* Luftbrücke Croydon -> Staacken
Nach den typischen Morgenritual fahren wir früh zur Startbahn, besteigen die Vickers Vimy, checken nochmals alles durch & heben ab in die Morgensonne Richtung Staacken bei Berlin. Das Wetter ist herrlich & schnell erreichen wir den Ärmelkanal.
Nach einem Flug ohne Zwischenfälle überqueren wir Deutschland & erreichen den Flugplatz bei Staacken. Schon kurz nach der Landung fallen uns zwei Männer auf, die in einen auffälligen weißen Mercedes steigen.
Ich merke mir den Wagentyp & versuche mir die Gesichter einzuprägen, doch die Herren sind zu weit weg & fahren sofort nach unserem Erscheinen weg. Wissend, daß der Feind uns bemerkt hat, nicken wir uns alle zu. Die Stimmung im Verliererland des Großen Krieges ist erdrückend. Die Uniformen der Zollbeamten ist rissig & hat Löcher, auf der Fahrt in die Stadt fallen uns Gebäuden auf, wo Einschußlöcher & Explosionskrater auf den Straßen zu sehen sind. Berlin versucht als Weltstadt zu glänzen, was beim genaueren Hinschauen schnell zerbricht. Wir fahren zum Alexanderplatz.
Nach alter Gewohnheit steigen wir uns Grand Hotel ab, die beste Unterkunft in der preussischen Hauptstadt. Carla beginnt ihr reichhaltiges Gepäck in die Zimmer zu bringen, während ich meine Koffer selbst trage & an der Rezeption Zeitung & einen aktuellen Stadtplan erstehe. Kurz darauf treffen wir uns im Zimmer vom Lord, um das weitere Vorgehen zu planen. Die Zeitung gibt viele interessante Hinweise:
Das Schloß Tegel soll einem mysteriösen Brand zum Opfer gefallen sein, der Künstler Robert Landers & seine Familie sollen umgekommen sein. Eine verrückt gewordene Augenzeugin spricht von einem Ritual. Da klingelt ein meinem Hinterkopf lautstark – Halifax, das Theaterstück im Hause von Landers, na klar! Ich teile diese sowie den logischen Schluß, dort eine Spur vom gelbe Buch zu finden.
Nachdem der Lord & ich beschlossen haben, dort einen Besuch abzustatten, planen meine Freunde das weitere Unternehmungen. Ich versuche derweil, den Journalisten Herrn Walter zu erreichen, da ich mir mehr Informationen zu der einzigen Überlebende erhoffe. Bei einem Anruf in der Berliner Zeitung erfahre ich aber leider, dass der Herr zu Tisch ist & am Nachmittag zurück erwartet werde.
Auf Vorschlag von Herr Wigbold, der erstaunlich froh gelaunt & dynamisch wirkt, gehen wir zunächst in Haufhaus Tietz, um uns neu einzukleiden & Berliner Luft zu schnuppern. Wir gehen zu Fuß über den Alex zum Kaufhaus & schauen uns um, während ich 10 £ in Reichsmark umtausche. Nach kurzer Zeit werden wir bedient & ich erstehe 2 Garnituren, eine massgeschneiderter Abendanzug für die Festspiel im Admiralspalast & eine straßengängige Variante mit Schiebermütze, wie sie hier überlicherweise getragen wird.
Anschließend gehen wir ins Kaffee Aschinger, ein traditionsbewußtes Haus. Nach diesem Lookaround beschließen wir, uns umzuziehen & in den Admiralspalast zu gehen. Dort wird die Zauberflöte aufgeführt, wie wir erfahren, eine neue Variante des Varité. Es wird eine ergreifende Geschichte von einer fremden Zeit erzählt von einem Helden names Tamino & seiner geliebten Prinzessin Cassilda. Sie lieben sich, doch ein Herrscher hat vermeintlich etwas gegen diese Verbindung. Ein Oberaufseher fängt den Protagonisten, wird aber freigelassen & der Aufseher bestraft. Nun muß der Held sich beweisen, um die Liebe zu seiner Prinzessin zu verdienen. Nur eine Prinzessin ist weit & breit nicht zu sehen.
In der Pause gehen wir ins Foyer, wo meine Freunde einige Damen der Gesellschaft von Vril entdeckt. Statt sich ihnen zuzuwenden, verbergen sie sich vor Ihnen. Ich betrachte in aller Ruhe die hübschen Erscheinungen & sie beachten mich nicht. Da sehe ich eine bezaubernde junge Frau, die in der Begleitung von ernsten Deutschen zu sein scheint. Da klingelt es zum nächsten Akt & wir gehen zurück. Gerade der Lord ist sehr unruhig & flüstert dauernd Marija. Er scheint inzwischen von der Frau mehr besessen zu sein als von den Kugeln der Großen Alten.
Im nächsten Akt wird die Queste um Tamino weiter erzählt, ein Flugwesen steht im zur Seite & er besteht weitere Prüfungen. Mit Glück & Gottvertrauen schafft er es, die Queste zu bestehen. Das Ende ist offen. Mit laufen die Tränen die Wangen herunter. Zugleich erkenne ich gewisse Parallelen zu mir & meiner Geschichte. Nach der Aufführung entschließen wir uns, zu Fuß nach Hause zu gehen. Als wir vor einem Schaufenster stehen bleiben, entdeckt Ragnar etwas sehr Lustiges & will morgen gleich als Erstes in diesen Laden für Seefahrtszubehör. Nach einem Absacker in der Hotellobby gehen wir ins Bett. Ich träume…














