Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

主従 (Shūjū) – Herren und Diener

Maikurofuto berichtet beim Frühstück von einem Ausflug in die Traumlande. Er hatte die Drei Weisen im Meerschaumturm aufgesucht, um Erkundungen zu dem gelben Buch und dem zweiten Teil der gelben Flöte einzuholen. Die Weisen hatten geantwortet – die Flöte und das Buch sind zusammen. Sie befinden sich auf der Erde und in Maikurofutos Reichweite. Mehr hatte Maikurofuto nicht erfahren können.

Wir fahren zurück nach Trondhjem. Karura-san und Lorudo-dono nehmen sich während der Zugfahrt noch einmal die Inschrift aus der Mine vor, deren Sinn sich uns bisher noch nicht erschließen konnte. Die beiden scheinen sich langsam wieder zu vertragen. Seit unserem Besuch auf der Burg Wildenberg habe ich sie nicht mehr so einträchtig zusammen gesehen, wie jetzt. „Die Wesen des Wassers (oder auch Wassermenschen), sie dienen Dagon, dessen Stadt (oder Tempel) Y’ha-ntlei genannt wird“, lautet wohl die Übersetzung.

Dieses letzte Puzzelstück bestätigt unsere Vermutung einer Hierarchie. Dagon und seine Untergebenen leben in Y’ha-ntlei, in der Säulenstadt unter dem Tempelrik und Dagon dient dem Herrn des Wassers, dem Wesen aus dem Becken, den wir in seinen Träumen gestört haben. Die Thule-Gesellschaft scheint dieses Mysterium zu erforschen – und sie macht ein großes Geheimnis daraus. Erstaunlich ist auch, dass das Kupfer in der Røros-Mine sich im Gestein in der Form der Symbole dieser fremden Wesen niedergeschlagen hat – als hätte eine außerirdische Macht diese Rangfolge als unumstößlich hier in den Stein gemeißelt. Wo groß mochte ein solches Geschöpf wohl sein? Während ich darüber nachdenke, schrumpfe ich in meiner Vorstellung auf die Größe eines Insekts. Wie klein sind wir Menschen doch und wie unwissend – und wir halten uns für die Krone der Schöpfung…

Mittags erreichen wir Trondhjem. An Lorudo-donos Sopwith werden die letzten Reparaturarbeiten vorgenommen. Morgen früh könnten wir aufbrechen. Lorudo-dono spricht kurz und leise mit dem Chefmechaniker. Der schaut ihn zunächst etwas irritiert an, dann nickt er begreifend und ein amüsiertes Grinsen huscht über sein Gesicht.