* Flugzeuge, Automobile & Jungen
Leicht verwirrt erwache ich in meinem Krankenbett. Trotz meines festen Entschlußes, in Ulthar zu erwachen, hatte ich einen furchtbaren Alptraum. Nicht der Schatten, der König in Gelb oder gar der Korpus im Becken haben mich eingeholt, sondern ich war eine Frau!

Komplett geschminkt & bekleidet wie eine Dame von Welt bin ich samt Federboa auf eine Bühne ins Rampenlicht getreten & habe eine Kabarette zum Besten gegeben. Andere Frauen waren auch zugegen, doch ich wusste, es waren alles verkleidete Männer. Das Publikum war begeistert, schrie um Zugabe & in der Menge erkannte ich den Kapitän sowie Mare, die sich vor Lachen nicht halten konnten. Bizarrerweise hies das Etablissment „Bei uns“ & ich genoß den Rummel um meiner Erscheinung. Werde ich nun doch verrückt?
Verwirrt läute ich & bin erleichtert, als Kare in der Tür erscheint & mit das Frühstück serviert. Nach einem ordentlichen Schuss Whiskey in meinem Tee & dem kräftigen Breakfast erscheint mir die Welt wieder freundlicher & ich geselle mich im Rollstuhl zum Lord in die Bibliothek. Wie immer ist er rege beschäftigt, er geht seiner Sammelleidenschaft für Briefmarken nach.
Ich nutze die Gelegenheit, um mich nach dem Zustand des Silver Ghost meines verstorbenen Onkel Henry zu erkundigen. Es werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Restauration, die Anpassungen, Modernisierung & Erweiterungen scheinen die gut geschulten Handwerker von Rolls Royce recht stark zu beanspruchen. Laut Aussagen des Chefmechanikers wird es noch 2-3 Wochen dauern, kosten wird es mich einiges, aber Geld spielt hier keine Rolle, sicherte ich dem Mann zu.
Als der Butler Charles unseren japanischen Freund ankündigt, verwerfe ich schnell diese Gedanken. Er scheint besserer Laune zu sein & hat den Plan, heute sich das Schwert zukommen zu lassen. Im Traum haben sich der Käpitän getroffen & Neuigkeiten ausgetauscht. Nun weiß Sanjuro die Adresse vom Onkel des Norwegers, der in Kiel sein zuhause hat. Er läßt ein Telegramm aufsetzen, um den Versand per Post zu veranlassen. Leider wird alles dauern, bis das Gepäck bei uns eintrifft. Auch ich vermisse meine Sachen, schließlich wollen wir auch keine Spuren zu Tegel hinterlassen, jedenfalls nicht mehr als schon vorhanden.
Als Mary-Ann sich zu uns gesellt, fragt sie was wir tuen können. Sie langweilt sich & dürstet nach Taten. Meine Wenigkeit muß noch den Rollstuhl hüten, da schlage ich Ihr vor, das Gepäck aus Deutschland per Flugzeug zu holen. Was zunächst auf Missfallen bei Ihr stößt, wird durch meine Argumentation als sinnvoll aufgenommen. Schließlich willigt Sie ein & Sanjuro schreibt ein neues Telegramm, um unseren Abholdienst anzukündigen.
Zufrieden reden wir weiter über die Neuigkeiten, die in der deutschen Presse zu lesen sind. In Tegel wurden die beiden Polizisten gefunden & es wird von britischen Kugeln berichtet. Ein engagierter Polizist übernimmt die Ermittelungen. Ich ärgere mich, Sanjuro nicht auch eine deutsche Pistole gegeben zu haben. Wir verständigen uns darauf, die Waffen zu entsorgen.
Astronomische Anomalien & königliche Verhaltweisen werden rege von uns diskutiert. Wir warten auf Rückmeldung aus Berlin, doch niemand der beiden Verbliebenen melden sich. Geht es ihnen gut? Sind sie erwischt worden? Oder machen die ihr Ding, ohne uns zu informieren? Wir wissen es nicht.
Mir kommt die Idee, nochmals die bestellten Piloten, die eine Schnellflug nach Australien einen Weltrekord vollzogen hatten. Sie können uns schnell nach Dunedin bringen, von wo aus wir mit dem Schiff weiter müssten nach Point Nemo. Ich telegrafiere Ihnen eine Einladung, die schnell angenommen wird. Um 3 pm erscheinen die beiden tollkühnen Männer, die meinen ganzen Respekt haben.
Nach einer längeren & höflichen Begrüßung diskutieren wir die Modalitäten der Weltreise. Kosten wird es dem Lord sehr viel, ich kann mir die Herren nicht leisten. Als sie eine Tankvergrösserung für Ihre Vickers Vimy erwähnen, werde ich hellhörig. 300 Meilen mehr Flugweite? Schnell hake ich ein & bitte die Herren, mir Ihre Werkstatt zu nennen. Ich veranlasse gleich, unserer Vimy dergleichen Modifikationen zu veranlassen. Die Kosten trage ich natürlich, da das Flugzeug der Flotte meines Postunternehmens angehört. Meinem Buchhalter lasse ich die Rechnung genehmigen & wir setzen alles von der Steuer ab. Es wird
Anschließend führen wir die Herren ein wenig herum & wir zeigen stolz unseren Fuhrpark, was Sie sichtlich beeindruckt. Sie hatten solche moderne Ausrüstung anscheinend nicht erwartet & sind erfreut uns nach Australien zu fliegen. Nachdem sie wieder in die Lüfte entstiegen sind, reden wir über diese Option. Dem Lord sind die Kosten auch sehr hoch, 10.000 £ sind kein Pappenstiel. Vielleicht finden wir noch andere Möglichkeiten, raunt der Lord, was ich nicht verstehe. Es hat wieder etwas mit den Kugeln der großen Alten zu tun, was mir missfällt.
Wir dinieren zusammen & anschließend ziehe ich mich zur Ruhe zurück. Den Abend verbringe ich mit Kare & Bibelzitaten. Beim Einschlafen nehme ich mir wieder vor, nach Ulthar zu reisen…










