdet mich und lässt mich aufsehen. In Culoz sind weitere Sachen spurlos verschwunden….Bisher ist kein Gegenstand doppelt entführt worden. Soll das “Diebesgut “ als Dekoration für ein Diorama mit menschlichem Inhalt fungieren.? Sind hier Probensammler am Werk, von weit herkommend?
Die Haushälterin kommt hereingestürmt und meldet, einen Reporter abgewimmelt zu haben, der neugierige Fragen stellte. Mycroft eilt zum Fenster und sieht noch wie ein Mercedes mit dem Schweizer Kennzeichen CH – 179 wegfährt…
Mare weist auf die Analogie zwischen der Bewegung des “Path of Thieveries” und der Bewegung des Foucaultschen Pendels in Uhrzeigerrichtung hin. Die Diebstähle folgen dem gleichen Muster, wenn man annimmt, dass der Mittelpunkt der Bewegung konzentrisch vom Gipfel ausgeht.
Diese Erkenntnis schließt meine Intellekt kurz und ich bin nicht mehr in der Lage, mich auf das Schachproblem zu konzentrieren, das auf der Rückseite des Reisespiels eingraviert ist, das Carla kurz vor der Reise in Exeter bei einer Auction erstanden hat:
Mary-Ann kann es lösen, vollführt die zwei Züge auf dem Damier aus….
und es macht … CLACK!
Ein Geheimfach öffnet sich und gibt ein Pergament preis, das an bestimmten Stellen eines 24h-Ziffernblatts spezielle Schachfiguren zeigt:
Stumpf schaue ich auf das Pergament, bis es mir wie Schuppen von den Augen fällt: Ich zoome es hoch, bis es vor meinem geistigen Auge kongruent zur “Map of the Path of Thieveries” liegen bleibt…
Das Pendel…Die Bewegung folgt dem Pendel…Das Foucaultsche Pendel in der Eingangshalle ist der Schlüssel…
Die Schachfiguren können anstelle der anderen zum Fall bestimmten schwarzen und weißen Holzblöcke aufgestellt werden!
Ragnar will sich auf seine Weise vergewissern und misst das Gewicht jeder der angesprochenen Figuren: Sie wiegen alle gleich…
Die Reihenfolge des Aufstellens ist gleich klar: Der Schwarze König muss als letzter fallen! Also muss l’implantation der Figuren mit dem weißen Pferd beginnen, da es als erstes fallen muss. Unsere Schachfiguren sollten demnach gegen 6am im Schwingungsumkreis platziert sein…
Ich frage bei der Herrin des Hauses nach, ob wir eigene Experimente mit dem Pendel durchführen und andere Umwerffiguren aufstellen dürfen. Sie hat nichts dagegen…
Zur Ablenkung widme mich einer weiteren Recherche in der zweistöckigen Bibliothek und werde belohnt:
Die Neugier eines Gelehrten wurde soeben erweckt, und nur kurze Zeit später halte ich die Glyphenlegende der „Älteren Schrift“ in meinen Händen:
Ich kenne diese Schriftzeichen…von meinen Kugelpergamenten…und der riesigen Scheibe in Calcamal…Ich hatte damals in den Höhlen in Südamerika ein Photo von ihr aufgenommen….
Ich brauche es jetzt hier, durchfährt es mich schon fast physisch. Sofort rufe ich auf Highclere Castle an und ordere das Foto nach Chateau Mirastel – under acute pressing urgency order!
Cpt. Wigbold kehrt aus Culoz mit seinem eye witness report zurück: Dort ist der besagte Apfelbaum komplett mit Wurzel aus der Erde gerissen worden. Eines von fünf Kaninchen ist aus seinem Gehege verschwunden. Natürlich gab es wieder keine Traces…
7pm Gin o´Clock
Mycroft, Sanjuro, Ragnar & Mary-Ann werden sich heute Nacht auf eine Expedition nach Béon begeben. Die nächsten „Thieveries“ sind dort in der Gegend zu erwarten. Dankenswerterweise wird uns der weiße Citroën der Gastfamilie für die Patrouillenfahrt zur Verfügung gestellt. Mit einem Gin wärmen wir uns alle für sie auf…
Nach der Verabschiedung schauen Mare, Carla & Me uns im Untergeschoss des Chateaus um. Mal wieder ist es Carlas scharfes Auge, das eine vermauerte Tür entdeckt. Darüber befindet sich ein gravierter Ziegel, der mir ein bekanntes Zeichen trägt. Ich komme nicht sofort darauf…
Es ist das Zeichen des Älteren, dessen Buch ich lese: Tsathoggua!
In the meantime kehrt unsere Patrouille viel zu früh mit einem stinkenden und blutverschmierten Wagen zurück..
Auf der Höhe von Tallissieu prasselten Fleischstücke vom Himmel auf sie herab, wie durch den Fleischwolf gepresst. Auch menschliche Überreste sollen darunter gewesen sein, wie Mary–Ann feststellen konnte…
8pm Der Stallmeister fährt den ehemals weißen Wagen in die Garage. Sein Zustand schockiert nicht nur ihn. Unsere Gastgeberin wird informiert und die Gendarmerie gerufen…
Kurze Zeit später inspizieren sie die dunkler werdenden Flecken auf dem weißen Lederdach des Cabriolets und bitten natürlich darum, dass der Tatort sofort mit ihnen und allen Zeugen erneut aufgesucht wird.
Nach kurzer Zeit kehren sie wieder. Sanjuro wurde vor Ort auf offener Straße von einem Holzscheit am Kopf getroffen und bewusstlos mit blutigem Verband ins Schloss zurück gebracht.
Ich mag überhaupt gar nicht darüber nachdenken, woher die menschlichen Fleischreste stammen könnten…
Ich suche mein Schlafzimmer auf…langsam..das Schwanken meiner weichen Knie so gut kompensierend , wie es geht ,;. . _
Diese Nacht ist Ragnar mit Tellier im Observatorium aktiv. Es wird die Wega im Sternbild Schütze beobachtet. Wieder verschwindet sie für nur vier Sekunden, so wie auch schon in der letzten Nacht. Doch diesmal 2 Minuten später, um 1:15am…
Tellier vermutet eine Occultation des Sternes, die näher untersucht werden sollte. Er wird dieses Phänomen an seine Kollegen in Lyon und anderswo melden und zur Beobachtung aufrufen…
Klar scheint mir nur, dass die Nordostachse, die man vom Chateau Mirastel zum ersten Ort der Thieveries ziehen kann, mit der Erddrehung nach Süden wandert.
Wie ein riesiges Foucaultsches Pendel rund ums Coloumbier…














