Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Aoki Gahara

May 01 1919 9am

Wir frühstücken. Hier heißt es: Wenn du Sushi nicht mehr zum Frühstück verträgst, dann ist es Zeit, Japan zu verlassen. Noch ist nicht soweit; der süße Algensalat ersetzt den Fudge und einige Maki erinnern mich an Mixed Pickles Variationen meiner weit entfernten Lady Almina.

Plötzlich springen Mycroft, Ragnar und Mary-Ann auf und stürmen aus dem Speisesaal. Henry & Me bleiben verdutzt zurück…

Sie verfolgen einen Spion, der in einem Auto flüchtet. Es bleibt unklar, ob es der gleiche vom Hafen ist…

Ferrit verspätet sich und Mycroft fängt ihn ab, um ihm noch ein paar Waffen abzuschwatzen. Er bekommt ein Tanto-Kampfmesser und ein Katana-Schwert, das ihm Ferrit nicht verkaufen will, ihm aber für eine satte Miete von 12£ per day ausleiht.

Unter den reservierten Augen der Dorfbevölkerung gehen wir im Pulk los, zum Stadtrand. Nach nur zehn Minuten sind wir auch schon vor dem Eingang zum Selbstmörderwald…

 

Mycroft und Ragnar überprüfen die Funktionstüchtigkeit ihrer Companden. Ich lasse mein Pendel schwingen: Es rät mir dringend, den Weg nicht zu verlassen…

Das Eingangsschild übersetzt uns Ferrit:

„Bitte überdenken Sie Ihre Absicht. Denken Sie an Ihre Familie.“

Ohne an meine Absicht oder Familie zu denken, lasse ich das Schild hinter mir und fast sofort befinden wir uns in einem dichter und dunkler werdenden Forrest…

Totenstill und windleer befällt mich eine neue Art von Depression: Kalte Leere bemächtigt sich meiner Hülle. Ich möchte sie so schnell wie möglich loswerden…

Ein schneller Sake kann mich davon abbringen, sofort wieder zurück zu rennen. So setzen wir unsere Selbstmordreise fort…

Time Check: 11:07am zeigt meine Taschenuhr, Henrys auch; Mycrofts Chronometer ist um 11:05 stehen geblieben. Keiner unserer Companden arbeitet noch correct, der Zeiger steht still, egal wohin wir uns drehen. Wir sehen uns an und bemerken: Ferrit ist verschwunden, und mit ihm das Katana-Schwert, das Mycroft eng am Körper mit sich führte…

Wir befinden uns nicht mehr auf einem Weg, mein Pendel schwingt Kreise ziehend….

It is time to get out of here…Wir gehen zurück. Doch jedesmal, wenn wir glauben, der Wald gibt uns nach diesem Baum frei, finden wir nur weiteren Wald,Wald,Wald…

00:58pm Meine Taschenuhr läuft als letzte, Henry’s stopped working at 00:21…

I am checking my equipment on how to commit suicide the most simple way. Axt oder der Degen in meinem Spazierstock?

Ragnar & Mycroft bemerken meinen desolaten Zustand und nähern sich vorsichtig von hinten. Doch bevor sie eingreifen, rappele ich mich, fasse entgegen all meiner Empfindungen Mut und stecke den Degen weg. Mycroft übernimmt meine Axt, aus Sicherheitsgründen.

Damned!! Ich hatte einen akuten Suicidanfall, wie damals in Quera, in der Wüstenfestung des AfricaManns. A history repeating I definitely don’t like! Doch wie weiter? Wir sind orientierungslos gefangen zwischen hohen Bäumen. Jeder Baum ein Toter und es gibt noch genug unbeschäftigte Bäume…

01:11pm zeigt meine Taschenuhr an, als auch sie als letzte den Dienst versagte. Wir sind orientierungslos, out of time and space…

Let’s enter the trees for a view of orientation! Ragnar und Mary-Ann beginnen einen der 18m hohen Bäume am Stamm zu erklimmen. Doch trotz Ragnars ausgefeilter Seilsicherungstechnik kommen sie nur nur schwer voran, zu glatt ist der Baum und seine Rinde. Sie brechen nach nur 4m Höhengewinn ab…

Mycroft schleudert ein Seilende zielend auf einen der ersten Äste in 12m Höhe, in der Hoffnung ein Seilzug zur Anwendung bringen zu können. Es gelingt! Wir ziehen Mary-Ann nach oben. Als wir sie auf 6m gezogen haben, halten wir kurz inne: Zu schön sieht sie aus, leblos langsam vor sich hin pendelnd…

Grinsend schauen wir uns gruselnd an: Ein perfektes Bild für den Aoki Gahara…

Doch wir ziehen angestrengt Mary-Ann auf den Baumwipfel, und dort oben angekommen zeigt sie uns die Richtung aus dem Wald, weg vom Fujisan. Mit ihrer Richtungsweisung bilden wir am Boden eine Peilkette durch die Stämme und kehren frohen Mutes zurück…zurück zu dem Baum, von dem wir losgegangen sind. Wir erkennen unser Zeichen, ein Stück hängendes Seil, das wir nicht mehr lösen und mitnehmen konnten…

Nicht weit entfernt entdeckt Mycroft Fußspuren, die er sofort verfolgt. Doch sie verlieren sich nach einigen Bäumen. Aber der Colonel läßt nicht locker und findet nach kurzer Zeit, heißt ein ein paar Bäume weiter durch die Dunkelheit, einen beleuchteten Zeltplatz. Ein zeltender Europäer will dort in Ruhe die Flugrouten asiatischer Flugvögel eruieren, was ihm bisher nicht gelang. In diesem Wald gibt es keine Vögel. Der deutsche Ornithologe Hans Fricke ist nicht erstaunt uns zu sehen, zu beschäftigt ist er mit seinem Teleskop…

Auch sein Compass funktioniert nicht mehr, seine Taschenuhr ist um 15:30 stehengeblieben, was er teilnahmslos zur Kenntnis nimmt. Da wir weder Hunger oder Durst verspüren, ziehen wir weiter und geben Hans auf, wir können nicht jeden retten…

Ein Damenkleid schaukelt im nicht vorhandenen Wind, aufgehängt an einem Ast, an den Schultern zerissen, erkennen wir europäische Mode, anscheinend nicht mehr von dieser Welt. Victoria’s dress? Who knows, but us?

…Auf einmal, ohne Vorwarnung, Wind und Platzregen wie in meiner geliebten Heimat, nur heftiger und undurchdringlich, heimtückisch, wir seilen uns Hüfte an Hüfte an. Gänsemarsch mit gespanntem Seil, der Regen wird so dicht, dass jeder nur 20cm ihn mit den Augen durchdringen kann. Ragnar geht voran, nach hinten sichert der Colonel…

Es knackt deutlich vor mir durch den Regen. Ohne aufzuschauen, weiß ich, dass unter Ragnars schweren Stiefeln ein morscher Schädel sein strukturelles Ende gefunden hat….

Der Regen hört plötzlicher auf, als er angefangen hat. Es bleibt dunkel. Es ist Nacht. Plötzlich sind wir alle hungrig und haben Durst. Durchnässt legen wir uns auf Baumwurzeln schlafen…

Ragnar und Mycroft übernehmen die ersten Nachtwachen, um die Schlafenden von einem eventuellem Selbstmord abzuhalten…

Alle träumen wir das selbe, nur zeitlich gestaffelt: Aus einem schwarzem Tunnel, der stetig dünner wird, ruft uns Regina Chadwick ein stimmloses „Help“ entgegen, bevor sie weggerissen wird von knöchernen Händen. Ich sehe meine Geisha mit leeren Augenhöhlen, mit Zähnen aus scharfen Klingen, uns abbrüllend, als ob sie den Boden, auf dem wir stehen, verflüssigen will…

Ich wache geschockt auf, schaue in Mycrofts Augen und uns beiden ist klar: Unsere Zeit ist gekommen!

The perfect time for a perfecht suicide! Ein deutlicher Hinweis, der mich eine zweite Suiicidattack erfahren läßt. Während Mycroft einen Strick von Ragnar fordert, probiere ich mit meinem Gehstockdegen die beste Art mich zur Geisha zu befördern. Rein und raus geht das Schwert, bereit mir zu folgen….

Henry bemerkt meine Tendencies und zieht mir mit seinem Wooden Single Stick einmal quer über meine Stirn und knockt mich aus. Ich werde an einen Baum gelehnt und an den Füßen gefesselt und vorsichtshalber entwaffnet. Auch Mycroft scheint sein Unterfangen nicht zu gelingen und wird freundlich. aber bestimmt seiner Waffen entledigt…

Ernüchtert wache ich kurze Zeit später auf, my Suicidattack ist verflogen, aber ich bin immer noch depressiv angeschlagen. Ich bekomme trotzdem meine Waffen zurück, bedanke mich bei Henry und wir stossen einfach weitergehend auf einen Weg, schmal, aber erkennbar…

Wir verfolgen ihn, als plötzlich drei Leichen unseren Weg kreuzen. Schon länger verwesend liegen sie einfach da: Zwei Männer und eine Frau. Der kleinere, jüngere hat den Älteren und die Frau erschossen, dann sich selbst gerichtet…Ohne Mühe lese ich die Situation….

Wir untersuchen die Leichen nach Hinweisen: Bei der erschossenen Frau finde ich eine kaputte Kamera, die ich mitnehme für eine weitere Untersuchung in meinem Fotolabor auf Highclere Castle, als Vorsitzender der Britisch Photographers Association dürfte die recovery kein Problem darstellen…

Desweiteren ernte ich ein Stiletto, das hervorragend in Stil und Wendigkeit zu meinem Gehstockdegen passt. Ich freue mich über diesen Fund, und es erstaunt mich wie kalt mich die suicidals in dieser Umgebung lassen…

Auch die anderen sind fündig geworden: Mycroft findet 6 Patronen Munition für einen 9mm Colt, den er auch bei dem älteren der Leichen findet. Ein Notizbuch enthält Skizzen und handschriftliche Einträge, sowie eine selbstgekritzelte Karte, die Ragnar an sich nimmt. Sie zeigt eine Skizze der „Höhle des Windes“, die sich nur zwei Kilometer von uns entfernt befinden soll….

Ein Pergament mit lateinischen Buchstaben, die versuchen die japanische Sprache abbzubilden, mit einer Zeichnung von fünf schmalen, vertikalen Stelen darauf, nimmt Henry an sich, der eigentliche Text bleibt unbekannt…

Ragnar behauptet, uns zu der Höhle mittels der Karte führen zu können, und wir nehmen den Weg auf, auf den er uns führt….

Nach den angegebenen zwei Kilometers gibt der Wald eine windige Lichtung frei….