QUAESITIO
Zunächst besuchen Mrs di Fiona, Mrs Nidelven und Lord Carnarvon den Patienten. Wie erwartet hat die Verwandlung dem Künstler weiter zugesetzt. Absenkung der Temperatur, Wachstum, seine Haut ist nun fast schwarz. Mrs Tillstrom ist nach wie vor entspannt. Der zuständige Oberarzt wird uns auf dem Laufenden halten.
Nun gilt es die Besitzer der verbliebenen Bilder aufzusuchen und die exklusive Galerie ausfindig zu machen. Und zwar schnell, daher teilen wir uns auf. Dabei sollte jeder den Ort kennen, der auf dem jeweiligen Gemälde abgebildet ist.
So suchen:
– Mrs Abdullah al Charie nach ‘Der junge Yuggoth’
– Mrs di Fiona, Mrs Nidelven, Mr Okumura nach ‘Morgenlicht über R’lyeh’
– Lord Carnarvon nach ‘Dämmerung über Halifax’
Derweil versuche ich diese ‘exklusive Galerie’ ausfindig zu machen. Dazu überreicht mir Lord Carnarvon seine angefertigte Liste und meine Telephon-Recherche beginnt.
Zum Lunch um 12:30 treffen alle ein, Zeit meine Taschenuhr aufzuziehen.
Mrs Abdullah al Charie berichtet uns lebhaft von ihrem Besuch bei Mr Stimson: Laut ihm ‘beschreibt’ jedes Bild den Ort ‘genau’. Sein Gemälde, ‘Der junge Yuggoth’ zeigt tatsächlich die unheilvolle Wüste in der wir auch schon waren. Es ist Teil einer Serie. Diese beruht auf einem namenlosen Buch, das Mr Stimson auf einer Auktion erworben hat. Er hat es an Blakeley verliehen, aber dato nicht zurück erhalten. Auch zeigt er Interesse am Ankauf von weiteren Bildern. Abschliessend hat Mr Stimson versucht sie zu ‘verzaubern’ um ein Ritual durchzuführen. Diesem konnte sie sich aber entziehen. Und der Mann trägt auch ein Henkelkreuz!
Mrs di Fiona und Mrs Nidelven dürfen einen Blick auf ‘R’lyeh im Morgenlicht’ werfen. Mrs di Fiona wurde nach eigener Aussage beim Betrachten förmlich hineingesogen; zu ihrem eigenen Erstaunen hat sie sogar die Almina gesehen. Die Besitzerin ist sehr interessiert am Ankauf weiterer Gemälde von Blakeley.
Lord Carnarvon berichtet uns, daß Mrs Biggs das Bild nicht mehr länger ertragen konnte und sie es an einen Landstreicher namens Jakob gegeben hat. Der Landstreicher sucht wohl des öfteren eine Kunsthalle auf. Mrs Biggs ist so freundlich diese Adresse kundzutun.
Ich habe inzwischen die Galerie ausfindig gemacht in der sich das Gemälde ‘Schicksal’ befinden könnte – Gordon & Sons Gallery, London.
Mrs von Humboldt ruft an um mir ihre neuesten Forschungsergebnisse vorzustellen/diskutieren/darzulegen. Sie spricht Proben bei Thermotaxis 37°C an, organischem Schwefel und eine Analyse zum Fischgeruch. Da ich relativ wenig von diesen Dingen verstehe delegiere ich das Gespräch an Lord Carnarvon.
Um drei Uhr werden Mixed Pickles serviert. Indy schnappt sich eine Gurke. Wir sind noch nicht wirklich vorangekommen. Eines steht fest: Nicht nur wir sind heiß auf die Bilder. Was nun?
Wir beschliessen die Galerie aufzusuchen. Als wir das Fabrikgebäude betreten wird Cook unruhig, Lord Carnarvon kann ihn gerade noch zurückhalten. Ein Mr Blith kommt uns entgegen, fragt ob wir den schwarzen Hund nicht lieber anleinen wollen. Lord Carnarvon lehnt ab. Auf Nachfrage nach dem Gemälde sagt er uns das sich die Besucher beschwert haben und es daraufhin abgehängt wurde. Aber es ist noch hier. Wir folgen ihm in den Keller.
Da ist es. Das ’Schicksal’. Das Bild mißt etwa 1,50 x 1,00 Meter, zeigt ein Himmelbett, umgeben von Wänden aus weißem Marmor, ein Steintor. Ein fischartiger Geruch geht von ihm aus. Als ich es aus verschiedenen Blickwinkeln betrachte hat es durchaus einen sehr ‘lebendigen’ Eindruck. Licht, Schatten und Proportionen verschieben sich, es wirkt richtig plastisch. Unglaublich.
Dieses Gemälde würde ich gerne erwerben. Nach einigem feilschen mit Mr Blith kann ich ihn auf 40 Pfund Sterling herunterhandeln. Nur leider habe ich diese Summe nicht bei mir. Daher muss ich sie mir bei Lord Carnarvon leihen. Eine Schmach denke ich kurz, als Schotte sich Geld bei einem britischen Adligen leihen. Aber in Anbetracht der Situation die beste Wahl. Zur Sicherheit stelle ich noch einmal mit Nachdruck fest das es sich hierbei um Mein Gemälde handelt. So erwerbe ich meinen ersten Blakeley.
Zurück in Halton House wird Mein Gemälde auf einer Staffelei aufgestellt.
Lord Carnarvon legt das Henkelkreuz an und versucht als Erster in das ‘Schicksal’ einzutauchen. Aus dem Bild dringt ein Hilfeschrei. Blakeley liegt im Bett. Lord Carnarvon kann kurz mit Blakeley durch das Bild sprechen, dieser ruft: ‘Pickman, Hilfe’.
Nun ich. Ich lege das Henkelkreuz an. Ich gebe meine Taschenuhr an Mrs di Fiona und wir einigen uns auf maximal 10 Minuten.
Das Bild, es ist schon faszinierend. So eigenwillig in seiner Art. Die fremdartigen Proportionen. Und es zieht mich doch irgendwie an. Ah so schön, eine Stimme sagt zu mir das ich noch ein Buch namens ‘Eibon’ benötigen würde um zu ‘wechseln’. Was für eine Verlockung, Bücher waren schon immer meine Leidenschaft. Und die Landschaft sie wirkt so real. Dann werde ich abrupt aus meiner Vision geworfen, die zehn Minuten sind um. Ich bin verwirrt. Dieses Buch ‘Eibon’, es könnte sich noch im Atelier befinden, dort versteckt oder entwendet worden sein.
Ich gehe mit Indy raus, blicke in den Sternenhimmel, dann geht es ab ins Bett.









