Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

* Operation Vril Phase III

Die Kirchenglocke schlägt 0:00, als wir in die Grünstraße erreichen. Die Straßen sind leer, auf dem Weg haben wir nur vereinzelnde Betrunkene gesehen. Wir spähen das Haus Nr. 4-5 aus, alles dunkel & kein Laut zu hören. Mary-Ann schaut mich fragend & stumm an, ihre unruhigen Handbewegungen verraten Unsicherheit & Aufregung.

Ok. Soweit so gut.“ erläutere ich die Situation. „Nun gilt es, leise den Hausmeister auszuschalten. Du gehst zur Tür & klopfst laut. Wenn der sicherlich müde & genervte Mann die Tür öffnet, schnappe ich ihn mir & halte ihn fest. Deine Aufgabe ist es, ihn dann zu chloroformieren. Ohne Zögern!

Sie schaut mich an & nickt, als ob es das Klarste von der Welt wäre.

Schaffst Du das?“ frage ich besorgt.

Klar doch, was denkst Du denn? Klopfen, dann… und was sage ich dann?

Du bist überfallen worden & willst die Polizei rufen. Irgendwas, das er die Tür aufmacht.

Sie überlegt & nickt dann dazu fast freudig. Ich rate Ihr, das Aussehen etwas überfallartig umzugestalten. Ich ziehe mir Handschuhe an & nehme die Brille ab. Dann schleichen wir zu der Tür & ich halte Ausschau nach anderen Menschen, doch die Straßen sind leergefegt. Als ich mich neben der Tür positioniert habe, hämmert die Apothekerin wie wild an die Tür. Von drinnen hört man zunächst nur Geraschel.

Mary-Ann ist in Ihrer Rolle, hysterisch hämmert sie weiter & ruft „Hilfe! Ich bin überfallen worden! Helfen Sie mir! Bitte helfen Sie einer armen hilflosen Frau!

Von drinnen hört man schlürfende Schritte, dann öffnet sich ein kleiner Spalt der Tür. Ich kann den ungepflegten dicken Mann von heute abend erkennen.

Was jibts denn? Hieer schlofen alle!“ poltert er los.

Bitte, bitte helfen Sie mir, ich bin überfallen worden. Kann ich bei Ihnen die Polizei rufen?

„Ich hab keen Tlefonabbarad, gehen sie doch zur Wache!“

Mary-Ann schaut mich kurz an, ich deute ihr weiterzumachen. Ihre linke Hand hat sie immer noch in der Tasche mit dem fertigen Chloroform.

„Aber, bitte, helfen Sie einer hilflosen Frau, kann ich mich bei Ihnen frisch machen? Die Gestalten schleichen hier noch umher, ich habe Angst! Bitte!“

Nun öffnet er die Tür, tritt einen Schritt hinaus & will etwas erwidern, doch ich stürme los. Mary-Ann hüfpt dreimal auf der Stelle. Mit einem „Was soll das!“ wird der müde Hausmeister von mir einfach umgerannt & ich drücke ihn erbarmungslos zu Boden. Schnell & geschickt drückt Mary-Ann ihm den Wattelappen auf die Nasen-Mund Partie.

Der Überrumpelte zuckt & wehrt sich noch ein paar Sekunden, doch dann vernehmen wir ein Schnarchen. Schnell reisse ich das Chloroform fort. „Nicht zuviel, wir wollen ihn ja nicht umbringen.“ Mit vereinter Kraft befördern wir den Bewusstlosen in sein Bett zurück, fesseln & knebeln ihn sogleich.

Schnell eile ich zum Fenster & linse nach Menschen, denen unser Überfall aufgefallen ist, doch zum Glück niemand da. „Das war einfach, zu einfach!“ mahnt eine Stimme in meinem Kopf. Die Suche nach Schußwaffen verläuft ergebnislos, doch ein Schlüsselbund lächelt mich dafür an, den ich sofort einstecke. Meine Verkleidung hat beim Angriff gelitten, bin zu aufgeregt zum erneuten Schminken. Ungeschminkt durchsuchen wir gründlich den Raum – nichts Brauchbares gefunden! Zum Glück hat niemand Alarm geschlagen, daher gehen wir in die Nachbarräume.

Grünstraße 4 Erdgeschoss

Draußen ist es stockdunkel & wir schreiten leise mit der abgedeckten Taschenlampe zur nächsten Tür. Mit einem Schlüssel läßt sie sich öffnen, doch wir entdecken lediglich eine kaum genutzte Küche. Dahinter sehen wir eine Toilette, die Mary-Ann gleich nutzt. Die Aufregung scheint Ihr auf die Blase zu schlagen.

Nachdem ich mich abermals versichere, keine Zeugen zu haben, dringen wir ins Obergeschoß ein. Leise schleichen wir die knartzende Treppe hinauf, hören jedoch keine Geräusche. Sind wir wirklich allein?

Obergeschoß Grünstraße Nr. 4

Mit dem Schlüssel öffne ich die Vordertür, niemand zu sehen. Mary-Ann ist mucksmäuschenstill & läßt mich meine Arbeit verrichten. Ich schleiche zur nächsten Tür auf der linken Seite & sehe in den Raum. Er ist leer, nur etliche Bücherregale stehen darin. Wir gehen kurz in den Raum & erkennen, daß viele Bücher sich um Okkultismus & neue Esoterik sowie alternative Sachbücher handelt. Wir überlegen kurz, hier eine Zeitlang zu stöbern, doch verwerfen diese Idee, zu lange würde das dauern.

Eine weitere Tür, die von diesem Raum abgeht, entpuppt sich als Abstellkammer. Wir gehen zurück zum Flur & öffnen die nächste Tür. Offensichtlich ein Büro, mit vielen Unterlagen. Nach kurzer Durchsicht kann ich nichts Auffälliges entdecken. Doch da, in der linken Ecke, sehe ich einen Tresor! Während ich Mary-Ann zum „Schmiere-Stehen & Hausmeister betäuben“ wegschicke, lasse ich das Rädchen drehen & lausche angespannt in der Stille…

45 18 33 1

Klack & Offen! Ich sehe das Granulat & den Metallbehälter, den die mysteriöse Marija uns beim Vortrag gezeigt hatte. „Nun wird alles ganz mysteriös aus Berlin verschwinden!“ denke ich mir & nehme mir alles. Nachdem ich alles in meinem Arztkoffer verstaut habe, durchsuche ich den Rest des Raumes, kann jedoch nichts weiteres entdecken.

Mycroft knackt Thule Tresor

Wir verlassen den Raum & wenden uns der nächsten Tür zu. Nach dem problemlosen Öffnen mit den Schlüsseln des Hausmeister stehen wir erneut in einem Büro. Die Thulisten scheinen rege Korrespondenz zu führen – tausende von Unterlagen finde ich in den Regalen & Schubfächern. Dann erspähe ich unter dem Schreibtisch einen zweiten Tresor!

Second Safe open!

Wieder bitte ich Mary-Ann Ausschau nach unerwünschten Zeugen zu halten, um in Stille auf das befreiende Klicken zu warten. Nach mehreren habe ich die richtige Kombination gefunden…

21 11 78 9

Mit einem schrillen Quietschen öffnet sich die Tür & warm-gelbliches Licht schimmert mir entgeg
en. Ich erblicke ein dickes Bündel Reichmark, einen echten massiven Goldbarren sowie einige Dokumente in braunen festen Top-Secret Umschlägen. Mit einem breiten Grinsen greife ich mir die Umschläge & schaue gleich hinein

Karte von Thule

Ein Geräusch läßt mich erzucken, doch es ist nur Mary-Ann – „Was ist? Hat es geklappt?“ fragt sie erregt. Ich winke nur mit den gefundenen Bild – verstaue dann aber alles schnell in meinem Koffer, der inzwischen gut gefüllt ist.

Lass uns den Rest absuchen – doch ich glaube das Wichtigste haben wir nun!“ Mit diesen Worten verlasse ich das zweite Büro, die Apothekerein folgt meinem Beispiel. Schnell sehen wir, daß in den restlichen Räumen nur Alltagsgegenstände zu finden sind. Das Berliner Zimmer ist hervorragend eingerichtet, doch ich frage mich, wieso sie diesen Stil nur für einen Raum gemacht haben. Wollen die Berliner damit zeigen, dass Sie auch könnten, aber nicht wollen?

Leise & ohne Zwischenfälle beenden wir den Vorgang. Ich hänge die Schlüssel wieder ans Brett des Hausmeister, nachdem ich alle Türen wieder verschlossen habe. Eine Dosis wird dem betäubten Mann noch verabreicht, sodass er noch bis in die Morgenstunden schlummert. Die Fesseln lockern wir soweit, daß er allein sich befreuen kann.

Mr. Summerset

Nachdem ich meine Tarnung wieder halbwegs hergestellt habe, schauen wir uns zunächst um, doch alles ist ruhig. Durch Schatten der Berliner Stadt torckeln wir wie ein betrunkes Liebespärchen taumelnd ins Hotel zurück. „Pack deine Sachen, wir nehmen den ersten Zug nach London. Ich buche gleich die Passage für uns & hinterlasse dein Ticket an der Rezeption. “ & verabschiede mich mit einem gespieltem Kuß von Ihr. Lachend vor Erleichtung geht Sie nun auf Ihr Zimmer.

Auf dem Heimweg mache ich noch einen Abstecher ins Grand Hotel, um ein Telegramm ans H.C. zu senden. Ich buche die Tickets & lasse gleich eines zu Mary-Ann senden. Ich will nun nach Hause, doch wegen einem kleinen Anflug von Paranoia schlage ich viele Haken, doch niemand scheint mir zu folgen. Erleichtert gehe ich auf mein Hotelzimmer & schminke mich ab. Anschließend begutachte ich erneut die Beute, besonders die Dokumente.

Nachricht der Thulisten

Ein Führer? Ist das ein Dienstrang? Wen meinen die damit? Ich spüre die Wichtigkeit dieser Meldung, doch kann sie im Moment nicht zuordnen. Geschrieben hat die Nachricht ein gewisser H. – auch eine weitere Person im undurchsichtigen Kampf der finsteren Kräfte. Wieder eine neue Person an meiner gedanklichen Pinnwand!

Lokalisierung von Thule

Die Beschreibung von Thule – den Ort kennt die Gruppe bereits – Ragnar scheint eine Verbindung zu diesem Mysterium zu haben. So ganz sicher bin ich mir nicht, wie sich seine Verwandlung entwickeln wird. Im Stillen hoffe ich, der Lord hat den Kapitän nochmals sich seine Mitarbeit zugesichert. Die Kräfte aus dem Meer scheinen ihn stark zu beeindrucken. Nach dem dritten Gin siegt jedoch die Müdigkeit, die Anspannung weicht einem tiefen Schlummer.

Morgens werde ich jäh vom Wecker aus meinen Träumen gerissen. Nach einer schnellen Morgenwäsche lege ich meine Verkleidung an, diesmal gelingt sie mir wieder besser. Nach zwei starken Jakobs Kaffee mache ich zum Hauptbahnhof auf – Mary-Ann steht bereits da mit ihren vielen Koffern. Bis wir Deutschland verlassen haben, mime ich den Unbekannten & setze mich auf meinen gebuchten Platz. Die ruhige Reise verläuft ohne Zwischenfälle, ich studiere die Zeitung & schlafe ein wenig, die Nacht war recht kurz.

Gegen 8 pm erreichen wir London, der Verkleidung habe ich mich bereits entledigt. Mit einem Fahrservice lassen wir uns direkt ins HC bringen. Wie gewohnt werde ich direkt durchgelassen & gehe direkt strahlend zum Lord, die wie gewohnt an seinem Schreibtisch sitzt. Hoch erfreut umarmen wir uns & er kommt sogleich zur Sache!

Und, Mycroft, wunderbar, was haben sie denn gefunden…?“ Mit einem Grinsen zeige ich ihm das Granulat, das Orichalkum sowie die Top-Secret Umschläge. „Damit haben wir wieder viel geschafft. Morgen werde ich den Eiszapper aufladen. Die Funde sollten wir in der großen Runde besprechen.“ Als ich ihm von Cassilda erzähle, scheint er jedoch am meisten interessiert zu sein. Kein Wunder, es war eine magische Begegnung.

Schnell rufe ich meine Freunde zusammen, damit wir die Funde begutachten können, was aber wegen des immensen Gin Konsums spontan auf morgen wird…