British Behavoir und die dunkle Seite der Macht
Ich hatte heute ein wenig Gelegenheit, europäische Lebensgewohnheiten weiter zu studieren. In der Zeitung hatte Howard eine Anzeige gefunden, die sein Interesse weckte. Eine britische Forschergesellschaft rief darin zu Teilnahme an einer Konferenz auf, in welcher die aktuellen Probleme zwischen den europäischen Wissenschaftlern und den reaktionären einheimischen Gruppierungen besprochen und erörtert werden sollten. Ich bin es inzwischen gewohnt, dass die meisten Europäer ihre Lebensidee über alle anderen stellen, trotzdem wollte es mir nicht gefallen, dass mir der Gentleman am Eingang mit offensichtlicher Herablassung behandelte. Skeptische Blicke begegneten mir aber noch häufiger an diesem Abend.
Ragnar lud mich zu einer Partie Billard ein. Ich hatte dieses Spiel bislang noch nie gespielt, scheine aber ein Talent dafür zu haben. Ich konnte Ragnar gut schlagen. Ragnar forderte eine Revanche, diese konnten wir dann aber erst einige Stunden später in unserem Hotel nachholen – aber auch dabei sollte Ragnar das Glück (oder sein Geschick?) nicht hold sein.
Bis dahin geschah aber noch einiges. Howard hatte auf der Konferenz einen jungen Wissenschaftler aus Amerika kennengelernt, mit dem er nach der Konferenz in einem kleineren Rahmen das Gespräch suchte. Das Treffen fand in einem Kaffeehaus statt.
Bevor wir aufbrachen, überprüfte ich noch einmal die Umgebung. Es war kaum zu übersehen, dass wir beobachtet wurden. Ich teilte Howard, Ragnar und Mare meine Beobachtung mit. Ragnar stand dann direkt auf und ging nach draußen. Ich konnte ihn nur noch mit ein paar anderen Reitern in der Nacht verschwinden sehen. Seltsamer Weise stand sein Pferd noch im Stall.
Es waren aber noch weitere verhüllte Gestalten auf dem Platz vor dem Kaffeehaus zu sehen. Diese hatten es offenbar auf Howard abgesehen. Ich hielt mich im Hintergrund, um nicht auch ins Visier von Howards Verfolgern zu geraten und hoffte auf eine Gelegenheit, gegebenenfalls schnell und überraschend eingreifen zu können.
Dummerweise verlor ich Howard und Mare. Ich konnte ihrer Spur bis zum Hintereingang einer Handwerker-Hütte folgen – es hatte offenbar einen Kampf gegeben, bei dem Blut floss – aber die Spur verlor sich bald wieder und so kehrte ich in unser Hotel zurück, konnte aber vor Sorge nicht zur Ruhe kommen.
Nach ein paar Stunden kam Ragnar dann zurück. Er sah ein wenig angeschlagen aus, ich fragte aber nicht weiter nach dem Hintergrund, da er offenbar nur leicht verletzt war. Es wäre nicht das erste Mal, das Ragnar sich zu einer zünftigen Prügelei hätte hinreißen lassen.
Ich berichtete Ragnar von Howards Verfolgern und der Tatsache, dass ich Howard und Mare aus den Augen verloren hatte. Wie um meine Sorgen zu zertreuen, erreichte uns just in diesem Moment die Nachricht, dass Howard und Mare in einem Krankenhaus waren, leicht bis mittelschwer verletzt, aber nicht in Lebensgefahr und wahrscheinlich morgen früh wieder entlassen. Das erleichterte mich ungemein. Vielleicht war es diese Erleichterung, die mich beflügelte und mir zu einem zweiten Sieg bei einem Billard-Spiel gegen Ragnar verhalf.









