Whitechapel Nightmare
Decembre 28 1920 Tuesday Very late Night Highclere Castle
Nachts ereilt mich ein Albtraum. Er führt mich zurück: es ist ein Flashback in meine Jugendzeit:
Ich bin wieder ein junger Erwachsener…
…damals thrillseeking in London unterwegs…
Mit 22 alt genug, den Zwängen von Highclere Castle zu entfliehen, um meine eigenen Abenteuer zu suchen, trieb ich mich damals im East End herum, in Whitechapel…
Nach einigen Abenden hatte ich einen Narren gefressen an einer hübschen Prostituierten. Sie war nicht nur wohlgeformt, mit einem gewissen Esprit, sie hatte auch eine flinke Zunge…
Ich suchte sie gerne auf…Claudette war ihr Name…In meinem jugendlichen Leichtsinn stellte ich mich ihr mit `Porchy’ vor…
Es war die Nacht zum 31st of August 1888 als ich entspannt und fröhlich in der tiefen Nacht von einem Besuch bei Claudette durch die dunklen Gassen von Whitechapel nach Hause lief…
Doch diese Nacht sollte ich nie wieder vergessen…
Auf der Buck’s Row, aus dem Dunklen, kommt eine Frau auf mich zu…
Sie sieht aus wie eine weitere Dirne der Nacht. Doch ich spüre deutlich, dass sie eine tiefere Absicht hat…Ich schaue sie an, während sie sich mir bestimmt nähert…
Wenige Schritte vor mir verwandelt sich ihre Gestalt in etwas…in etwas, was ich vorher noch nie gesehen habe…in etwas, was definitiv nicht menschlicher Herkunft ist…Sie greift mich unvermittelt an…
Einem Klauenhieb langer, scharfer Krallen kann ich ausweichen, doch es/sie erwischt mich dennoch leicht am Hals…
Ich zücke mein Messer und zum erstenmal in meinem Leben lasse ich mich auf einen Kampf auf Leben und Tod ein…
Der Erbe des Hampshires stirbt nicht nachts dreckig im Londoner Schmuddelviertel, weiß ich überlegend lächelnd…
Meine Sinne sind geschärft und meine Muskeln noch geschmeidig. Ich pariere ihre Attacken und konzentriere mich…
Ich bin schnell, weiche aus, steche ihr in den Bauch, während sie sich von mir abwendet. Mein Messer, einfach nur gehalten, schlitzt sie in ihrer Bewegung auf. Ihre Gedärme treten aus der Bauchhöhle, sie versucht sie mit ihren Klauen aufzufangen und festzuhalten….
Ich nutze den Treffer, um ihr kurz und kalt die Kehle zu durchschneiden…
Röchelnd sinkt sie auf den schmutzigen Bürgersteig…
Und ich sehe wieder in das Gesicht einer menschlichen, weiblichen Gestalt. Ungläubig bleicher werdend, keuchend sterbend, schaut sie mich blutüberströmt an…
…während ihr Blut leise tropfend den Weg in die Kanalisation findet…
Atemlos schaue ich ihr beim Sterben zu…
Ihre Gedärme pulsieren auf dem Sideway…
Mein Herzschlag resoniert in meinen Schläfen…
Wie durch einen Nebel höre ich Schritte auf dem Pflaster. Ich entkomme durch eine nahe Seitengasse…
Und schleiche mich unerkannt in meine angemietete Wohnung in The Borough of Chelsea zurück….
Ich hatte diese Erfahrung bereits seit 24 Jahren erfolgreich verdrängt …Sie holt mich nun ein…
Am nächsten Morgen berichtete die Yellow Press von einem weiteren Prostituiertenmord in Whitechapel. Ihr Name war Mary Ann Nichols!
In den nächsten Monaten bekommt der Mörder einen Namen: Jack the Ripper…
Bis zum Frühjahr des Jahres 1889 werden ihm 11 Morde zugeschrieben…
Einer davon jedoch geht auf mein Konto….
Ich gab noch am nächsten Morgen meine Junggesellenwohnung auf und kehre nach Highclere Castle zurück…
Dieses Erlebnis hatte mich damals grunderschüttert…
Ich wache geschockt auf. An diese Nacht wollte ich mich nie wieder erinnern…
Als Folge dieses Erlebnis brauchte ich damals daraufhin transkontinentale Entspannung und ging kurzentschlossen auf einen Segelturn across the world…
Den Sturm suchend, kommte mich Admiral Kennedy in Buenos Aires gerade noch davon überzeugen, dass die Umsegelung von Kap Hoorn zu dieser Zeit ein selbstmörderisches Unterfangen sei…
…Jugendsünden…versuche ich mir zu erklären, zu verzeihen, doch es bleibt…
Ich muss akzeptieren: In dieser Nacht hatte ich meine erste, initiale occulte Begegnung…feindlich…und ich habe sie überlebt…Mit all der Erinnerung, wie Blut dunkles Blut auf den Straßen auf Whitechapel fließt und intensiv riecht….
Noch halb schlafend schaue ich am nächsten Morgen auf meine Fingernägel und glaube sie beim Wachsen belauschen zu können…









