* Odawarische Spurensuche
Nach einem knappen Frühstück nehmen wir unser Gepäck und schreiten direkt zum Anwesen mit dem Schloß Odawara. Sanjuro ist aufgeregt wie ein junger Hund bei der ersten Jagd. Stumm & konzentriert erreichen wir das verkommende Castle. An der Grenze bei den Shinto Schreinen sehen wir 2 Frauen, die anscheinend weitere Gebete sprechen & Gaben für die Götter darreichen. Ich halte mich zurück, sehe wie Sanjuro vorsichtig & höflich die Frauen zu dem Vorgängen befragt.
Schließlich erzählt er mir, das er einen Namen von einem Augenzeugen erhalte habe, der die merkwürdigen Erscheinen gesehen hat. Dann wenden wir uns der Ruine zu. Ich mache das Jagdgewehr bereit & lasse meinem aufgeregten Freund den Vortritt. Die Stille ist bedrückend, der Verfall ist beängstigend. Hier waren wir vor hunderten von Jahren bereits gemeinsam. Er ist gestorben & ich entehrt geflohen.
Im Augenwinkel sehe ich eine Gestalt, die etwas entfernt vor uns zwischen den Bäumen huschte. Leider sieht Sanjuro nichts. Vorsichtig & zu den Seiten absichernd gewegen wir uns zu der Stelle bei dem Baum. Wir stehen etwas ratlos herum, dann erblickt mein geschultes Auge Spuren!
“Hier! Dies scheinen japanische Sandalen & ein Vorhang zu sein, hier die Schleifspuren”
Ich höre eine Bewegung hinter mir, wirbel herum, kann jedoch kein Ziel ausmachen. Stille. Schnee. “Laß uns in die Burg gehen” drängelt Sanjuro.
Wir gehen weiter – ein Hase hoppelt durch das Unterholz. Wir lachen, die erste Anspannung löst sich. Uns fällt die Geschichte vom Mond & dem Hasen ein, Usagi no Tsuki.
Dann stehen wir vor dem Haupthaus. Alles ist im Verfall begriffen, das Haupthaus weist auch gefährlich Brüche auf. Dennoch wagen wir den Eintritt – niemand scheint weit & breit zu sein.
Drinnen ist es kalt, naß & unheimlich, eine miese Aura. Sanjuro bemerkt es auch, doch will unbedingt weiter. Der Boden scheint brüchig zu sein. Ich schreite voran & mache ihn auf gefährliche Stellen aufmerksam. Beim Weitergehen scheit er genau bei dieser Stelle weg & bricht bis zur Hüfte ein. Ich eile ihm zur Hilfe, doch der Fuß scheint festzustecken.
Mithilfe von einem Hebel befreie ich ihn. Nach einigen Minuten verarzte den Fuß, es scheint nichts Ernstes zusein. Uhrenvergleich: 2pm. Wir stehen vor einer verschlossenen Tür, die in den Keller führt. Dort vermutet Sanjuro einen Hinweis, vielleicht sogar seinen Schrein oder sein Schwert.
Nach einer kurzen Beratung, untypisch für diesen Ort, beschließt der japanscihe Hitzkopf einfach die Tür einzutreten. Laut krachend fällt sie zu Boden. Er stürmt plötzlich vor, sieht eine versiegelte Falltür im Boden. Kurz halte ich ihn zurück, ermahne ihn zur Vernunft & untersuche die Verschlußmechanismen – keinerlei Falle.
Wir öffnen gemeinsam die Klappe & klettern die darunterliegende Stiege hinunter, sanjuro natürlich zuerst. Es hüllt uns Dunkelheit ein, ein Taschenlampe wird eingeschaltet. Am Ende dieses höhlenartigen Kellers sehen wir ein Glitzern.
Nun hält ihn nichts mehr, mein leichtsinniger Freund rennt fast. Am Boden liegt ein Schwert, schwarzer Griff mit einer grünlich glasigen Klinge.
“Es ist nicht dein Schwert”
“Nein, aber wer weiß”
“Du willst es anfassen”
“Ja…”
“Wirf doch eine Münze, das klappt bei uns immer super!” rate ich ihm schmunzelnd.
Er tut es tatsächlich & greift dann zu. Noch bevor er das Schwert richtig in seinen Händen hält, fallt er um wie ein nasser Sack, ich fange ihn mühsam auf. Die Klinge fällt zu Boden & bleibt einfach dort liegen. Mit der Waffe suche ich die Umgebung ab. Nichts zu hören oder zu sehen. Es ist Winter & wird bald dunkel. Super, das mit dem Münzwurf. Es ist 3pm –
“Das müssen wir unbedingt wiederholen!” rufe ich zynisch & laut.
Nach einer kurzen Dauer schleife ich ihn zur Treppe. Sie ist bereits wieder komplett vereist & alleine bereits eine Herausforderung. Schultern werde ich ihn nicht können, dann verunglücken wir beide hier. Ich setze ihn kurz ab, klettere langsam nach oben. Dort versuche ich ein Geländer aus dem Schutt zu improvisieren – vergebens. Die Balken sind allesamt zu schwer & glitschig. Ich gehe wieder zum ihm, er schläft weiter. Ich versuche ihn unterzuhaken, und dann auf dem Gesäß die Treppe stufenweise hochzuhopsen. In der Theorie eine einfache Sache, jetzt kullere ich die Treppe wieder herunter.
Frustriert mache ich ein Feuer, wärme uns & denke über die Optionen nach. Nach einer Weile probiere ich es erneut. Mit neuer Kraft schaffe ich schließlich das Hopsmanöver. Oben angekommen schultere ich ihn, meine Sachen lassen ich zurück. Die Balken wollen schon mich verschlucken, da greife ich zur verbleibenen Ladung auf meinem Glücksamulett. Dadurch gestärkt schaffe ich den bewusstlosen Sanjuro langsam wankend ins Auto. Nachdem ich auch meine Sachen geholt habe, setze ich mich an das Steuer, genehmige mir einen Gin. Nachdem ich bereits betrunken bin, erwacht Sanjuro. Er kann sich an nichts erinnern. Nachdem wir uns ausgetauscht haben, gehen wir in die kleine Gaststätte, ohne einen weiteren Menschen zu sehen.









