Tea Time at Phantomhive Manor
Septembre 28 1919 Sunday 5pm
Zum Five-O’Clock-Tea fahren wir vor Phantomhive Manor vor. Ich führe unsere Repräsentationscaravane mit Mare am Steuer und Carla an Bord an, Mycroft folgt mit seinem Silverghost in Begleitung von Mary-Ann und Henry. Eine gemütliche Fahrt, die Carla und ich sehr genossen haben…
Das Tor bewegt sich nicht, Mare muss es manuell öffnen. An der Auffahrt passieren wir butterfly bushes, sicherlich eine italienische Verspieltheit…
Das Haus selbst ist ein wuchtiger, dunkler Bau, eine Mischung zwischen Castle und Manor, eine schwere britische Phantasie imperialer Größe.
Wir sehen einen sehr jungen Gärtner und auch der Butler, der uns öffnet, ist erstaunlich jung. Es ist Sebastian Michaelis:
Auf dem gesamten Anwesen arbeitet nur sehr junges Personal!!
Ciel, Earl of Phantomhive, begrüßt uns: Ein 13jähriger, behandschuht und mit Augenklappe; er ist sehr konzentriert und präsent. Auf den ersten Blick eine Ausnahmeerscheinung:
Nach kurzem Small Talk kommt der Hausherr zum eigentlichen Hintergrund seiner Einladung:
Seit unserer Rückkehr aus Japan brechen immer mehr Personen nach Japan auf – ohne Rückfahrkarte. Auch mir ist dies schon aufgefallen, doch wie kommt dieser Junge an diese Informationen? Er antwortet, er handle im Auftrag seiner Majestät und wurde von Sgt. Bond informiert. Seit wann vergibt unser King George V. Aufträge an Kinder?
Fakt ist, die suicidal escapes unserer britischen Bevölkerung nach Japan könnte die Wehrkraft des Empires gefährden; dem muss so schnell wie möglich Einhalt geboten werden. Anscheinend geht die Gefahr von uns aus, denn die Personen, die es kaum erwarten können nach Japan zu reisen, waren allesamt mit uns allen in Kontakt…
Ich gebe mich cooperativ, doch in den Blicken meiner Begleiter sehe ich situative Skepsis: „Der Butler ist nicht von dieser Welt!“ lese ich in ihren Augen.
Er scheint eine Entität zu sein, der diesen Jungen nährt, mit allem was er braucht, um ihn dann, wenn die Zeit gekommen ist, auszusaugen. Dies scheint per freiwilligem Vertrag so geregelt zu sein.
Hier ist nichts vertrauenswürdig, außer der Tee, den wir klassisch serviert bekommen…
Das Phänomen der englischen „Japanflucht“ haben wir zu verantworten, weil wir einen Fluch aus dem Aoki Gahara mitgebracht haben. So langsam dämmern mir einige Zusammenhänge: Die Geisha hat uns in unserem Träumen nach Japan gelockt. Sie ernährt sich von den im Selbstmörderwald gestrandeten Seelen. Nachdem sie uns nicht besiegen konnte, hat sie uns mit einem Fluch belegt, der uns zu ihren Lockvögeln macht. Überall dort, wo wir sind, liefern wir diesem Biest neue Nahrung.
Der Earl of Phantomhive empfiehlt einen Besuch des Schreins auf dem Berg Inai Kani, einem Heiligtum der Fuchsgöttin. We have to return as soon as possible to Japan to get rid of this malediction…
Mycroft lässt sich von Ciels Butler das Telephon zeigen und macht einen Wirtschaftswissenschaftsstudenten in Cambridge ausfindig, den wir als Japan- und Schwertexperten ausführlicher befragen könnten. Vielleicht kann uns Mika Taeder weitere Hintergrundinformationen zur Fuchslegende, dem Akagashi-Clan und dem Katana, das Mycroft im Aoki Gahara zeitweise mit sich führte, geben.
10:30pm Highclere Castle
Sofort nach Ankunft lasse ich ein Telegramm auf die Almina kabeln, in dem ich Ragnar anweise Mannschaft und Yacht auslaufbereit zu machen.
Nach einem Absacker in der Bibliothek gehe ich ins Bett…













