Himeji Castle
Octobre 27 1919 Monday
Wir wollen heute unbedingt nach Himeji-jo, der Burg, auf der Fuchs sein Unwesen betrieben hat und die unglückliche Magd in den Brunnen geworfen wurde…
Sanjuro hat nun noch Einiges zu erledigen; nach Himeji begleitet uns deshalb sein Assistent, Mr. Hirata. Er treibt zur Eile, denn der Zug wird pünktlich um 9:30 vom Hauptbahnhof abfahren!
Pünktlich um 11:58 halten wir in Himeji. Eine Straßenbahn bringt uns nach 5 Haltestellen nach Himeji-jo: Die Burg erstrahlt in gleißendem Weiß in der Mittagssonne. Eine solide 7stöckige Burg, die schon einige Erdbeben überlebt hat. Mit einem Lächeln und dem professionellem Blick des Eroberers wird mir sofort bewusst, dass ein Abriss dieser Anlage tatsächlich ein teures bis hoffnungsloses Unterfangen wäre…
Wir finden keinen Einlass. Eine dezente Notiz an einem der Tore der Burg weist Hiroshi Yoshimura als recent owner der Burg aus. Ein Gärtner kann dies bestätigen und erkundigt sich für uns, wann der Burgherr wieder anwesend ist und uns eine Führung durch die Anlage geben kann. Förmlich setzt uns der Gärtner in Kenntnis, dass Herr Yoshimura erst Morgen wieder ansprechbar ist und uns zu einer guided tour auf Himeji-jo einladen wird. Wir bedanken uns genauso förmlich und suchen uns ein Hotel zur Übernachtung.
Uns plagt der Hunger und zum Nachtmahl folgen wir Sanjuro in ein Noodle-Restaurant. Wir belegen 7 Sitze von 8 in diesem kleinen Essschuppen. Der Wirt macht einen sehr nervösen Eindruck…
Zwei Männer, unter den Hemden tätowiert bis zu den Handgelenken, einem fehlt die Fingerkuppe des kleinen linken Fingers, betreten den Laden. Ihre Hemden sind ausgebeult…
Sie reden auf den Wirt ein, der sich in seiner Körpersprache klar windet …Schutzgelderpresser!! … In Japan trifft dies anscheinend auch den kleinen Mann!!
In Great Britain kennen wir dieses Spiel auch, aber es bleibt ein Spiel der Peers…
Mycroft nimmt den Contact zum Noodlewirt auf und bietet ihm an, das Schutzgeld für ihn, seine kranke Frau und seinen Laden für ein Jahr im Voraus zu begleichen. Er greift zu!
So gewinnen wir einen neuen, dankbaren Freund!
Er erzählt uns vom verfluchten Brunnen der Burg: Die arme Magd Okiko widersteht den Avancen des Burgherren, und als sie versehentlich Geschirr zerbricht, nimmt er dies als Gelegenheit, sie den Brunnen hinab zu stoßen. Noch heute soll ihr Heulen aus dem Schacht zu hören sein…
Mycroft und ich wechseln einen kurzen lächelnden Blick: Wir hatten mal wieder den richtigen Riecher, Seile und Tauwerk mitzunehmen!










