Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Eventually The Holy Grail

August 22 1920 Sunday  9am

Schluddenbauer Karl begrüsst uns freundlich zum Morgen, aber ein wenig gestresst. Er berichtet, dass fahrendes Volk eine schwere Brandstiftung am Berghang begangen hat…

Wir erhalten ein deftiges Frühstück aus Eiern, Speck, mit ein wenig Gemüse vermischt…“Bauernfrühstück“ lacht unser Vermieter freundlich…

Carlas italienisches Temperament gönnt mir die Milch im Tee nicht…Ich schaue in dunkle Augen, die dunkle Wurfmesser auf mich abfeuern…

Gestärkt und ohne Alternative wissen wir, dass wir heute wieder zurück hinauf auf die Burg müssen…

Unauffällig schleichen wir am Weges- und Waldrand hinauf. Forstarbeiter sind in dem Wald zu hören. Sie räumen auf…

Wir versuchen unauffällig zu bleiben. Doch Mare und Sanjuro werden entdeckt….

Sanjuro küsst Mare leidenschaftlich…Mare spielt mit, doch ich bemerke eine Überraschung bei ihr, als ob sie sich nicht bewusst ist, dass sie inzwischen eine Frau ist…

Die Polizisten vertreiben sie mit wedelnden Pistolen…
Heute ist viel Polizei im Wald…

Es ist besser, wir werden den Weg des Flusses nehmen, um zum Gipfel zu gelangen. Der Amorbach wird heute unserer Highway zur Wildenburg sein…

Der Aufstieg ist schwierig an den steilen Felsen entlang. Zweimal wäre ich abgestürzt, wenn mich Mare und Henry nicht gehalten hätten. Bevor wir die Burg erreichen, zeige ich meinen Freunden den Friedhof. Von der Bergspitze ist ein wehleidiges Weinen & Greinen zu hören. Zugleich vernehme ich Marijas Atem, lustvoll befreit an meinem Ohr…

In dem keltischen Grab liegt Wolfram von Eschenbach. Die gälische Grabinschrift übersetzt Henry: „Willst den Gral du finden, gehe von ganz unten nach ganz oben durch die Burg.“

11:15am Etwas mulmig betreten wir den Berghof, aber die Vril-Damen sind nicht anwesend. Henry betrachtet gedankenversunken den Kamin der Burg, der noch in einem massiven Rest vorhanden ist

Er beginnt, eine seltsame Haltung einzunehmen. Es ist eine der Energieübungen, die ihm Sigrun gezeigt hatte:

Siegesreicher Rittergruß

Mit der ausgestreckten Hand berühert er eine Rune über dem Kamin. Worauf dieser sich öffnet und eine Treppe freigibt. Sie endet nach wenigen Stufen und es teilen sich zwei Wege ab, die in die Tiefe führen. Oben im Kaminschacht ist eine Taube in den Stein graviert, die nach links schaut. Also nehmen wir die linke Wendeltreppe….

Die letzte Carbidlampe wird entzündet, sie wird nicht länger als 30 Minuten brennen…  Wir steigen hinab in eine wässrige Höhle, von der aus ein Zugang zu einem Fluss abgeht, den wir nicht weit von uns entfernt Rauschen hören.

Ein rötlich flackernder Lichtschein lockt uns weiter in das Gewölbe hinein…

Vor einer Wand aus Kelchen knieen alle Ladys der Vril Gesellschaft, beten und sprechen auf einen alten Mann ein, der vor ihnen auf einem Podest liegt und gekleidet ist wie ein Deutschritter. Die Damen haben unsere Anwesenheit längst bemerkt…

Kurzentschlossen gehe ich auf Marija zu und störe das Ritual mit einer bestimmten Nachfrage, wo denn meine Sachen seien. Sie schaut mich sanft an: „So nachtragend…?“

Schon finde ich mich in der Nähe des Amorbaches wieder, gar nicht weit von Marijas Lager. Ungehalten stapfe ich den Weg zurück…

Als ich wieder in dem Gewölbe eintreffe, sind Henry und die anderen dabei, den richtigen Kelch auszuwählen, aus dem das verjüngende Wasser dem Ritter gereicht werden muss:

Ich komme gerade rechtzeitig, um darauf hinzuwweisen, dass der Gral aus außerirdischem Gold bestehen muss, so wie ich es in Glastonbury in der Kapelle erfahren hatte…

Henry wählt ein Gefäß aus und füllt es mit Wasser aus dem Fluss in der Nebenhöhle. Ich schaue mir den Ritter an. Er spricht mich auf lateinisch an: „Rex quoque est? Er ist auch ein König?“ Mit wem spreche ich hier?

Henry gibt ihm das Quellwasser zu trinken und sofort erstärkt er und verwandelt sich. Wir sehen in ihm den Parkwächter in Glastonbury, den Stadtführer aus Winchester, den Schäfer in Montsegur, und Mönch Miguel aus dem Kloster San Juan de la Peña, bevor ein junger Mann von dem Totenlager aufersteht. Er stellt sich als König Amphortas vor und bietet Henry die Gralshüterschaft an. Er braucht nur einen Schluck Wasser aus dem Gral zu trinken…

Henry überlegt kurz, doch wohl zu lang…

Die Vril-Damen brüllen uns urplötzlich aus einer Stimme an: Ihr seid unwürdig!! Der Berg bebt und ich renne aus dem Gewölbe die Treppe wieder herauf. Im Kaminschacht liegern Henrys Sachen und ich schöpfe Hoffnung, dass auch meine gesamte Ausrüstung auf dem Moosbett auf mich wartet. Das tut sie, genauso wie Marija…

….Ich weiß nicht genau, was passiert…Ich spüre ihren warmen Atem an meinen Ohr, fühle mich sanft, aber nachhaltig geküsst und schaue dabei die ganze Zeit in ihre tiefen blauen Augen, einem dunklen Meer voller Geheimnisse…Dann verschwindet sie zärtlich…

Ich ziehe mich sofort um, alle meine Magica sind auch da. Meinen Smoking lasse ich auf dem Moosbett zurück. Ein letzter Gruß…

Erst jetzt merke ich, dass der Berg immer noch bebt. Wieder kracht Holz. Ich flüchte mit langen Schritten. Aus meinem Boulekoffer mit den Portalkugeln geht plötzlich eine deutliche Energie aus, die ich so noch nie gespürt habe…

Ich öffne den Koffer und sehe eine Kugel, die intensiv grün erleuchtet und von innen heraus rot und blau blinkt. Ich nehme sie heraus und sie liegt heiß in meiner Handfläche…

Diese deutliche Reaktion ist neu für mich. Welche Kräfte resonieren in der Kugel? Warnt sie mich vor Dämonen oder wurde ein unbekanntes Portal geöffnet? Kurz blicke ich in den Himmel hinauf und sehe in konzentrierte Wolken eine Scheibe hinaufsteigen…

 

 

Das Farbenspiel der Kugel erlischt, sie wird wieder kalt und das Beben hat aufgehört. Wir brauchen diesmal den Berg nicht herunterstolpern. Mit einigen Fragezeichen auf der Stirn kehre ich mit den anderen wieder unversehrt nach Kirchzell zurück.