Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

金色の円板 (Kin'iro no enban) – Die goldene Scheibe

Beim Frühstück sind wir wieder zusammen. Mari-chan und Senchō waren gestern in eigener Sache unterwegs. Sie waren einer Spur nach einem Ritual der einheimischen Maori nachgegangen, im welchem es um eine Art „Unterwasser atmen“ geht. Dabei war eine Paste produziert worden, die der Ritualausführende sich ins Gesicht schmierte und damit die Fähigkeit erlangte, unter Wasser atmen zu können. Mari-chan berichtet mit überschwänglicher Euphorie, dass sie den heutigen Tag damit zubringen wolle, die Komponenten, die in diesem Ritual eingesetzt wurden, zu untersuchen und zu nach Möglichkeit zu identifizieren. Senchōs Begeisterung hält sich in Grenzen. Er kann seine aufkommende Übelkeit bei der Erinnerung an jenes Ritual nur schwer verbergen.

Ich begleite Maikurofuto und Lorudo-san, die sich bei den ansässigen Schmuckhändlern nach der Goldscheibe erkundigen wollen, die in den Tagebuchresten von Henry Winterbottom Erwähnung gefunden hatte. Maikurofuto wird schnell fündig. Bereits das erste Schmuckgeschäft, in dem wir nachfrage, verlässt er mit einem triumphalen Grinsen auf den Lippen und überreicht Lorudo-san ein Bündel, worin besagte Scheibe eingewickelt ist.

Zurück im „Oriental“ packt Lorudo-san einen Koffer auf den Tisch, den er eigentlich ständig mit sich führt und nie aus den Augen lässt. Ich hatte mich schon des Öfteren gefragt, was sich in diesem Koffer befindet. Heute nun offenbart sich mir dieses Geheimnis: der Koffer enthält vier dieser grünlichen Kugeln, wie jene aus dem Untergrund der Pyramiden von Visoko. Ein leichter Schauer läuft mir bei der Erinnerung an unser Abenteuer auf dem Balkan über den Rücken. 

Neben den Kugeln werden auch eine Reihe teiltransparenter Karten aus dem Koffer zu Tage befördert. Lorudo-san kombiniert diese mit der goldenen Scheibe, die Maikurofuto bei dem Schmuckhändler gefunden hat. Die Scheibe, so wird mir erklärt, markiert den Standort einer weiteren Kugel. Mit diesen Kugeln, so heißt es weiter, sei es möglich, ein Raumportal zu öffnen, das heißt, man kann sich mit dieser  Methode schnell von einem Ort zu einem anderen befördern. Je mehr Kugeln man einsetzte, desto weiter könne man auf diese Weise reisen. Es gäbe aber auch Nebenwirkungen, erklärt Maikurofuto. Man könne zwar bestimmen, wohin man auf diesem Wege reist, jedoch sei das „Wann“ des Zieles ungewiss. Die Manipulation des Raumes bringt für die Betreffenden also auch eine Verschiebung der eigenen Zeitlinie mit sich.

Nach einer Weile stehen die Koordinaten für das nächste Ziel unseres Abenteuers fest. Senchō benennt die Stelle als „Pol der Unzugänglichkeiten“.

Pol der Unzugänglichkeiten