* Ergebnislos Untertage
Nachdem den Kapitän wieder bei uns eingetroffen ist, ziehe ich mich um, Wanderstiefel & Reisekleidung. Als ich mein Gewehr schultere, meinen alle, das würde keinen Sinn machen, denn die Stollen sind zu klein. Doch im Verlauf des Gespräch kommt heraus, daß die Arbeiter Pferde in der Mine benutzen. Also sollte doch ein Mensch aufrecht mit Gewehr durchpassen! Nach dieser Schlußfolgerung schultere ich erneut das Gewehr & überprüfe den Rest der Ausrüstung:
- 2 Pistolen, Schrottflinte, Erste Hilfe Koffer, Feldflasche mit Gin
- Wasserschlauch, Brechstange, Rucksack
- Taschenlampe, Karbidlampe, Seil, Fackeln, Kletterausrüstung
Pünktlich erscheint die Kutsche vor unserer Pension, die uns endlich zur Mine bringt. Hier am späten Nachmittag ist fast niemand mehr auf der Straße, der Winter & die Kälte sind bereits zu spüren. An drei Eingängen fahren wir vorbei, bis wir vor Eingang A4 halten. Über die Größe der Stollen bin ich doch erstaunt. Im Eingangsbereich warten bereits 3 Minenarbeiter auf uns, Ihre Namen lautet Helge, Halwor & Ole.
Nach einer kurzen Einweisung, die uns Ragnar flott übersetzt, erhalten wir alle Minenhelme. Stolz erzählen uns die die Arbeiter von den technischen Standards wie elektrisches Licht, pferdegezogene Loren & zeigen uns die teilweise reichen Vorkommen an Kupfer.
Auf einer robusten Holzrampe gehen wir im Halbkreis in die Tiefe. Der Druck auf den Ohren wird leicht stärker. Da sehe ich ein Pferd auf mich zu kommen, es ist schwarz. Ich schaue kurz dem Tier in die Augen, es schaut mich bösartig zurück. Ich bin verdattert, alles dreht sich. Eine kurze Vision drängt sich in meinen Verstand: Ich sehe 4 Pferde, ein weisses, ein graues, ein schwarzes & ein braunes Fell. Sie rennen wir verrückt, doch der schwarze Pferd gewinnt. Stark verwirrt stehe ich wieder in der Mine. Benommen höre ich ein Gespräch „Ach wie süß, wie heisst es denn?“ „Taurin“ antworten die Arbeiter im Chor. War das nicht ein Synonym für Aldebaran? Das Pferd schaut mich weiter unverhohlen böse & niederträchtig an…
Sanjuro schaut mich an, erkundigt sich, ob alles in Ordnung seie. Ich verneine, erzähle ihm von dem Erlebten. „Pferde sind hinterhältige Viecher“ rutscht es mir heraus. „Aber warum habt Ihr Euch dann gerade 2 gekauft?“ Panik. Das war mir nicht klar. „Wollt Ihr die Pferde haben? Ich habs mir anders überlegt!“ Aber der Japaner lacht nur & geht weiter in die Mine. Ich folge ihm, während ich weiter von einem schwarzen Pferd beobachtet werde.
Am Ende der Rampe stehen wir vor einem Wasserlauf, anscheinend ein Wassereinbruch aus jüngster Zeit. Doch das Problem hat bereits Ragnars Großvater in Ordnung gebracht, sodaß wir nach kurzer Begutachtung weitergehen. Nun kommen wir zur Einsturzstelle.
Es ist ernüchternd, dort liegt einfach ein riesiger Steinhaufen im Weg. „Ohne Dynamit kommen wir da nicht weiter“ denke ich mir. Mein norwegischer Freund redet mit den Arbeitern. Mit angespannter Miene kommt er zu uns zurück. Es dauert wohl noch 4 Tage, bis wir weitergehen können.
Leicht gefrustet, da unserer Tatendrang so jäh gestoppt wurde, machen wir uns auf den Rückweg. In der Pension gibt es wieder deftiges Fischgericht, heute steht frischer Lachs auf dem einpunktiden Menü. Vor dem Schlafen lese ich noch in meinen Tagebuch & Notizen.
Traum: Dieser Schatten, der laut Mythos ein Byakhee sein soll, verfolgt mich wieder, scheint neben mir zu schweben, versucht seine Mandrillen in meine Nase zu stecken. Ich wehre mich, er lacht.










