Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

* Posthumes Interview mit Percival Lloyds

Nach einer unruhigen Nacht erwache ich gerädert. Der Korb neben dem Bett ist gähnend leer. Ich vermisse meinen treuen Freund. Ich rieche kurz an der Hundedecke, dann verstau ich alles geordnet unter dem Bett. Anschließend nehme ich ein Bad. Der Hunger erwacht heute erst langsam.

10pm bin ich salonfähig & bei Tee im Stehen bereiten wir uns auf den Besuch in der Pathologie von der Royal Main Hospital vor. Mary-Ann & Mare streiten unentwegt über die richtigen Fragen, der Lord ist auffallend ruhig. Er macht sich wahrscheinlich Sorgen, falls unser Vorgehen in irgendeiner Form publik werden würde. Aus diesem Grund habe ich alle Gefährten um Hilfe gebeten, zu viel steht auf dem Spiel inzwischen, aber wir müssen Ergebnisse liefern. Sagt mir jedenfalls mein Bauchgefühl.

Nach wenigen Minuten stehen wir im Gebäude & ich spreche mit der Krankenschwester an der Infothek, sie verweist uns an den gerade eintreffenden Dr. Wir tragen ihm unser Anliegen vor & ich räume anfängliche Zweifel schnell durch passende Fachfragen aus. Wir werden zu den Toten geführt & die Bahre entblößt. Wir erkennen ihn alle, Percival Lloyds

Wie abgesprochen gehen Lord & Mary-Ann mit dem Doktor hinaus, sodaß ich mit meinen Freunden das Ritual der Geistbefragung durchführen können. Vor dem Zauber bekleide ich mich mit Schutzrobe & älterem Zeichen. Mit anmutig chaotischen Handmudra vollführe ich ein Voorischen Zeichen, um den nachfolgenden Zauber zu stärken. Das mitgebrachte Kaninchen wird nun unter Gesang getötet & der Leichnam mit dessen Blut befleckt.

Der Leichman ruckt & sphärisch erhebt sich ein leuchtende Zweitgestalt des Toten. Er schaut uns verwundert an.

Gestattet mir einige Fragen & ich entlasse euch wieder in eure Ruhe!“

  • „Bist Du Percival Lloyds?“ JA
  • „Hast Du Dich selbst getötet?“ NEIN
  • „Kanntest Du Deinen Mörder?“ NEIN
  • „War der Mörder maskiert?“ JA
  • „Kanntest Du den Inhalt des Dokument?“ JA

Ich nicke Carla zu & sie schiebt mir viel magische Kraft zu, um die Befragung fortzusetzen. Mary-Ann & der Lord kommen zu uns, Mare & Carla lenken nun den Doc weiter ab.

  • „Gibt es eine Kopie von dem Dokument?“ NEIN
  • „Kennst Du die Magierin Cassilda?“ NEIN
  • „Kannst Du Magie ausüben?“ JA
  • „Ist der Inhalt des Buches die letzten Kapitel eines bekannten beliebten sagenumwobenes Buchs unter Seemänner?“ JA

Wir schauen uns alle an, das war eine gute Information. Die Stimmen draußen werden lauter, ich entlasse den Geist & wir reinigen schnell mit forensischen Spezialreinigern den Befragungsort. Mit Wortes des Dankes verlassen wir das Royal Main Hospital & hinterlassen es einen überfragten Pathologiearzt.

Nächstes Ziel: Portsmouth. Der Torpedo rast mit vollen Anschlag über die Straßen, mir gefällt die Geschwindigkeit, es erinnert mich ans Fliegen. Wir besprechen uns mit Sanjuro. Er kennt das Buch nicht, wird aber versuchen, es zu erlangen & zu lesen.

Die irre Apothekerin will unbedingt „für die Tarnung“ Eheringe kaufen, um auf der Beerdigung nicht aufzufallen. Ihr Insistieren misshagt mir & ich verdeutliche nochmals, es ist lediglich ein Schauspiel. Ihr gefällt meine Verärgerung. Da hilft nur Gin. Anschließend verbringen wir es bei einigen Juwelieren, um Frau von Humboldt einen ihr gemäßen Ring zu finden. Satte 8 Shilling kostet mir der morgige Auftritt bei der Beerdigung.

Schnell eile ich zurück zum Hafen, um mit Sanjuro nach Curdridge Hill zu fahren. Amanda ist zugegen & empfängt uns in alter reservierter Manier. Sanjuro spricht kurz mit Ihr, um dann mit mir gleich in den Keller zu gehen.

Wir stehen vor dem Schrein. Ich knie nieder & harre der Dinge. Sanjuro schreitet zu dem Schrein & hindurch, verschwindet. Ich bin kurz unruhig, aber übe mich im Vertrauen. Nach etlichen Minuten, mir schmerzen schon die Knie, erscheint er wieder, sichtlich geklärter.

Danke. Du mußt mir einen zweiten Gefallen erweisen. Ich habe …. Hunger – und muß Vorsorge treffen!

Ein sehr weiser Gedanke. Sehr gerne, mein Freund!“ Ihm steigt etwas Schamesröte auf, doch ich schweige & wir gehen ans Werk, Leichen auszugraben.

Auf dem Friedhof graben wir das frischeste Grab aus, ich tarne mein Antlitz mit dem Gesicht des Dr. Dr. Bernard Link. Nach einer Stunde haben wir ungestört genügend „Vorrat“ gesammelt (ein ganzen Seesack voll), daß wir zur Quest zurück kehren können. Sanjuro verarbeitet die „Speise“ in unauffällige Bento, doch so genau will ich es dann auch nicht wissen…

Als wir am Abend bei unseren Freunden eintreffen, ist die Diskussion um die Frachtliste sowie persönliche Gegenstände voll entfacht. Wir müssen bald das Gepäck finalisieren. Die Abreise rückt in kleinen, aber stetgen Schritten näher.

Diese Nacht will ich im Hotel verbringen & dies nicht allein. Ich bestelle den Zimmerservice mit Happy End, ich brauche etwas Lebendiges zum Einschlafen…