Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Final Encounter with Thomas

…huiH, that was great fun! Wir kommen in einer Welt mit gelbem Himmel und rotem Sand heraus. Ragnar wartet bereits auf uns. Er zittert am ganzen Laib und mahnt zur Eile. Wir sehen in ein Tal hinab. In naher Ferne erbauen Mengen von Cultisten eine breite Prozessionsstrasse. Über den Hügeln entdeckt Howard am Horizont die Stadt Denderra. Wir sind in Ägypten?! Ja, direkt am Tempelberg, von dem das Buch der Nameless Cults berichtet. Dort wo das Heiligtum des AfricaManns Anch-em-Met ist, schon immer war. Die occulte Tempelanlage ist nur zu sehen, wenn man sie durch das Sternentor betritt. Wir sind in der Höhle des Löwen, aber es ist noch nicht zu spät. Die Vorbereitungen für die Geburt des Nachtschwarzen Kalbs von Nim sind noch nicht abgeschlossen. Als wir uns der Tempelanlage zuwenden wollen, zwingt uns ein Schrei erst in die Knie, dann in die Embryonalhaltung. Er hört nicht auf, wird immer durchdringlicher und als es vorbei ist, ist es vorbei. Ich will nicht mehr. Ich will mich erschießen. Nur meine Freunde verhindern das Schlimmste und entwaffnen mich, nachdem ich von Howard zu Boden geworfen und von Ragnar ausgeknockt wurde. Viel Cocain ist nötig, mich wieder zu stabilisieren….

Die Tempelanlage ist riesig. Wir erklettern den Kopf einer 35m hohen Wächterstatue nicht menschlicher, aber in aufrechter Form. Ich bekomme Apetit auf Moder, längst Vergangenes, in das ich wieder Leben pumpen kann. Tatsächlich bin ich hier doch am besten Ort dafür. Also auf, vorwärts, und das schneller. Aber das macht doch keinen Sinn mehr. Ich sollte mir die Pulsadern aufschneiden…Damned!! Howard hat meine Messer. Dann halt nicht. Lieber noch eine Dosis. Ich kann den anderen wieder folgen. Ich scheine völlig durchgeknallt zu sein. Ein Double Bang, eine unglückliche, aber effiziente Kombination zweier gegenüber liegender Polstörungen, die mit großzügiger Gabe von Cocain in der Waage gehalten, durchaus in der Lage sind, die Verfolgung eines koordiniert ausgeführten Handlungsstranges zu ermöglichen. Aber wen interessiert das? Wo sind die Mumien?

Oben im Kopf befindet sich ein astrologischer Arbeitsraum. Ragnar liest in den Aufzeichnungen, dass hier über 5000 Jahre am Termin der Wiederkehr der neuen/alten Zeit des Stierkultes gerechnet wurde. Keine Mumien hier! Ein Gang führt uns zu einer riesigen Höhle, an den Wänden gespickt mit ausgeschlagenen Nischen, in denen je 4 Canopenkrüge stehen: Der Raum der Eingeweide. Nur erhellt von Kerzenschein. Wir schätzen, dass es hier bis zu 25.000 beleuchtete Nischen gibt. Anch-en-Met hat dann bis zu 5 Menschen jährlich entseelt. Indeed, der AfricaMann has been busy durch die Jahrtausende hindurch! Von der Decke hängen Seile aus Löchern, die groß genug für Menschen sind. Prompt schwebt Thomas von einem der Seile herab, an einer Hand. Er ruft Howard zu sich und streckt seinen freien Arm nach ihm aus. Wie könnte er ihm hier widerstehen, direkt vor seinen Augen? Howard will die leere Hand ergreifen, doch mit einem Hechtsprung erwische ich ihn noch an den Füßen und kann ihn von diesem verdorrten Rest wegreißen, der vorgibt sein Bruder zu sein.

Gewehrfeuer! Thomas wird getroffen und die Kugel reißt ihn auf, als ob er ein vermodertes, altes Buch wäre. Zornig schleudert er mit einer Handbewegung einen Schmerzzauber auf Ragnar. Seine Arme und Beine verkrampfen. Er beginnt sich atem- und wortlos langsam zu Boden zu krümmen. Ein schrecklicher Anblick, der eine weitere Dosis verlangt. Von der Decke seilen sich noch mehr Untote ab. Ich erkenne Gascogne, Mond und unsere anderen ermordeten Archäologenfreunde. Ich hätte eine doppelte Dosis nehmen sollen, was ich sofort nachhole. Jetzt handelt Mary-Ann: In einer schwungvoll vollendeten Bewegung rammt sie Thomas das Ältere Zeichen direkt in die Stirn, woraufhin er leblos zu Boden fällt und wie ein vertrockneter Papyrus zerbirst. Den anderen Gestalten ergeht es ebenso. Thomas wird Howard nicht mehr heimsuchen! Wir überlegen die Canopenkrüge zu zerstören, um so den Spuk ein für alle mal zu beenden. Doch die Zeit haben wir nicht! Wir müssen Anch-en-Met zerstören, dann zerstören wir auch sein grausames Werk!

An den Seilen hinauf geklettert, gelangen wir zu einem Arbeitsbereich der Priester. Howard erkennt Schriften seines Bruders und nimmt die Papyri mit. Vorsichtig betreten wir dann den riesigen Innenhof der Anlage. In einem Kreis, gebildet aus hohen, schlanken Stelen, sitzen singend Priester des Cults. Dutzende, Hunderte! Rufen sie das Nachtschwarze Kalb herbei?

Wir schleichen uns an ihnen und den Stelen langsam vorbei, bis das zentrale Heiligtum der Anlage in Reichweite kommt: Das Haus des Lebens, hohe Säulen, überdacht. Hier will ich rein:

Das Haus des Lebens mit dem zentralen Heiligtum des Anch-en-Met

Das Haus des Lebens mit dem zentralen Heiligtum des Anch-en-Met

Howard verweigert mir weiterhin die Aushändigung meiner Waffen. Well, an diesem Ort sind magische Waffen wohl auch wertvoller. Wenigstens gibt mir Mary-Ann das Ältere Zeichen, nicht ohne die scharfe Anweisung es ihr sofort nach meiner Rückkehr wieder zu geben. Ich wickle es dem Ritual entsprechend in die Blätter der weißen Meerzwiebel, packe es in ein Eselsfell und trage es in der Falte meine Hemdes. Noch eine Dosis zur Sicherheit und mit den Worten, die ich bereits zur Genüge kenne, zeichne ich mit meinen Fingern ein Anch vor meine Brust. Ein fluoreszierendes, gelbes Echo des Zeichens verblasst in der Luft. Ich bemerke nichts, aber die anderen weichen einen Schritt zurück, als ich sie anspreche: Sie verstehen nicht, was ich sage und sehen einen hässlichen Cultisten vor sich…

Ich betrete das Heiligtum. Natürlich bewacht durch einen goldenen Stier! Er lässt mich passieren. Einige Priester tragen Canopenkrüge umher. Sie bemerken in mir nur einen der ihren. Ich dringe weiter in das Innere vor. Im Zentrum komme ich zu einer Grabanlage, deren Eingang von der gesichtslosen Statue einer Wächterin mit ausgestreckten Armen bewacht wird. Unauffällig, aber präsent, steht sie wundersam angeschmiegt an der Wand, kaum zu sehen. Sie prüft mich mit einem kurzen Blick und verliert ihr Interesse an mir…Hinter dickem Mauerwerk gesichert, sehe ich durch eine kleine Öffnung die Canopenkrüge des AfricaManns: Golden, Protzig, mit seinem ägyptischen Namen darin eingraviert. Sie sind so nah, dennoch kann ich sie nicht erreichen.  Ich hätte sie auch nicht durch die zu kleine Öffnung bekommen! Sprengen? Abfackeln?

Aber ich habe keine weltlichen Werkzeuge dieses Calibers dabei. Unverrichteter Dinge muss ich zurück kehren. Mary-Ann bekommt das Ältere Zeichen von mir zurück und ich von Howard meine Waffen. Doch was nun? Wo ist Anch-en-Met? Wohin gehen wir weiter? Es ist dunkel geworden im Innenhof der Tempelanlage. Unschlüssig stehen wir umher…