Calling the Byak'hee
Septembre 29 1920 10:30am Highclere Castle
Gleich nach dem Breakfast halten wir das zweite Banishment Training ab. Wir legen eine Reihenfolge des Portaldurchgangs fest: Nach mir wird Mare mit dem Klapppodest folgen, danach als erster Kämpfer Sanjuro. Dann werden Carla, Mary-Ann und Ragnar hindurch gehen, abschliessend Mycroft, der uns als letzter Kämpfer den Rücken sichert…
1pm Dutzende Durchgänge exerzieren wir, zum Abschluss zum ersten Mal blind…
Wir werden besser…
In the afternoon schonen wir uns und sammeln Kräfte. Ich überprüfe den Fortschritt der Arbeiten in meinem Keller. Der Weinkeller wird fertig gestellt werden; der Rest des Dungeons wird erst nach des Königs Besuch beendet werden können.
Mycroft und Mare bereiten sich auf ihren Aufenthalt auf Aldebaran vor: Sie stellen eine Wüstenausrüstung zusammen: hitzetaugliche Kleidung, Essensratrionen und ausreichend Wasserschläuche…
Abends soll der Byak’hee gerufen werden. Dies muss natürlich unbeobachtet von allen anderen Augen geschehen. So schlage ich die Fläche hinter Beacon Hill vor, die von Highclere Castle aus uneinsehbar bleibt.
Den Landeplatz will der Colonel unbedingt mit Begrüßungsfackeln ausleuchten. Ein unnötiges Unterfangen, das ich ihm aber nicht ausreden kann…
10:30pm Alle sind dabei. Keiner will den Moment verpassen, wenn Mycroft die Flöte spielt und das Wesen landet. Sie verteilen sich um den Hügel. Während Mycroft die Fackeln aufstellt, platziere ich meine Camera auf dem Gipfel der leichten Erhebung und hoffe mittels Langzeitbelichtung die außerirdische Creatur auf meine Photoplatte zu bannen. Unsere Vorbereitungen neigen sich dem Ende zu und ich ziehe Carla hinter den Hügel zurück. Sie ist mir wieder zu neugierig…
Mycroft beginnt mit einigen Worten, dann mit dem Spiel der Flöte, das Flugwesen zu rufen. Es rauscht stark, lange Schwingen lassen die Luft erzittern…
Ich muss Carla abhalten, den Kopf zu heben, um über die Hügelkante nach unten zu schauen. Doch sie kämpft sich frei von mir. Grade noch kann sie einen Schrei unterdrücken, um dann sprachlos mit geweiteten Augen wieder zurück in meine Arme zu sinken…
Hinter dem Hügel zischt und brummelt es. Ich höre Mycrofts Stimme, auch er zischelt. Es scheint, er unterhält sich mit dem Byak’hee…
“Mycroft, alles in Ordnung?” höre ich Mary-Ann vor mir, auf der anderen Seite des Hügels rufen. Der Byak’hee zischt laut in unsere Richtung. Sofort schnappe ich mir Carla und beginne zu laufen. Dann renne ich nur noch mit ihr leise und vorsichtig in Richtung Castle…
Nach einer halben Stunde gehe ich alleine wieder zurück zur Landestelle. Sie ist verlassen. Dieser Ort ist ___ Ich fühle nichts mehr…wie ein Stempel, der aufgedrückt, alles mitnahm…
Ich schliesse als erstes die Blende meiner Camera. Die Fackeln brennen noch…
Es riecht nach Leere und Ferne, mich ergreift für einen kurzen Moment die Sehnsucht nach der Weite und ich beneide den Colonel um seinen Ritt in die Sterne…
Mir wird schwindelig. Ich sehe große Fussspuren, weich, mit Saugnäpfen versehen, haben sie sich in den Rasen gedrückt…
Ich kann 5 runde Ballen pro Extremität ausmachen, 3 vorne und 2 hinten, auf denen das Flugwesen steht. Allerdings finde ich keine paarigen Abdrücke. Wieviel Beine hat diese Sternenbrut?
Ich mache ein Photo von ihnen, bevor ich die Spuren zertrampele. Sie sollte niemand sehen, schon gar nicht vor dem anstehenden Besuch meines Königs. Ich lösche die Fackeln, sammle sie ein und bringe sie wieder mit ins Schloss.
Neugierig auf die Photos, aber mit einem mulmigen Gefühl, kehre ich nach Mitternacht nach Hause zurück. Aus Carlas Zimmer höre ich ein hohes Singen. Ich kenne diese Stimmlage. Carla entspannt sich in ihrer Badewanne!
Ich überlege kurz, aber morgen ist auch noch ein Tag, an dem ich die Photoplatten entwickeln kann. Ich gehe ins Bett…
Die Countess tut nur so, als ob sie schlafen würde. Als ich mich zu ihr lege, schaut sie mich an, erwartet aber keine Antwort. Ein kurzes Lächeln meinerseits genügt ihr…









