Total Failure
Novembre 6 Saturday 10am Bryanston Square London
Im Hospital meiner Frau herrscht der normale Tagesbetrieb. Carla, Mare & Me camouflieren unseren Einsatz im Keller mit Klemmbrett als Schadensbegutachtung zur Vorbereitung der einzuleitenden Reparaturen…
Carla führen wir durch die Kellerräume und im Regalkeller findet sie eine Art Schaltplan mit angeschlossenem Gehirn. Er könnte uns die Reconstruction des Experimentes ermöglichen…
Ich betätige einige Kippschalter an dem außerirdischen Gerät: Ein schweres Ächzen der Apparatur, das kurz darauf verstummt…
Als sich Mare erneut die Maschine näher betrachtet, holt sie aus einem halbkreisförmig aufgesetzten transparenten Display einen durchsichtigen, schwach bläulich schimmernden Kristall hervor. Ich betätige erneut den tumbler, doch diesmal erfolgt keine Reaktion. Kein Schalter reagiert mehr. Der Kristall scheint die Energiequelle der Apparatur zu sein…
Wir nehmen den Kristall mit, als plötzlich ein Blitzstrahl beinahe Mares Kopf trifft. Carla ist auf ein Objekt getreten, das sich als potentielle Waffe der Greys entpuppt.
Ich will die außerirdische Technologie sofort ausprobieren, sehen ob ich gezielt einen Blitz auslösen kann. Dazu gehe ich in den größten Raum des Kellers neben der Treppe…und versage…ebenso wie Carla…
Daraufhin nimmt Mare die runde Scheibe, fummelt reflexionslos daran herum und erzeugt eine Entladung, die knapp neben meinem Kopf die Wand verbruzzelt…
Ich setze bewusst meine britische Countenance für einen Moment aus: “WTF are you doing?” Ich verpasse ihr ärgerlich einen clyster of reasonable safety…
Zum zweiten Versuch schicke ich sie alleine in den Nebenraum. Nach kurzer Zeit hören Carla und ich ein Bruzzeln, gefolgt von einem Platschen und Plocken…
Mare liegt zitternd auf dem Boden, in ihrem weit offenem Mund zucken bläuliche Blitze. Sie ist bewusstlos. Ich erde sie mit einem meiner Messer und Carla holt sie mit einer Herz-Rhythmus-Massage zurück ins Leben…
Sie hat keine Kontrolle mehr über ihre Muskeln und spricht uns mit großen Augen auf arabisch lallend an. Wir lassen sie sofort einliefern. Ich trage sie auf den Schultern hoch ins Hospital. Ein tragischer Bauunfall mit einem Stromkabel…
3pm Halton House
Nach dem Frischmachen will Carla mit dem Gehirn in der Box in Verbindung treten. Ich soll währenddessen auf sie aufpassen…
Doch leider gelingt es ihr nicht, sich auf das Wagnis einzulassen. Zu viel, zu schwer, zu gehaltvoll…
Erschöpft zieht sie sich singend auf ihr Zimmer zurück.
Ich finde mich alleine im Salon von Halton House wieder und betrachte die Beute des Tages: Eine Waffe, die für meine Hände ungeeignet ist, sowie den Kristall aus der Apparatur. Er fängt an in meinen Händen zu leuchten und spricht deutlich zu mir:
“Powder me, swallow me!”
…GEHÖRT…GETAN…
In der Garage finde ich geeignete Instrumente und beginne einen kleinen Teil des Kristalls abzusägen, um ihn zu zerpulvern. Ich fragmentiere das Bruchstück sorgfältig und nehme das Pulver mit einem vollen und mutigen Schluck Gin ein…
Ich erwarte knieend den magischen Effekt der kristallinen Droge, doch mir tropft nur Blut aus dem Mund. Warum wird mir aufeinmal schlecht? Magenschmerzen überkommen mich, ich werde blass bis zu den Füßen…
Der Versuch aufzustehen wird eine Belastungsprobe meines Gleichgewichtes…
Ich spucke hustend Blut…und rutsche auch noch knirschend darauf aus…
Ich spüre Panik in mir hochkommen. Ich muss sofort Hilfe holen. Ich muss zu Carla…
Ich schleppe mich in den ersten Stock hinauf, zu Carlas Zimmer. Am Türrahmen langsam in mich zusammensinkend, klopfe ich an. “I’m not fine, defintely not…” begrüße ich sie mit einem aus den Mundwinkeln bluttropfendem Lächeln.
“My Lord, was habt ihr nun schon wieder angestellt?” Ich versuche mit wenigen Worten justifying my glorious idea…
Ernsthaft besorgt bringt sie mich zu Bett, mit einem Tee mit viel Milch und Honig. Ich bin erschöpft, fühle mich krank, totally knocked out…
8pm Carla weckt mich mit besorgtem Gesicht: “My Lord, wir werden beobachtet!” Und berichtet von einem Kleinkind, das sie vom gegenüberliegenden Hausdach bemerkt hatte, als es von dort aus Halton House im Visier hatte. “Ihr habt doch vergessen, mir etwas mittzuteilen! Werden wir beobachtet?”
Darmkrämpfe beschäftigen meine Wahrnehmung, doch ich antworte ehrlich: “Schon seit Jahren! Momentan von der Thule-Gesellschaft, den Fungi und ihren Dienern, den Greys, die aus der Ferne wie Kinder aussehen, den du wohl gesehen hast…”
Ich erkläre ihr die Zusammenhänge genauer, berichte von den kopflosen Flugwesen, den Fungi, die die Homunculuszüchtung betreiben und den Greys als ihre Helfer auf der Erde, bis ich wieder einschlafen darf..













