* Zusammenbruch No 3
Sanjuro ist heute tatkräftig, seine Forschungen scheinen von Erfolg gekrönt zu werden, weiter Rätsel scheinen sich zu offenbaren. Nach dem üblichen Reis, Tee & Fisch Frühstück fahren wir erneut los nach Odawara. Es hat stark geschneit & die Strassen sind unter dem Schnee zudem vereist, was uns beinahe zum Verhängnis wird. In einer Kurven fahre ich geradewegs auf einen Baum zu, die Steuerung reagiert nicht mehr. Nur durch ein beherztes Gegensteuern fahre ich durch das Unterholz zurück auf die Straße & wir kommen unbeschadet zum Stehen.
Nach einer kurzen Verschnaufpause fahren wir ruhiger & schweigend weiter. So gelangen wir in ehrfürchtiger Stille zum Castle – es liegt jungfräulichen Schnee verträumt da, die zuvor beobachtete dunkle Aura scheint sich bereits durch unserer bisheriges Handeln aufzuhellen.
Wir parken auf dem Gelände, ohne daß uns Menschen begegnen. Mit Tragegurt, Verpflegung, Fackeln & leichter Bewaffnung schreiten wir erneut auf die Hügel zu. Wir bewundern die schöne Umgebung, bis Sanjuro plötzlich zurück bleibt & in die Leere starrt, die Lippen bewegen sich stumm…
„Shin’yū! Was ist los? Siehst Du etwas?“
Er stammelt verwundert, ohne den Blickfocus von der leeren Stelle zu heben
„Siehst Du ihn nicht?“
„Nein, ich sehe nichts. Was ist los?“
Zögernd antwortet er „Hideyoshi, unseren alten Feind aus der Vergangenheit!“
„Und was macht er?“
„Er steht nur da!“
„Achso. So what? Rede mit ihm“
„Nein, ich habe ihm nichts zu sagen“ antwortet er gekränkt. Er hat die Niederlage nicht verarbeitet, akzeptiert sie immer noch nicht & läuft eingeschnappt um eine mir unsichtbare Stelle umher.
„Wie es Dir beliebt, Motto!“ rufe ich ihm zu & gehe langsam weiter.
Wir gelangen schließlich zum Haupthaus, gehen in das Studierzimmer, wo das Gedicht von Ujemasa niedergeschrieben wurde. Schnee, überall nur frischer Schnee. Wir suchen ratlos & finden keinerlei Hinweise.
Sanjuro träumt erneut starrt ins Leere, dann zeigt er auf einen Hasen, wahrscheinlich dergleiche wie beim letzten Besuch. „Dort, schau mal, er läuft zum Turm des Mondes, lass uns sehen was dort ist“ & läuft ihn ohne auf mich zu warten los.
Eilig folge ich ihm. Am Turm ist es auch alles zugeschneit, wir schreiten hinein. Drinnen im Keller am Türrahmen sieht mein japansicher Freund alte Schriftzeichen, die er mir übersetzt
„Seine Worte
die letzten
ruhen hier“
„Ah, das klingt doch vielversprechend!“ rufen wir uns zu.
Am Ende des langen Ganges sehen wir wieder einen Schrein, der leichte Lichtschein verrät eine magische Aktivität. Innerlich spanne ich mich an, schaue mich instinktiv nach allen Seiten um, doch keinerlei feindliche Aktivitäten.
Wir gehen auf eine Kiste zu, offenbar das Ziel unserer Suche. Als er es öffnet, sieht er eine Pergamentrolle. Ich stelle mich hinter meinen Freund, bereit ihn aufzufangen. Doch nichts passiert. Dann nimmt er das Papier in die Hand, entrollt es & liest feierlich sein Todesgedicht erneut vor. Mit glasig freudigen Augen schaut er mich an & sackt plötzlich in sich zusammen.
Diesmal fange ich ihn sofort dank der tagelangen Übungen gekonnt auf. Untermalt von diversen Seufzer & üblen cockneyschen Flüchen trage ich ihn wieder zum Auto. Nach einer Stunde bewegen sich seine Augen ruckartig hin&her unter den Lidern & vergeht genauso schnell wie es aufgetreten ist.
Ich warte&trinke Gin. Nach einigen Stunden erwacht er. Er hatte eine Vision, das weitere Antworten in dem „unheimlichen Tal“ zu finden sind. Wo es sich befindet oder was dort zu finden ist, wird sich erst später erschließen, meint er. Es bleibt mystisch & offen…









