Pendulum in Pendulum
January 28 1921 Friday 10am Chateau Mirastel
Es schneit…
Wir werden darüber informiert, dass in der Kleinstadt ?Surgnieu? weitere Verluste gemeldet worden sind: Ein Huhn, ein Hahn, eine Wasserpumpe, eine Gartentür und das Schild der örtlichen Gendarmerie sind wieder auf geheimnisvolle Weise, wie gewohnt, entschwunden.
Mycroft und Sanjuro stehlen den Schlüssel zu Monsieur Arquedouvres Zimmer vom Schlüsselbrett des Personals und sehen sich darin um. Sie hören ein Rascheln unter dem Bett und gleich darauf ein “Psst” aus dem Schrank, der einen doppelten Boden hat. Sie ziehen sich lieber wieder zurück aus dem verlassenen Zimmer…
In der Bibliothéque versammeln wir uns und rätseln erneut an den Zeichen im Geländer. Sollen sie Sternbilder darstellen?
Wir kommen nicht wirklich weiter und auf einmal fängt es an mich in meiner linken Hand zu jucken…Mein Pendel ruft mich…
Ich folge ihm…
Es zieht mich in den Kreis des Foucaultschen Pendels in der Eingangshalle….
Ich komme auf der Osthälfte des Kreises neben dem energetischem Mittel- und Nullpunkt zum Stehen und lasse mein Pendel schwingen. Ich beobachte, wie es sich mit dem großen, schweren Pendel leichtläufig synchronisiert…
Die Schwingung meines Pendels ist nun gleichläufig mit dem des Foucault…
Als erstes fällt mir der breit gefächerte Spectralhalbkreis auf, der in die Eingangshalle bunt hinein strahlt, hervorgerufen von dem geschliffenen Halbrundfenster direkt über der Eingangstür…
Ich hatte diese Erscheinung vorher nie bemerkt…
Mein Pendel bewegt sich wie in Zeitlupe…
Ich sehe klar die Nord-Süd-Ausrichtung der gleichmäßigen Bewegung..
Es scheint, als ob ich nach kurzer Zeit die östliche Hälfte des Gebäudes…einfach wegatme…Sie wird unsichtbar…Wie auf Highclere Castle bleibt nur die westliche Hälfte permanent…
Ich sinke in den Spalt, der mein Castle im Hampshire teilt…”Yoth ist ziemlich ungemütlich!!!” höre ich eine unbekannte Stimme spotten…
Der Spalt in meinem Stammsitz führt zu den roten Cavernen, zu den Cavernen von Yoth, so wird mir klar (gemacht)…
Mein Pendel desynchronisiert und ich komme wieder zu mir…
Voll Mitteilungsdrang informiere ich meine Mitstreiter, was ich in den letzten 5 Minuten herausgefunden habe….
Ich werde milde darauf hingewiesen, dass ich mindestens 60 Minuten fixiert wie ein Baumstamm im Kreis dagestanden habe, und mein Pendel konstant einen starken Ausschlag gezeigt hat.
Anscheinend deswegen verspüre ich einen gewissen Durst, den Mycroft mit einem tüchtigen Schluck Gin zu vertreiben weiß. Nun wird mir auch die Constellation der Bilder und ihrer Rahmen in der Eingangshalle klar:
Die Rahmen der Bilder in der Eingangshalle der Osthälfte des Schlosses sind in Silber gehalten, die Rahmen der Westhälfte in Gold. Schon das Foyer teilt das Gebäude ein in Mond- und Sonnenseite…
Mycroft teilt mir darüber hinaus kalt mit, dass er seinen Byak’hee rufen wird, um mal eben dort oben in 50km Höhe nachzuschauen, was es da so gibt, was uns Sorgen bereitet. Da die kurze Reise in die Atmosphäre sehr schnell vorüber sein wird, hat sich Ragnar bereits als ein weiteres, aufmerksames Augenpaar angeboten…
Doch dazu benötigen sie einen Schutzanzug gegen die Kälte und die Sauerstoffarmut in diesen Höhen. Maxim wurde angefragt, ob er Verbindungen zu den Herstellern der neuesten Unterwassertauchanzügen hat, was er bestätigen konnte. Glücklicherweise verfügt er über Connections nach Paris an die richtige Stelle, die er auch spielen ließ…
Der Colonel und der Captain werden sofort aufbrechen, um die benötigte Hardware abzuholen. Mary-Ann schließt sich an. Sie sollten nicht allzu lange für den Aerotrip brauchen, da des Colonels Flugzeug ihn startbereit in Lyon erwartet…
Nach ihrer Verabschiedung beschliesse ich die nächste Seite im Buch Tsathoggua zu lesen. Mit schwerer Sorge um meine geistige Gesundheit…
8pm Noch am Verdauen des Gelesenen – Es wird weiter meine Geschichte als Wirt des Ringes erzählt – Ich sitze nun schon seit einiger Zeit dümmlich vor mich hingrinsend ins Leere starrend in der Bibliothek – erreicht mich ein Call von Mycroft aus Paris:
Mary-Ann ist auf die gleiche Art und Weise verschwunden wie Carla. Sie entfuhr gen ciel an der selben, fleischregnenden Stelle, an der Sanjuro beinahe von einem Holzscheit erschlagen wurde…
Unwillkürlich lache ich laut auf: Jetzt haben sich “THEY” die zwei nervigsten Frauen, die ich kenne, eingefangen. Das Blatt sollte sich nun zu unserem Vorteil wenden…
Beim Dinner auf dem Chateau erfahren wir, dass die anhaltenden Diebereien im Ain-Department die französische Regierung auf den Plan gerufen haben. Sie zeigt sich offiziell besorgt und schickt einen Sonderermittler in die Region: Inspecteur Lumière…!!!
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass dies immer mehr zu einer Familienangelegenheit wird!









