Castrum
Wie ein Landefeuer lodert auf dem Flugfeld kurz der Konflikt zwischen Ld Carnarvon und Mrs Humboldt wieder auf. Doch der ist schnell vergessen als sich Pilot Ferguson vorstellt und uns seine prachtvolle Maschine zeigt.
Während die Expeditionsausrüstung verladen wird diskutieren wir mit dem Piloten über mögliche Landegebiete in der Zielregion.
Dann ist es soweit, es heisst einsteigen, das Flugzeug startet. So ganz wohl ist mir ja nicht bei der Sache aber der erfahrene Ferguson bringt uns sicher nach Südfrankreich. Etwas holprig landen wir auf der ausgesuchten Wiese.
Die Festung ist schon in der Ferne zu sehen. Da thront sie. Einer meiner Herzenswünsche geht schneller in Erfüllung als erwartet. Dieser Ort erinnert mich immer an David gegen Goliath – Schottland gegen England – Last man standing – und das hier Geschehene ist eine Schande für die Kirche (und Frankreich).
Gegen halb drei erreichen wir das am Fusse des Berges gelegene Dorf. Wir mieten uns im Gasthaus ein und ich leiste dazu eine Anzahlung.
Gut ausgerüstet beginnt der Aufstieg. Während des Aufstiegs habe ich zunehmend Visionen. Auf dem Weg überholt uns ‚flüchtendes Volk‘. Die Mauern der Festung scheinen ‚wieder wie zu Zeiten der Katharer aufzuerstehen‘. Kurz vor dem Eingangstor stehen ‚Schatten von Rittern‘, sie rufen ‚Kommt schnell rein, kommt schnell rein und geht weiter zur Innenburg.‘
Als ich den Burghof betrete verstärken sich die Visionen. Augenscheinlich Tempelritter sichern den ersten Wallring während sich die Katharer im Wehrturm verschanzen. Das Volk im Innenhof betet. Einige winken mir zu und fordern mich auf ihnen zu folgen.
Die Vision wird Realität. Sie führen mich über eine unsichtbare Brücke welche die Festung mit einem vorgelagerten Turm verbindet. Als ich etwa in der Mitte der Brücke bin habe ich einen guten Überblick über das Geschehen. Ich bekomme es mit der Angst zu tun als ich das feindliche Heer anrücken sehe. Ich bin Zeuge und Teil der Belagerung geworden.
Ich erreichen den Turm. In ihm führt eine Treppe einhundert Stufen hinab. Hier beginnt ein in den Fels gehauener Gang. Während ich diesem folge verwandle ich mich in einen jungen Knaben in einfacher Kleidung; statt der Karbitlampe halte ich eine Öllampe in der Hand.
In dieser Gestalt betrete ich eine weiträumige Höhle. Viele Kinder sind hier. ich sehe mich als schwarzhaarigen Jungen. Als ich ‚das Paket‘ von dem Katharer in Empfang nimmt durchfährt ein Lichtschein meinen Arm. Die Hand des Katharer zeigt auf die Wand der Höhle und ich erhalte eine eindeutige Botschaft: ‚Bringt es dorthin!‘
Die Vision ist verschwunden, ich bin wieder Henry. In der Höhle, an der Wand auf die gezeigt wurde, ist eingeritzt ein Bild, eine Karte und ein Schriftzug. Ich pause alles ab. Es handelt sich wohl um das Kloster San Juan de la Peña. Anscheinend wurde hierher der Gral nach der Belagerung gebracht. Der Name eines Mönches, Albertinius, wird erwähnt.
Leider ist der bisherige Zugang verschüttet. Wir entdecken einen weiteren Gang und erreichen eine Höhle aus der drei Wege führen. Zunächst wählen wir den rechten Gang aus dem ein blaues Licht schimmert. Wir erreichen eine Kaverne die durch einen Wasserfall gespeist wir. Über uns ist, in etwa 60 Meter Höhe, eine Öffnung aus der das Tageslicht hereinstrahlt. Eine Sackgasse.
Der zweite Gang entpuppt sich ebenfalls als totes Ende.
Der dritte Gang beherbergt eine hölzerne Treppe mittelalterlicher Bauart, sie endet an einem unterirdischen Flusslauf. Ein Sims oberhalb des Flusses lädt zum klettern ein.
Ich lege meine Kleidung ab, seile mich an, schwimme soweit flussabwärts wie das 50 Meter Seil reicht. Hier ist eine Bank wo ich stehen kann.
Hinter der Biegung sehe ich schwach Lichtreflexe auf den Wassern schimmern, aber bis dahin sind es mindestens noch weitere 100 Meter.
Ich rufe meine Gefährten, sie wollen nachkommen.
Dann höre ich Geschrei (Mrs di Fiona), platschen, aufregende Rufe, sie diskutieren. Um Karbit zu sparen mache ich die Lampe aus.
Und warte.
Mrs von Humboldt trifft als erste ein, schnappt sich meine Lampe und deutet auf eine Kette am Boden des Flusses. Am Grund des Flusses verankerte Ösen führen Diese. Als ich zum Test an der Kette ziehe gibt sie erstaunlich einfach nach.
Nach und nach treffen die Nachzügler ein. Mrs di Fiona hat eine Kopfverletzung. Gemeinsam folgen dem Flusslauf und sichern uns mit dem Seil. Dazu nutzen wir die Ösen.
Meine Realität verschwimmt – Ich bin wieder Artas der die heilige Reliquie überbringen soll. In Begleitung von Liliane, Pierre, Petra, und Carl. Kurz packt mich meine Neugier, soll ich das Paket öffnen? Nein! Ehrfurcht erfasst mich.
Wir treffen auf eine weitere Höhle mit See und Wasserfall. Die Kette scheint in der Mitte des Sees zu verschwinden. Ein Licht unbekannter Herkunft erhellt die Szenerie. Gottes Licht?
Ich bete, meine Weggefährten tun es mir gleich. Das Paket beginnt zu leuchten, ein Lichtschein tritt aus ihm hervor und strahlt auf den dunklen Grund des Sees.
Erneut beten wir und der Lichtschein erscheint ein weiteres mal. Das muss es sein, das Zeichen. Diesmal treten wir in das Leuchtfeuer, ich gehe voran.
Im Wasser erfasst mich ein Strudel. Ich lasse die Kette los und werde in die Tiefe gerissen.
Dann ein Rest Tageslicht – Wir verlassen das Labyrinth und stehen für Aragonien bereit. Ich bin wieder Henry. Es ist früh am Abend und wir folgen dem Flusslauf. Auf dem Weg treffen wir einen Schafhirten der sich als Arzt entpuppt und Mrs di Fiona mehr oder weniger professionell behandelt.
Nach einem gesunden Fussmarsch kehren wir zurück in das Dorf Montségur (Wo ich im Gasthaus die Zimmer zuvor gemietet hatte).
Überraschend sitzen Dannavon und ein Mann in Uniform im Schankraum. Bevor sie uns erkennen ziehen wir uns in eine dunkle Ecke zurück und lauschen ihrem Gespräch: Sie unterhalten sich über Reisen, den Besuch der Festung bis die Worte ‚Berlin will Ergebnisse‘ fallen. Daraufhin verlässt Mr Danavon wütend das Gasthaus. Der Uniformierte geht auf sein Zimmer.
Anschliessend erkundige ich mich beim Wirt nach dem Namen des Uniformierten. Er sei ein gewisser Oberst Ernst Vogel.
Ein Flugzeug ist zu hören. Schaulustige stürmen den Marktplatz, höre ich da etwa Mare schreien? Und tatsächlich: Am Himmel zwei Fallschirme die zu Boden gleiten. Während wir zum Landeplatz laufen schliesse ich mit Ld Carnarvon eine Wette ab. Wer von beiden landet zuerst? Ich tippe auf Mare, Ld Carnarvon hält dagegen. Wir laufen zum Landeplatz und beide sind Wohlauf. Und Mare, er hat sich verändert. Sie ist Mrs de Fleur ibn Abdulla-Charie!
Eine Sache läßt mir keine Ruhe. Mrs de Fleur ibn Abdulla-Charie begleitet mich und ich gehen zu der Wiese wo die Vickers gelandet ist. Aber die Königin ist nicht mehr da. Auf dem Rückweg ins Dorf begegnen wir erneut Danavon. Bevor er mich entdeckt rette ich mich ins Dickicht. Mrs de Fleur ibn Abdulla-Charie kann ihn ablenken und er verschwindet. Gemeinsam kehren wir in das Gasthaus zurück.
Nun wird’s Zeit für’s Bett. Es war ein langer Tag.











