Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Avis II

Gegen halb fünf weckt uns Mrs Humboldt, ihr gehe es nicht gut. Sie habe Fieberschübe, Schweißausbrüche, dann kollabiert sie.

Kurz darauf erkundigt sich Miguel nach unserem Befinden. Er segnet Mrs Humboldt und geht anschliessend zur Morgenandacht.

Mrs Fiona und Cpt Wigbold gehen auf eine Anhöhe um sich Überblick zu verschaffen. Beim Aufstieg stöhnt Cpt Wigbold, von Hühneraugen und Höhenlage geplagt. Nach ihrer Exkursion berichten sie von einem Lastkraftwagen, der bald das Kloster erreichen wird.

Unser Plan ist schnell geschmiedet. Wir packen unverzüglich, versorgen Mrs Humboldt soweit es geht, setzen sie auf ein Pferd und erreichen gegen acht Uhr die Strasse. Dort verstecken wir uns hinter einem der drei auffälligen Felsen und warten ab.

Gegen halb neun erscheint der Lastkraftwagen. Mr Donovan und Oberst Vogel steigen aus und sondieren die Lage. Oberst Vogel gibt Anweisungen an seine fünf Soldaten die drei Kisten abzuladen (Soweit ich das verstehe). Dann machen sie sich, bis auf den Fahrer, auf den Weg in Richtung Kloster.

Wir warten ein wenig dann scheint unser Moment gekommen. Naja, noch nicht ganz. Unerwartet erscheint ein Flugzeug am Himmel. Schnell suchen wir alle Deckung in den Felsspalten. Aber der Westwind weht und Mr Okumuras (fliederfarbener) Kimono wird über das Feld getragen und zu meinem Entsetzen hechtet er hinterher! Was tut er denn da? Das muss wohl ein wahres Erbstück sein.

Das Flugzeug wendet. Der Pilot hat uns natürlich entdeckt.

Apropos Feld, da kommt mir ein Gedanke. Auf dem Feld picken doch Vögel, an die 78 müssten es sein…

Ich höre einen Gewehrschuss, wahrscheinlich von Cpt Wigbold.

Zu meinem Erstaunen scheint das Flugzeug dann mit einer 12er-Salve auf den eigenen Lastkraftwagen zu schiessen. Der Fahrer lässt seine Kippe fallen und sucht eiligst Deckung. Was passiert hier?

Das Flugzeug wendet erneut und nun kommt es direkt auf mich zu – 400m – 300m – 200m – Genau der richtige Zeitpunkt. Mit meinem Regenschirmtanz – Bra – Bra – Bra – Bra – scheuche ich die Vögel auf. Aufgeschreckt verfangen sich zwei der Vögel im Propeller, es gibt einen Knall, die Maschine taumelt, versucht sich zu fangen aber stürzt dann ab.

Wir sammeln uns, satteln auf und reiten los. Wir hören noch wie hinter uns der LKW explodiert und ein brennender Reifen rollt talabwärts an uns vorbei.

Zurück in Jaca bringen wir Mrs Humboldt unverzüglich ins örtliche Hospital. Sie hat Schüttelfrost, das Fieber ist gestiegen und sie liegt im Delirium, faselt etwas von Aldebaran, dem Wirbelwesen, ihren Proben und vielen weiteren Dingen die ich nicht verstehe. Der Arzt sagt uns das es sich um Lepra handeln könnte – ein Rückfall?

Hier in Jaca kann sie nicht bleiben. Auf unserem Weg nach Deutschland wollen wir sie in Bern in ein Krankenhaus bringen wo sie professionelle Hilfe bekommen kann. Lord Cararvon unterschreibt die Papiere das er die Verantwortung übernimmt. Immerhin ist Mrs Humboldt Einwohnerin seiner Grafschaft.

Während Mrs Abdullah al Charie die Pferde zurückbringt suchen wir den Piloten und finden Mr Ferguson schliesslich in der Hotelbar. Er ist leicht betrunken aber sofort einsatzbereit. Auch die Vickers Vimy ist schnell umgebaut, so das Mrs Humboldt transportiert werden kann.

Im Hotel mache ich mich noch kurz frisch und säubere meine Kleidung von dem Vogelkot.

Der Pilot muss noch mal auf den Pott und dann heben wir ab. Während des Fluges döse ich ein.

Um Viertel nach Sieben Abends landen wir in Bern. Während die anderen Mrs Humboldt in das Krankenhaus St Bernard bringen, rufe ich am Bahnhof an und reserviere drei 1. Klasse Abteile für den Nachtzug Bern – Frankfurt am Main – Berlin. Um fünf vor Zehn ist Abfahrt, also noch einen Moment Zeit etwas zu Essen und sich frisch zu machen.

Um nicht aufzufallen nehmen wir für die Reise nur die notwendigsten Waffen mit.

Im Zug dann kommt es zu keinem weiteren Zwischenfall, Auch Pass- und Zollkontrolle verlaufen problemlos.

Erschöpft schlafe ich ein…