Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

DISPARUIT

Schwer gebeutelt erwache ich. Der Earl von Clarendon ist in der Nacht verschwunden. Es wird um Diskretion gebeten. Der Gärtner, der Chauffeur, der Hausmeister, die Köchin und der Gehilfe haben bereits umliegende Gebiete und den Strand abgesucht aber dabei die Spuren übersehen, die unmittelbar vom Gebäude aus in das Meer führen. Es sind allerdings keine menschlichen Fußabdrücke, sondern welche mit vier Zehen! Diese Art Abdrücke ist von uns schon einmal auf dem Anwesen nahe Marigny beobachtet worden.

Zum Morgenspaziergang an den Strand steigen meine Kopfschmerzen unangenehm an und das Mal brennt zunehmend. Ich kann mich nicht konzentrieren. Liegt es daran, das ich mich vom Haus hinfort begebe? Gemeinsam überprüfen wir anschliessend diese Theorie und stellen fest, bei einem Marsch in entgegengesetzter Richtung, ergeht es jedem von uns ähnlich. Wir können anscheinend diesen Ort ohne Schmerzen nicht verlassen.

Während dem Frühstück studieren wir die Tageszeitung.

(Abb)

Meine Taschenuhr zeigt 11 Uhr als wir Mortimer intensiv befragen: Er hat keine Kopfschmerzen so wie wir, nur widerliche Träume. Anfang Dezember war der Earl des nachts an seinem Bett. Seitdem kribbelt sein Mal wenn er in der Nähe von Earl Clarendon ist. Mr. Herold ist ein Freund des Earl, ein Professor für Linguistik so wie ich. Mrs Dr. Samantha Derby ist eine Freundin des Earl, eine Persönlichkeit auf dem Gebiet der polynesischen Kunst und Sprache.

Die Brille

In der Expeditionstruhe entdecken Lord Carnarvon, Mrs die Fiona und Mrs de Fleur einen Arztkoffer, eine Machete und eine ungewöhnliche Brille. Dieses optische Gerät verfügt über zwei Aufsätze: Für das rechte Auge vier verschiedenfarbige Gläser (rot, weiss, grün, blau) und für das Linke ein Art Mikroskoskop oder Lupe als Vorsatzlinse. Carla di Fiona kann es nicht abwarten, setzt das Gerät auf, stellt die Scheiben ein und beschreibt uns was sie sieht:
Rote Scheibe – Wärme
Grüne Scheibe – ?
Blaue Scheibe – ?
Weisse Schiebe – Schleier
Aber dann, die Brille zieht sich fester um ihren Kopf. Die ersten Versuche sie zu entfernen schlagen fehl. Erst Mrs de Fleur gelingt es mit einem Draht das Schloss des Bügels zu knacken. Aber Mrs di Fionas Kopf ist gezeichnet und blutet.

Im Arbeitszimmer

Ich studiere erneut die Bücher. Kostbar sind sie, sie sprechen von Zauber, Magie, polynesische Kunst und Schriftzeichen, ähnlich dem Mal auf meiner Hand. Der Schreibtisch offenbart noch eine Kurzschrift, die ich jedoch nicht übersetzen kann. Wir rollen den Teppich beiseite – Nichts. Das Gemälde über dem Kamin „Meer bei Nacht“ ist von Berkeley signiert, dies erklärt auch die lebendige Aura die nach längerer Betrachtung von ihm ausgeht. Wir hängen es schliesslich ab und dahinter befindet sich ein Tresor. Er hat ein Zahlenschloss und ein Schlüsselloch. Mrs de Fleur probiert verschiedene Kombinationen aus: Baujahr des Manor, Geburtstag des Earl, bei Nõ 3 klappt es: Die Kompanie! Nun wendet sie all ihr Geschick auf und knackt noch das Schloss, die Tresortür öffnet sich. Dahinter ist ein mit Holz ausgekleidetes Fach, an der Rückwand ein Nagel. Einziger Inhalt ist die „Sonnenscheibe“.

(Abb)

Nach einigen Gedankengängen gelingt es uns die Scheibe richtig zu justieren und an den Nagel zu hängen. Daraufhin öffnet sich in der Decke des Arbeitszimmers eine Klappe. Heraus fällt ein Seil. Wir besorgen eine Leiter und nach einer kurzen Diskussion über Frau, ihren Rock und auf einer Leiter stehend zieht Mrs de Fleur am Seil. Ein Rumpeln ist zu hören.

Der Keller

Meine Taschenuhr zeigt 16:00 Uhr als wir den Keller betreten. Der Vorraum weist rechterhand ein Regal auf mit allerhand Werkzeugen, einer Kiste, Ölkannen. Hinter der ersten Tür links liegt der Generatorraum, sogar mit Notstromaggregat. Hinter der zweiten der Tür links ist der Vorratsraum, vorwiegend Wurzelgemüse und Brennstoff. Die Taschenlampe wir aufgeladen, meine Taschenuhr zeigt 3 Minuten kurbeln – Dies entspricht 6 Minuten Licht.

Schnurrend gleitet das Regal beiseite, ein schmaler Gang offenbart sich. Er ist so eng, das wir nur hintereinander gehen können und führt uns unter das Anwesen. Ein Schmugglertunnel? Mrs die Fiona und Lord Carnarvon bilden die Vorhut, dann Mrs de Fleur und ich, Mrs von Humboldt das Schusslicht. Der Gang schlängelt sich leicht abwärts. Von vorn vernehme ich ein Röcheln. Hinter uns dann das Rumpeln, die Wand, sie hat sich geschlossen. Der Rückweg ist versperrt, wir können also nur vorwärts. Da ich anscheinend der einzige Bewaffnete hier bin reiche ich meine Handfeuerwaffe und das Zusatzmagazin nach vorne.

Dann kommt das Röcheln um die Ecke. Ich kann die Situation schlecht einsehen, mehrere Schüsse, ein Schrei (Mrs de Fleur), Fluchen (Lord Carnarvon), ein Getrappel. Mrs die Fiona und Lord Carnarvon stürmen vor und scheinen die Verfolgung aufzunehmen. Mrs von Humboldt, eine verwundete Mrs de Fleur und ich bleiben zunächst zurück und folgen dann langsam nach.

Der Gang mündet in einen runden Raum, wo bereits die Vorhut wartet. Das röchelnde Wesen kauert verängstigt in eine Ecke. Es ist schlank, furchteinflößend, hat grüne Haut und schwarze hervorquellende Augen. Ein Ähnliches ist uns in Marigny begegnet? Es gibt hier keinen weiteren Ausgang. An der Decke befindet sich ein Seilzug. Auf dem Boden ein großformatiges Zeichen, das von der Symbolik heran unser Mal erinnert. Auf einem Schreibtisch liegt ein aufgeschlagener Foliant den ich an mich nehme. Ich markiere die aufgeschlagene Seite mit einem Pfundnote. Auch weitere Interessante Dokumente offenbaren sich uns die Mrs die Fiona an sich nimmt.

(Abb)

Das Wesen flieht verängstigt vor uns in den Gang Richtung Keller. Meine Taschenuhr zeigt 18:40 Uhr als es rumpelt und kracht. Das Wesen ist durch die Wand gebrochen, Lord Carnarvon und ich verfolgen es bis zum Strand. Meine Taschenuhr zeigt 19:00 Uhr. Das Wesen schaut sich noch einmal zu uns um dann verschwindet es im Meer. Wir entdecken weitere sieben Schatten unter der Wasseroberfläche. Und diese Kopfschmerzen…

Meine Taschenuhr zeigt 20:00 Uhr als ich mich entschliesse das Ctaataquadingen quer zu lesen. Ich schlage die Seite mit der 1 Pfundnote auf. Das Werk ist in Latein, sehr alt. Die wenigen Seite die ich studiere handeln von Cthulhu, Dagon und dem Schwarzen Pharao. Das Buch, ich lasse es fallen, Panik erfasst mich und ich muss diesen unheimlichen Ort umgehend verlassen. Munro-Bagging! Ich renne die Zufahrt hinauf bis ich ausser Sichtweite bin. Zunächst kann ich sie noch verdrängen aber dann nehmen die Kopfschmerzen überhand und ich breche Ohnmächtig zusammen.

Als ich erwache befinde ich mich im Kreise der Vertrauten Gesichter und gehe direkt zu Bett.