Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Vulpes

Vormittags gehen wir in den Straßen Shibuyas einkaufen; anschliessend fahren wir in das Stadtviertel Atago um den 愛宕神社 Atago-Schrein zu besichtigen.

Dieser liegt auf einem 26m hohen Hügel, eine lange Treppe führt hinauf. Flink und ohne Pause nehme ich die Stufen. Meine jahrelange Teilnahme am Ben-Nevis-Rennen hat mich konditioniert.

Dann ein stiller, geradezu magischer Ort. Mr Okumura erzählt uns seine Geschichten:

Einst flüchteten die Einwohner Edos auf diesen Hügel um im Falle eines Großbrandes dem Feuer zu entkommen. Wenn die Bewohner den Shinto-Schrein regelmässig besuchen sind sie vor witeren Feuern geschützt. Im Schrein innewohnen tuen die Feuergeister.

Einer Legende nach wollte ein junger Samurai für seinen Shogun besonders schnell die Pflaumenblüten pflücken die auf diesem Hügel wachsen. So gab er seinem Pferd die Sporen, ritt die Treppe hoch und nach nur einer Minute stand er auf dem Hügel. Aber hinunter benötigte er eine Dreiviertelstunde, denn das Pferd war total erschöpft – Wo wir wieder bei den Pferden währen.

Gen Abend besuchen wir ein klassisches Theaterstück, ein 歌舞伎 Kabuki. Während der Fahrt zum Theater erklärt mir Mr Okumura das genauer: Es handelt sich hierbei um eine bizarre, überhöhte Ausdrucksform des Theaters. Das Wort Kabuki setzt sich aus den Schriftzeichen: 歌 singen, 舞 tanzen, 伎 Fertigkeit zusammen.

Die Bühne geht auf und es beginnt die Fuchsjagd:


Auf der Heimfahrt erzählt mir ein sehr bewegter Mr Okumura von seiner wahren Herkunft. Er entstammt altem japanischem Kriegsadel. Sanjuro ist nicht sein richtiger Vorname. Das bedeutet ‚um die dreissig Jahre‘. Sein wirklicher Name ist Haruka. Ich versuche ein Wortspiel: ‚Janjuro‘ (um die vierzig) so könnte ich ihn doch nennen, er lacht.