Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Das gelbe Mundstück der Flöte

Mare schaut mich verwundert an. „Du auch?“

„Ja. Kennst Du die Truhe?“ „Natürlich, was denkst Du denn?“ antwortet sie schnippisch, während sie einige Kleidung anlegt. Etwas traurig stelle ich fest, daß die Flöte nicht hier ist, was bedeutet, sie ist nicht magisch. „Verschenkte 22 Pfund“ denke ich verärgert.

Nachdem wir uns ausgerüstet haben, gehen wir nach Ulthar. Erstaunlicherweise gelangen wir nicht in die Stadt. sondern landen vor den Stadttoren. Wachen stehen davor und tragen schwere Rüstungen wie zu Kriegszeiten. Während wir über neue Situation beraten, geht ein Mensch auf die Wachen zu. Die fragt schlicht „28?“. Der Ankömmling antwortet: „14!“ und wird durchgelassen. Ah, eine Parole oder Rätsel. Wir warten 2 weitere Passanten ab, wir hören „16?“ Antwort „8!“ und „8?“ Antwort „4!“. 

Immer durch 2 teilen, meinen Mare & ich, obwohl mir dies zu einfach scheint. Da uns aber nichts anderes einfallen will, probiere ich es. Die Frage „12?“ Antwort „6!“. Die Wache schaut mich grimmig an & ruft „Verschwinde!“ Grübelnd gehe ich zurück zu unserer Beobachtungsstelle – wir brauchen mehr Daten. Fieberhaft überlegen wir, leider ohne Ergebnis. Endlich taucht ein erneuter Passant auf. Die Frage „4?“ Antwort „4!“ & wird durchgelassen – wir staunen noch mehr. Das ergibt überhaupt keinen Sinn.

Nach gefühlten Stunden kommen wir auf eine andere Möglichkeit, die Zahl ausschreiben & die Buchstaben dieses Zahlwortes dann zählen. Das passt. Ich gehe zur Wache, und in einer Verwirrung antworte ich auf „12?“ mit „4!“ – ein Blitz durchfährt mich, ich zweifel an meiner Geistesgegenwart – gerade wusste ich doch noch! Schweissgebadet gehe ich ein drittes Mal zur Prüfung & werde mit der Antwort „5!“ durchgelassen. Puh. „Schwere Geburt, Mycroft!“

Nachdem wir in der Stadt sind, bemerken wir, daß auch hier viele Fremden wie auch Wachen sich befinden. Um mehr Informationen zu erhalten, gehen wir in den bereits bekannten Gasthof & reden wir mit einigen Anwohnern. Wir erfahren, daß sich einige Schätze in dem Haus der Wache sich befindet. Sie werden dort zwischengelagert, bis die Güter an die Besitzer weitergetragen werden. Neben Gold, Silber, Edelsteinen & Juwelen sollen sich auch ein sonderbare gelbe magische Flöte befinden. Ich zucke innerlich zusammen. „Das ist sie!“ Zische ich leise zu Mare, als wir wieder unter uns sind. „Aber mit den Katzen anlegen, daß ist mir zu heikel“ werfe ich gleich ein. Wir sind wieder ratlos. Mare ist ohnehin nicht an einem Raubzug interessiert. „Also so nicht…“ denke ich mir.

Ich beobachte nun das Umfeld genauer & bemerke in den Ecken weitere zwielichtige Gestalten. Beim Belauschen höre ich „Sollen wir heute nacht zuschlagen?“ „Warum nicht? Wir können alles bis auf die Flöte behalten!“ flüstern sein Gegenüber zurück. „Dann laß uns gleich losschlagen!“ Mare schaut mich mit großen Augen an. „Verfolgen?“ fragt sie. Ich nicke vielsagend, doch beobachte unauffällig weiter das Etablissement. Niemand scheint Notiz von uns oder den Herren Klaumirwas zu nehmen. Ich bezahle das Essen & plausche noch ein wenig mit dem Gastwirt. Die beiden Spießgesellen leeren in Ruhe ihre Becher. Dann verlassen sie mit einem Wink die Gaststätte. Nach wenigen Augenblicken folgen wir Ihnen!

Auf den Straßen Ulthars ist wenig los, die meisten Anwohner & Katzen sind verschwunden, schlafen oder jagen. Die beiden Gestalten laufen zu einem Haus & verschwinden. Wir drücken uns in einen Hauseingang & warte kurze Zeit. Sie erscheinen wieder als verkleidete Stadtgardisten! „Aha, so wollen sie das Ding drehen“ denk ich mir voll Freude. Mare schaut mich mit ahnungslos an, doch nicke den beiden hinterher & wir folgen ihnen weiter. Nach einigen Minuten kommen die verkleideten Diebe bei der Schatzkammer an. Zwei bewaffnete Gardisten stehen dort, nicken den Ankömmlingen zu & verschwinden einfach. Nun wartet, nachdem sie scheinbar allein sind, einer von ihnen im Haus. Nach kurzer Zeit erscheint er wieder mit einem voll gepackten Sack, nun geht der andere in die Schatzkammer. Wir beobachten die beiden, wie sie anschließend einfach weggehen & mit einem Gruß zur Stadtwache das Stadttor problemlos passieren.

Keine Katze schreitet ein, keine Wache schöpft Verdacht. Ich nicke den beiden weiter hinterher & wir Verlassen als Pärchen auch durchs Tor Ulthar. Wir holen die beiden nach wenigen hundert Yards ein. Einer scheint uns gehört zu haben und ruft „Halt, wer da?“ Wir kommen in Sichtweite, sie betrachten uns & versuchen uns zu vertreiben. „Können Sie uns helfen?“ Fragt Mare, während ich dem grösseren immer näher komme. „Verschwindet, oder wir machen Euch Beine!“ Schnauzt der Große zurück! „Ich wollte nach Ulthar, das muss hier irgendwo sein!“

„Dort, und nun haut ab, oder es setzt was!“ schnauzt er rum. Er bemerkt meine gezogene Axt nicht, die sofort präzise seinen Kopf trifft. Leider prallt der Hauptschwung meines Schlag am Helm ab, sodaß nur ein tiefer Cut in der Wange bleibt. Mare schreit „Gleich töten? Wieso?“ Doch ich hake weiter auf den Dieb ein, daneben. Nun hat er sein Schwert gezogen, der zweite will mir in die Flanke fallen, doch Mare schmeisst mit einem Stein, trifft zum Glück. Der zweite Dieb taumelt leicht & greift sie dann schreiend an! Ich weiche geschickt einem Schlag aus, erwidere die frische Feindschaft mit einem Beintreffer.  Er dreht sich blitzschnell, und trifft mich am Torso, doch meine magische Schutzrobe fängt den Großteil des Schwung auf. Er gerät ausser Gleichgewicht, was ich ausnutze, um ihn gleich im Wanken die Kehle zu zertrümmern. Gurgelnd fällt er zu Boden & rührt sich nicht mehr.

Ich warte nicht weiter ab, Mare ist in Bedrängnis. Von der Seite schlage ich ihm die Axt tief in den Nacken. Er schreit, versucht kurz die Axt zu entfernen, hustet noch einmal Blut, um dann tot ins Gras zu fallen. Mare steht fassungslos mit der Schleuder da. Nach Verfliegen des ersten Schocks schreit sie mich an:“ Musste das sein? Die haben uns nichts getan!“

Ich kümmere mich nicht um ihr Gezeter, sondern durchsuche eilig die Sachen und da! In einer Schatulle befindet sich ein gelb-glasiges Mundstück einer Flöte. Sofort stecke ich es ein! Der Rest der Beute ist ein unvorstellbarer Reichtum. Nachdem wir die Leichen ins Unterholz gelegt haben, machen wir einen Bogen um Ulthar, um die Beute in der Traumkiste zu verstecken. Nun, nachdem mein Adrenalin Spiegel wieder auf Normal Niveau angelangt ist, verstehe ich Mare Einwände, alles zu behalten. Mit gefällt die Idee, den Reichtum ohne die Flöte wieder zurückzugeben. Also reiten wir wieder in die Stadt. Mare ist sehr aufgeregt, daher lasse ich den Vorgang der Stadtwache erklären. Alles in allem sind sie erstaunt das wir es geschafft haben, diese Verbrecher zu besiegen, sie waren bekannt für Ihre Blutrünstigkeit. Schließlich belassen sie es bei unserer Geschichte, und wir können von dannen ziehen, mit dem Mundstück!