鉄道便でもう一度 (Tetsudō bin de mō ichido) – Wieder einmal mit der Bahn
Als wir gegen drei Uhr am Morgen in das Grand Hotel zurück kommen, versuche ich auf meinem Zimmer noch etwas zu schlafen, aber es gelingt mir nicht. Mein Geist ist unruhig und die Stimmen in meinem Kopf lassen sich nicht zum Schweigen bringen, egal wie sehr ich versuche, sie zu ignorieren. Nach zwei Stunden, die ich mehr oder weniger in einem nervösen Dämmerzustand verbringe, beschließe ich, dass es keinen Sinn mehr macht, weiter darauf zu warten, dass sich der Schlaf endlich einstellt. Ich mache mich frisch, kleide mich an und beginne meine Sachen zu packen. Als ich damit fertig bin, gehe ich nach unten. Die Küche ist noch nicht geöffnet – Frühstück gibt es erst in einer Stunde, aber es gelingt mir, eine der Küchenhilfen zu überreden, mir wenigstens einen Tee zu gewähren. Ich lasse mich auf der Terrasse zum Eidsvolds Plass nieder und beobachte, wie die Stadt langsam erwacht. Und ich frage mich, wie es Maikurofuto und Senchō geht.
Als um halb sieben endlich das Frühstücksbuffet eröffnet wird, erscheinen nach und nach auch meine noch in Kristiania verblieben Freunde. Nach dem Frühstück nehmen wir den Acht-Uhr-Zug nach Trondhjem. Wie nicht anders zu erwarten, nicke ich auf der Fahrt ein. Ich wache erst wieder auf, als Senchō und Maikurofuto zwei Stunden später in Lillehammer zu uns stoßen.
Um 16:00 erreichen wir Trondhjem. Maikurofuto, Senchō, Mari-chan und Karura-san wollen auf Entenjagd gehen, Lorudo-dono zieht sich zurück. Ich suche mir in einem Waldstück am Ufer des Flusses Nidelva zwei lange Äste, befreie diese von Laub, Zweigen und Graten und schnappe mir Mare für einen kleinen Trainingskampf. Aus Rücksicht halte ich mich zunächst eher zurück, was sich aber schnell als unnötig herausstellt. Mare hat keine Hemmungen, wie wild auf mich einzuschlagen. Ich habe meine liebe Mühe, sie auf Abstand zu halten. Ihre Technik wirkt auf mich ziemlich wirr und unkoordiniert, ist jedoch überaus effektiv. Egal, was ich versuche – ich komme aus der Defensive kaum heraus und schon nach einer Stunde bin ich so außer Atem, dass ich um eine Pause bitten muss. Mare versucht, sich ihrerseits ihre Erschöpfung nicht anmerken zu lassen, aber auch sie ringt nach Luft. Als wir beide wieder ruhiger atmen können, zeige ich Mare ein paar Tricks, mit denen sie ihre Kampftechnik so gestalten kann, dass sie sich dabei weniger verausgabt.
Meine Freunde kommen von der Jagd zurück. Das Glück war ihnen hold. Zwei Vögel konnten sie erlegen. Mari-chan wirft mir einen giftigen Blick zu, als sie mich mit Mare zusammen sieht, den ich aber geflissentlich ignoriere. Senchō tätigt ein Telefonat und teilt uns dann mit, dass die Beräumungsarbeiten in Røros fast abgeschlossen seien. Bis morgen Mittag sollte der Gang frei sein. Er verabschiedet sich mit den Worten „Um acht bei Mutter zu Hause. Es gibt Ente.“










