Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

銅山に調べ物 (Dōzan ni shirabemono) – Nachforschungen in der Kupfermine

Während wir die Pension bezogen und uns mit einem Imbiss gestärkt haben, hat Senchō weitere Erkundungen zu den Umständen des Unglücks in der Kupfermine unternommen. Gegen 17:00 kehrt er in die Pension zurück und berichtet uns, dass Halskin, der Vorarbeiter der Mine, uns um 18:30 zu einer Führung in die Tiefen des Bergwerks erwarten wird. Wir nutzen die Zeit, um uns auf den Abstieg vorzubereiten. Maikurofuto putzt seine Pistolen, ich poliere meine Schwerter. Wir packen auch Seile und Verbandszeug ein. Werkzeuge und Beleuchtung, so sagt Senchō, seien in der Minenanlage vorhanden. 

Um viertel nach sechs fährt die Droschke vor unserer Pension vor und bringt uns zur Mine. Halskin zeigt sich hocherfreut, dass Senchō, den er schon seit dessen Kindertagen kennt, mit seinen Freunden persönlich vorbei kommt um die Mine zu besuchen. 

Die Mine, so erklärt Halskin, habe vier Eingänge, wobei der, vor dem wir jetzt stehen – das Südportal – der hauptsächlich genutzte sei. Der Südtrakt der Mine sei der, in welchem aktuell primär Kupfer abgebaut würde. Der Unfall hatte sich im Osttrakt ereignet. Vor dem Eingang steht ein Generatorhaus. Halskin erklärt uns, dass die Generatoren das Gelände mit Strom versorgen und dass mit ihrer Hilfe die Beleuchtungs- und Pumpenanlagen in der Mine betrieben werden. Der Abbau des Erzes erfolgt weitgehend noch von Hand mit Spitzhacken. Teilweise würden auch schon Presslufthämmer eingesetzt, aber die Maschinen müssten aus dem Ausland importiert werden und wären entsprechend teuer. Das Erz wird mit Pferdeloren aus der Tiefe des Berges an die Oberfläche befördert. Halskin stellt uns die Minenarbeiter Halvor, Helge und Ole vor, die uns in das Bergwerk begleiten sollen. Bevor wir in den Stollen steigen werden wir noch mit Schutzhelmen ausgestattet. „Passen Sie auf, wo Sie hintreten und stoßen Sie sich nicht den Kopf“, rät uns Halskin.

Kupferadern in der Minenwand

Die Wände der Stollen sind mit Grünspan besetzten Kupferadern durchsetzt. Je tiefer unser Weg uns in den Berg führt, desto dichter wird das Netz dieser feinen Kapillaren im Gestein. Wir laufen zunächst eine Weile geradeaus, biegen dann an einem Kreuzgang nach rechts ab. Wenig später stoßen wir auf einen Schachtfahrstuhl, jedoch nehmen wir jetzt die Rampe und dringen entlang der Gleise der Lorenbahn in die tieferen Gefilde der Mine ein. Ein Lorenwagen kommt uns entgegen, gezogen von einem schwarzen Pferd.

Minenarbeiter mit Lorenpferd Taurin

„Das ist Taurin“, erklärt Halvor, „unser Pferd der Nacht.“ Maikurofuto erstarrt kurz, als hätte er etwas Unheimliches gesehen. „Ist alles in Ordnung?“, frage ich. Mein Freund schüttelt sich kurz. „Pferde sind unheimliche Wesen“, murmelt er. Als ich ihn daran erinnere, dass er vor ein paar Tagen auf der Auktion gerade zwei neue Pferde gekauft hat, wird er für einen Moment noch blasser und ich glaube einen Anflug von Panik in seine Zügen zu erkennen.  „Du willst mich zufällig zwei Pferde haben?“, fragt er. Ich lehne dankend ab. Ich habe weder Stallungen noch Personal, das sich um die Tiere kümmern könnte. Abgesehen davon bin ich auch alles andere als ein Pferdenarr. Vielleicht hat ja Mari-chan Interesse an den Tieren.

An einer Biegung passieren wir eine Pumpenanlage. Ein anhaltenden Wassereinbruch hatte den Einbau der Entwässerungsanlage erforderlich gemacht. Wir betreten nun den Osttrakt, der uns zur Einsturzstelle führt. Bis hierher sind wir nun schon eine dreiviertel Stunde unter Tage. Ein großer Haufen Geröll blockiert hier den Weg. Was auch immer dahinter liegt, ist für uns augenblicklich unerreichbar. Die Schaffung eines Durchbruchs an dieser Stelle dürfte vier Tage dauern, schätzt Ole – das wäre dann frühestens am zweiten September und das wiederum ist etwas ungünstig für meine Terminplanung. Nun gut, die Dinge sind wie sie sind und zum Glück gibt es Telegraphenämter.

Vorerst unverrichteter Dinge kehren wir in unsere Pension zurück. Es ist mittlerweile zehn Uhr abends.