Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

海難 (Kainan) – Schiffbruch

Als wir uns dem Pol der Unzugänglichkeiten nähern, bricht ein Unwetter los. Je näher wir unseren Zielkoordinaten kommen, desto heftiger wird der Sturm. Die Bilge läuft voll Wasser, das Schiff beginnt sich zu neigen. Senchō stellt ein paar Seeleute zum Pumpen ab und beordert mich auf die Brücke. Ich soll das Hauptkommando führen, während er die Sicherungsmaßnahmen an Deck befehligt.

Im Dunkel des Sturms zeigt sich vor uns ein Licht – eine Art Leuchtfeuer. Das Licht selbst erscheint mir jedoch irgendwie fremdartig und unirdisch, aber vielleicht ist es auch der aufgewühlte Himmel, der meine Wahrnehmung trübt. Den ermittelten Koordinaten nach ist genau dort unser Ziel, also kommandiere ich die Arumina dem Licht entgegen.

Tatsächlich hebt sich nach einer Weile die Siloutte eines Turmes vor den dunklen Wolken ab, von dessen Spitze das Licht ausgeht. Nun ist auch zu erkennen, dass es einen Eingang in den Turm gibt – eine Art Tor, das man vom Wasser aus passieren könnte. Senchō, Maikurofuto, Lorudo-san, Karura-san und Mari-chan nehmen eines der zwei Beiboote und rudern dorthin. Mir obliegt die Aufgabe, die Arumina zu halten.

Der Sturm lässt nicht nach. Alle verfügbaren und nicht mit anderen Aufgaben betrauten Männer pumpen was das Zeug hält, um das überschwappende Seewasser von Bord zu bekommen. Ich sehe, wie unser Beiboot die „Toreinfahrt“ erreicht und meine Freunde aussteigen und in den Turm gehen. Sie haben es geschafft – das bedeutet erst erst einmal eine Sorge weniger.

Die Arumina wird wie eine Nussschale auf den heftigen Wellen umhergeworfen. Ich wage einige riskante Manöver um den größten Brechern zu entgehen. Drei Stunden lang kämpfen wir gegen die Natur(?)gewalten an. Die Mannschaft verliert spürbar an Kraft und auch meine Konzentration beginnt nachzulassen. Immer wieder blicke ich hinüber zum Turm, in der Hoffnung, dass meine Freunde schnell zurückkehren. Doch sie lassen sich einfach nicht blicken. 

Ich dirigiere ein Manöver, um einer großen Welle backbord auszuweichen. Irgendwie muss ich mich dabei verrechnet haben. Statt weg vom Turm drängt uns die Welle gefährlich nahe an das Bauwerk. Ich reagiere zu langsam und meine Befehle zur Verhinderung des Schlimmsten erreichen die Crew nicht rechtzeitig. Krachend brechen die Planken, als das Schiff gegen die steinerne Turmwand geschleudert wird. Mir stockt für einen Moment der Atem. Ich bin schier fassungslos über das, was gerade passiert ist. Die Arumina sinkt…. unter meinem Kommando…..

Schnell gewinne ich meine Fassung wieder. Ich habe gelernt, zu funktionieren, wenn es darauf ankommt und gebe den Evakuierungsbefehl. Das zweite Beiboot wird zu Wasser gelassen. Nachdem ich mich versichert habe, dass alle an Bord des Rettungsbootes sind, legen wir ab. Die Mannschaft ist erschöpft und ich halte es für das beste, ihnen etwas Zeit zur Erholung zu geben. Es gibt weit und breit kein Festland. Der Turm stellt unsere einzige Zuflucht dar. Außerdem muss ich Lorudo-san finden und ihm die schlechten Neuigkeiten überbringen. Mir graut etwas vor diesem Moment. 

Das Beiboot erreicht die Einfahrt. Hier liegt schon das erste Beiboot der Arumina. Es sieht etwas lediert aus, ist wahrscheinlich nicht mehr seetauglich. Ich bin von diesem Anblick und meinen aufkeimenden Schuldgefühlen zu sehr abgelenkt, um das Boot sicher anzulegen und überlasse Steuermann Declan Dustinger diese Aufgabe. Das war eine gute Entscheidung. Declan bringt uns sicher hinüber, ohne dass das Boot Schaden nimmt. Wir klettern von Bord in das Innere des Turmes und stellen dabei fest, dass das vermeintliche Tor ein Fenster ist. Ein riesiges Fenster. Ich frage mich, wer oder was wohl diesen Turm gebaut hat und beschließe, dass ich einer Begegnung mit den Erbauern oder Bewohnern lieber aus dem Weg gehen sollte. 

Der Einstieg in den Turm ist nicht ganz so einfach und die unruhige See erschwert die Umstände zusetzlich. Fast alle Mannschaftsmitglieder sind in Sicherheit, als eine kräftige Welle den Matrosen Percy van Creuten erfasst und in die Tiefe des Meeres hinabreißt. Wir können nichts machen, ausser für sein Seelenheil zu beten. 

Nachdem nun fast alle Crewmitglieder der Arumina in Sicherheit sind, sehe ich mich in dem Raum, in dem wir gelandet sind, etwas um. Der erste Eindruck, das dieses Gebäude für etwas sehr großes gebaut worden sein muss, bestätigt sich. Zwei große Türen führen aus dem Raum. Hinter diesen verbergen sich Treppen- jeweils nach oben und nach unten. Die Stufen dürften eine Höhe von etwa sechzig Zentimetern haben.

Ich gebe der Mannschaft Anweisung, hier zu bleiben und sich auszuruhen und mache mich selbst mit Finlay Llanworth, dem 1. Maat der Arimuna, auf die Suche nach Lorudo-san und den anderen.